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„Bückeburg glüht auf“: Neues Weihnachtsmarkt-Konzept ersetzt den alten Hüttenzauber

Räumlich verlegt, zeitlich verkürzt

BÜCKEBURG. Der alte „Hüttenzauber“ hat ausgedient, die Zukunft des Weihnachtsmarktes in der Ex-Residenz steht künftig unter dem Motto: „Bückeburg glüht auf“. – „Er wird räumlich verlegt und zeitlich verkürzt“, fasst Annika Tadge den einstimmigen Beschluss des Bückeburger Stadtmarketings (BSM) zusammen. Das Vorstandsmitglied: „Er findet nun auf dem Marktplatz statt und läuft nicht mehr zehn, sondern nur noch vier Tage.“

veröffentlicht am 15.11.2018 um 13:10 Uhr
aktualisiert am 15.11.2018 um 19:50 Uhr

Zauberhafte Hütten beidseits der Langen Straße wird es nicht mehr geben. Kaufleute klagten immer wieder über zugestellte Schaufenster, die Atmosphäre soll außerdem wenig weihnachtlich gewesen sein. Foto: Archiv

Autor:

Thomas Wünsche
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BÜCKEBURG. Der alte „Hüttenzauber“ hat ausgedient, die Zukunft des Weihnachtsmarktes in der Ex-Residenz steht künftig unter dem Motto: „Bückeburg glüht auf“. „Er wird räumlich verlegt und zeitlich verkürzt“, fasst Annika Tadge den einstimmigen Beschluss des Bückeburger Stadtmarketings (BSM) zusammen. Das Vorstandsmitglied: „Er findet nun auf dem Marktplatz statt und läuft nicht mehr zehn, sondern nur noch vier Tage.“ Die ebenfalls aufgekommene Idee, das Event „Bückeburg glüht vor“ zu nennen, soll aus naheliegenden Gründen schnell wieder verworfen worden sein. Der Stimmung, so die Hoffnung, soll das aber keinen Abbruch tun – im Gegenteil.

„Der ‚Hüttenzauber’ war immer ein schwieriges und noch dazu ein großes Zuschussgeschäft“, erinnert Tadge. Einzelhändler entlang der Langen Straße hätten sich immer wieder beschwert, dass ihnen die Schaufenster mit Buden zugestellt wurden; Beschicker beklagten sich, wenn sie keinen Platz am offensichtlich besonders lukrativen Bühnen-Standort an der oben Langen Straße bekamen. „Gleichwohl“, so Tadge, „wollte so richtige Weihnachtsstimmung entlang der Straße nicht aufkommen.“

Die Neukonzeption des Weihnachtsmarktes orientiere sich in Sachen Standort und Zeitdauer an dem Gourmet-Event „Bückeburg kocht über“. Die Konzentration auf den Marktplatz eliminiere dabei die Probleme mit dem Lieferverkehr und den Rettungswegen. Konkret soll „Bückeburg glüht auf“ vom 13. bis 16. Dezember und damit am dritten Adventswochenende laufen; am ersten und zweiten Adventswochenende findet der „Weihnachtszauber“ auf Schloss Bückeburg, am vierten Adventswochenende dann die Weihnachtsserenade vor dem Schloss statt. „So können Bückeburger wie Besucher den ganzen Dezember etwas in der Stadt erleben“, sagt Tadge. Durch die Verkürzung auf vier Tage gebe es auch keine Konkurrenz zum Angebot, welches das Bistro an der oberen Langen Straße offeriere.

Apropos Bistro: „Es schmerzt uns sehr, dass wir als BSM den Auftritt von ,Big Mama’ auf der Bühne am Bistro nicht mehr bezuschussen können.“ Er finde zwar weiterhin statt, aber eben ohne Zutun der Stadt. Schmerzlich sei auch, dass es diesmal wegen Terminüberschneidungen des Kinderliedermachers Reinhard Horn leider kein Kinderkonzert geben werde.

Insgesamt soll es aber 16 unterschiedliche Anbieter geben, zwei weniger als im Vorjahr. Neu dabei sein werden ein Privatanbieter von Wildschwein-Burgern und -Bratwürsten sowie ein Holzschnitzer. Mit in den Markt eingebunden werden sollen die Gaststätten und Restaurants Hofapotheke und Scarabeo.

Zwischen den Buden installierte Boxen sollen auf dem Marktplatz für weihnachtliche Hintergrundmusik sorgen. Feste Termine für Kinder, die man sich bereits merken sollte, sind laut Tadge Samstag und Sonntag, 15./16. Dezember. Am 15. Dezmber kommt zwischen 15 und 17 Uhr „Frank und sein Esel“ und holt sich Streicheleinheiten ab; am 16. Dezember ist zwischen 14 und 16 Uhr mit dem Besuch des Nikolauses zu rechnen.

Neuerungen gibt es auch bei der Tombola: So wird aus logistischen Gründen jetzt nahezu komplett von Sachpreisen auf Gutscheine umgestellt, von denen es summa summarum 400 geben soll. „Das“, freut sich Tadge, „ist gut angelaufen. Wir haben bereits viele Rückmeldungen.“ Zwar gibt es als Hauptpreis kein Auto mehr, dafür aber ein E-Bike, ein TV-Gerät, einen Reisegutschein und ein iPad.

Zur Erinnerung: Als größter Verlustbringer für das BSM hatte sich 2017 einmal mehr der „Hüttenzauber“ entpuppt. Mit den Standgebühren konnten nur Einnahmen von knapp 1700 Euro generiert werden, denen aber Ausgaben in Höhe von rund 15 000 Euro für Aufbau, Bühne, Rahmenprogramm und weiteren Dingen gegenüberstanden.

Die Idee, mit dem „Weihnachtszauber“ zusammenzufließen, war an eben diesen Finanzen gescheitert. Derweil ist Tadge zufolge trotz der zahlreichen Neuerungen eines klar: Mit einer „schwarzen Null“ wird auch „Bückeburg glüht auf“ 2018 letztlich nicht abschließen.




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