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Seit Auseinandersetzungen am Vatertag häufen sich die Vorfälle

Rechts-Links-Konflikt eskaliert wieder

Bückeburg. Die Auseinandersetzungen zwischen zwei Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen am späten Freitagnachmittag in der Fußgängerzone haben eindeutig einen politisch motivierten Hintergrund (wir berichteten). Wie die für politisch motivierte Straftaten zuständige Polizeiinspektion Schaumburg/Nienburg auf Anfrage bestätigte, sei eine fünfköpfige Gruppe von der rechten Szene zugeordneten Personen auf eine siebenköpfige Gruppe des linken Spektrums getroffen.

veröffentlicht am 18.06.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:41 Uhr

18. Juni 2013 00:00 Uhr

Bückeburg. Die Auseinandersetzungen zwischen zwei Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen am späten Freitagnachmittag in der Fußgängerzone haben eindeutig einen politisch motivierten Hintergrund (wir berichteten). Wie die für politisch motivierte Straftaten zuständige Polizeiinspektion Schaumburg/Nienburg auf Anfrage bestätigte, sei eine fünfköpfige Gruppe von der rechten Szene zugeordneten Personen auf eine siebenköpfige Gruppe des linken Spektrums getroffen.

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Erst hätten sich beide Seiten angepöbelt und beleidigt. Als dann ein 18-jähriger Linker eine 24-jährige Rechte geschubst hätte, seien die Fäuste geflogen. In der Folge griff ein bisher nicht bekannter Linker zu einer Bratpfanne aus der Auslage eines Antiquitätengeschäfts und schlug damit um sich. Dabei seien zwei Rechte verletzt worden. Die Rechten hätten allerdings angegeben, von Fäusten getroffen worden zu sein.

Auch einige Linke gaben an, durch Schläge verletzt worden zu sein. Die Polizeiinspektion geht jetzt drei Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung nach, die zum Teil wechselseitig gestellt worden sind. Da das Geschehen mitten in der Fußgängerzone von einer Reihe von Passanten gesehn wurde, hofft die Polizei, die Sachverhalte aufklären zu können.

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Auch den Angriff mit Pfefferspray am vorvergangenen Wochenende ordnet die Polizei dem Rechts-Links-Konflikt in Bückeburg zu (wir berichteten). Wie die Polizeiinspektion zu diesem Vorfall mitteilte, habe zunächst ein 18-jähriger Linker auf einen Rechten eingetreten, der daraufhin mit dem Einsatz von Pfefferspray reagiert habe. Die Polizei konnte das Pfefferspray später bei einem der Rechtsradikalen sicherstellen. Ob er damit gesprüht hat, sei allerdings nicht geklärt. Auch hier gab es wieder wechselseitige Anzeigen.

Wie die Polizeiinspektion zur Gesamtsituation mitteilte, werden seit einigen Wochen wieder verstärkt Auseinandersetzungen zwischen der rechten und linken Szene in Bückeburg beobachtet und registriert. Da es mehrere Monate zuvor relativ ruhig geblieben sei, habe man überlegt, die Polizeipräsenz im Stadtgebiet auch durch das Hinzuziehen auswärtiger Kräfte etwas herunter zu fahren.

Was nun aber unterbleiben werde. Auch die Besondere Aufbauorganisation (BOA) bestehe nach wie vor. In der BAO sind Beamte des Polizeikommissariats Bückeburg und des Staatsschutzes aus Nienburg zusammengefasst, die sich speziell um die Aufklärung der Auseinandersetzungen des Rechts-Links-Konflikts kümmern.

Als Auslöser der gestiegenen Gewalt sieht die Polizei den Vatertag dieses Jahres, als im Umfeld der Vatertagsfeier in Bad Hiddenserborn Linke und Rechte mehrfach aufeinander getroffen sind. Beide Seiten waren an diesem Tag mit um die 25 Mann (oder Frau) stark unterwegs. Zum Teil hätten sich beide Gruppen gesucht und auch gefunden, um den Konflikt auszutragen. Auch die massive Polizeipräsenz habe das nicht verhindern können.

So gab es einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, als aus einer Gruppe von etwa 25 Rechten das Auto eines Linken mit Flaschen und Steinen beworfen und beschädigt wurde. Die beiden Insassen blieben unverletzt. Ein Linker habe von einem 21-jährigen Rechten aus Stadthagen mehrere Faustschläge ins Gesicht erhalten, gegen den jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung läuft. Eine 18-jährige Rechte sei von einer 16-jährigen Linken geschlagen worden. Die wiederum Gegenanzeige gestellt hat, und behauptet, dass die Rechte zuerst mit Gürtel und Schal zugeschlagen habe.

Außerdem gerieten noch ein 20-jähriger linker Stadthäger und ein 23-jähriger rechter Obernkirchener aneinander. Zudem wurde ein Fenster eines Rechtsradikalen eingeworfen, dann kurze Zeit später das Fenster in der Wohnung eines Linken. Auch hier gab es Anzeige und Gegenanzeige.

Und dann muss die Polizei noch aufklären, wie zwei Buttons der Antifa in den Besitz der Rechten gelangt sind. Und wie und warum einer der Rechten einen der Buttons verschluckt hat…