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Diskussionsrunde mit Bundestagsabgeordnetem Maik Beermann an den Bernd-Blindow-Schulen Bückeburg

Reform therapeuthischer Ausbildung in der Diskussion

BÜCKEBURG. Teilakademisierung, bundesweite Schulgeldfreiheit, Überarbeitung der Ausbildungsinhalte – dafür setzt sich die Kampagne „Wir stärken Euch den Rücken. Und Ihr?“ der Allianz der Gesundheitsschulen, welche die Bernd-Blindow-Gruppe unterstützt, ein. Die Allianz, bestehend aus Verbänden wie dem VDB Physiotherapieverband e.V., dem Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) und anderen, fordert die Reformierung von therapeutischen Ausbildungen wie die Physio-, Ergotherapie oder Logopädie. Maik Beermann, Bundestagsabgeordneter für die Landkreise Nienburg und Schaumburg, war der Einladung der Bernd-Blindow-Schulen Bückeburg gefolgt und diskutierte mit Fachleitungen und Schülern über die derzeitige Ausbildungssituation und die Forderungen der Kampagne. „Wir stärken euch den Rücken. Und ihr?“ ist ein Gegenentwurf zu einem Konzept einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe von 2020.

veröffentlicht am 17.08.2021 um 11:20 Uhr
aktualisiert am 17.08.2021 um 16:40 Uhr

Beermann nahm sich viel Zeit und fragte Schülerinnen und Schüler der Physio-, Ergotherapie und Logopädie sowie die Fachbereichsleitungen nach ihren Einschätzungen. Vor allem die Punkte Finanzierung und Akademisierung wurden leidenschaftlich diskutiert. „Es passt überhaupt nicht in die Zeit, dass man für eine Ausbildung bezahlen muss. Überall herrscht Fachkräftemangel, gerade im Gesundheitswesen sind so viele Stellen unbesetzt. Berufsanfänger müssen gefördert werden“, so Beermann. Je nach Region warten Patienten drei bis sechs Monate und länger auf einen Therapieplatz. Eine Logopädie-Schülerin aus dem 2. Ausbildungsjahr hat ihren Arbeitsvertrag bereits in der Tasche: „Ich bin durch ein Praktikum an die Stelle gekommen, obwohl ich noch gar nicht mit der Ausbildung fertig bin. Das zeigt, wie dringend gesucht wird.“

Deutlich wurde aber auch: Ohne die bestehende Schulgeldfreiheit in Niedersachsen und NRW könnte die Mehrheit der Schüler/-innen die Ausbildung nicht absolvieren. Einige der anwesenden Auszubildenden finanzieren ihre Lebenshaltungskosten mit einem Studienkredit und pendeln sogar aus einem anderen Bundesland „Es darf nicht sein, dass Sie verschuldet in den Beruf starten und besonders nicht in einem Bereich, der so wichtig ist für die Bevölkerung“, so der CDU-Politiker entschieden.

Ein weiterer zentraler Punkt der Kampagne ist die Forderung nach dem Ausbau der Teilakademisierung. Politische Überlegungen zur Vollakademisierung lehnt die Kampagne ab. Beermann kann das nur unterstreichen: „Es ist in Deutschland üblich, Qualität mit Titeln zu messen. Dabei ist unsere duale Ausbildung top, manche Inhalte kann man einfach nicht theoretisch lernen. Für eine vollständige Akademisierung haben wir zudem keine Infrastruktur. Die Vielfalt der Gesundheitsschulen und Bildungsmöglichkeiten muss bleiben.“ In der gemeinsamen Diskussion kam man zu dem Schluss, dass die praktische Ausbildung mit der Möglichkeit eines Studiums wesentlich für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ist. „Ich habe vor der Ausbildung eine Lehre als Tischler gemacht. Da waren auch Leute dabei, die hatten in der Schule Schwierigkeiten, waren aber praktisch sehr gut und sind heute super in ihrem Beruf. Es geht auch ohne Studium“, erklärte einer der anwesenden Physiotherapie-Schüler.

Diskussion_Schülerin: v. l.: Viola Pilzecker, Frank Malisius, Maria Finke und Maik Beermann mit einer Schülerin

Maik Beermann versprach abschließend, das Anliegen mit in den Bundestag zu nehmen. Es wurde vereinbart, dass die Bernd-Blindow-Schulen ein Schreiben mit ihren Forderungen aufsetzen, das Herr Beermann unterschreibt und an die entsprechenden Stellen weiterleitet. Bei einem kleinen Imbiss wurde noch lebhaft weiter diskutiert.




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