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Wehrtechnik aus der Heide

Reservistenkameradschaft besucht Rheinmetall in Unterlüß

MEINSEN/WARBER/RUSBEND. Im Herzen der Lüneburger Heide, in Unterlüß, hat die Firma Rheinmetall ihre wichtigste Produktionsstätte. Auf einem 17 Kilometer langen und 55 Quadratkilometer großen Schießplatz gelegen, ist sie kürzlich Ziel der Reservistenkameradschaft Meinsen/Warber/Rusbend gewesen.

veröffentlicht am 25.04.2019 um 11:54 Uhr
aktualisiert am 25.04.2019 um 17:20 Uhr

MEINSEN/WARBER/RUSBEND. Im Herzen der Lüneburger Heide, in Unterlüß, hat die Firma Rheinmetall ihre wichtigste Produktionsstätte. Hart ostwärts der bekannten Bundeswehrstandorte Munster und Faßberg auf einem 17 Kilometer langen und 55 Quadratkilometer großen Schießplatz gelegen, ist sie kürzlich Ziel der Reservistenkameradschaft Meinsen/Warber/Rusbend gewesen.

Unter der Leitung des Vorsitzenden, Oberbootsmann d. R. Olaf Rietenberg, durfte die Gruppe in einen der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglichen Bereich hineinschauen. Dass der Rheinmetall-Konzern inzwischen nicht mehr nur Produkte aus dem Bereich Wehrtechnik in seinem Portfolio führt, sondern stark in den Bereich Automobilzulieferer diversifiziert hat, ist auch dem jahrzehntelangen Schrumpfen der Wehretats geschuldet, ebenso die internationale Ausrichtung, von Südafrika bis hin zu Russland. 9600 Mitarbeiter sind in Deutschland und weltweit für die Sparte „Rheinmetall Defence“ tätig.

Jean-Daniel Schaffner begrüßte die Kameraden und stellte die Tätigkeitsfelder der fast 2000 Mitarbeiter am Standort fachkundig vor. Diese reichen von der Munitionsentwicklung bis hin zum derzeitigen Schwerpunkt, der Produktion von 350 Schützenpanzern „Puma“ für die Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr. 50 Fahrzeuge entstehen pro Jahr praktisch in einer Art Manufaktur in Handarbeit, ohne Fließband und Massenproduktion wie bei VW. Auch das fertige Produkt zeigte sich in Bewegung auf dem Gelände, Fotos waren allerdings nicht erlaubt.

Der neue Schützenpanzer „Puma“. Foto: Christian Günther

Wie aufwendig, kompliziert und auch teuer die Herstellung einer Kanone für den Leopard 2 oder die Panzerhaubitze 2000 ist, kann sich der spätere Nutzer kaum vorstellen. Nach der Führung durch die Rohrfertigung stieg die Achtung vor dem Produkt und der Leistung der Menschen, die es herstellen bei den ehemaligen Soldaten deutlich an. Instandsetzung und Kampfwertsteigerung von Gefechtsfahrzeugen sind ein weiteres Standbein in Unterlüß.

Die lange Geschichte von Rheinmetall spiegelt sich in der wehrtechnischen Studiensammlung wider. Seit der Kaiserzeit wurden für alle Armeen in Deutschland und darüber hinaus Waffen gefertigt. Bei relativ kleinen Stückzahlen für die Bundeswehr hängt das Überleben der wehrtechnischen Industrie, und somit des Standorts Unterlüß, auch von der Möglichkeit ab, ihre Produkte exportieren zu dürfen. Und damit ist wieder die Politik gefragt.r




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