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Auf Kronenwerk-Gelände

Rock’n’Booze-Festival: Weniger Besucher als erhofft

BÜCKEBURG. Mit großen Open-Air-Events tut sich die Schraub-Bar weiterhin schwer. Zwar ließ das diesjährige Line-up des Rock’n’Booze-Open-Airs bei den Fans keinerlei Wünsche offen und sorgte vor allem zu nächtlicher Stunde mit den beiden Headliner-Bands für restlose Begeisterung. Doch die Besucherzahl ließ zu wünschen übrig:

veröffentlicht am 10.06.2019 um 14:12 Uhr
aktualisiert am 10.06.2019 um 19:20 Uhr

Lucky McClain, Gitarrist von Queen of Smoke, verfolgt selbst als begeisterter Zuhörer den Auftritt von The New Roses. Foto: JP
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Mit großen Open-Air-Events tut sich die Schraub-Bar weiterhin schwer. Zwar ließ das diesjährige Line-up des Rock’n’Booze-Open-Airs bei den Fans keinerlei Wünsche offen und sorgte vor allem zu nächtlicher Stunde mit den beiden Headliner-Bands für restlose Begeisterung. Doch die Besucherzahl, die sich gegen Abend auf dem Gelände der Kronenwerke bei einigen Hundert einpendelte, dürfte die Veranstalter deutlich weniger zufriedengestellt haben. Insbesondere angesichts des betriebenen Aufwands, der außerordentlich klangvollen Namen der beteiligten Gruppen und der diesmal auch stimmigen Witterungsbedingungen – vor allem verglichen mit der verregneten 2017er Auflage.

Eröffnet hatte in diesem Jahr den Reigen der harten Riffs mit Queen of Smoke wie immer ein Lokalmatador. Sicherlich keine ganz dankbare Aufgabe, ein Open-Air-Gelände zu bespielen, das sich in diesem Moment mit Publikum erst zu füllen beginnt. Die Herausforderung meisterten die heimischen Power-Rock-Vertreter jedoch mit Bravour.

Mit den Psychedelic-Rockern Samavayo aus Berlin und den wilden Rock-’n’-Roll-Derwischen Nitrogods aus Hannover nahm das Rock’n’Booze dann musikalisch richtig Fahrt auf, um die Bühne zu bereiten für den ganz großen Headliner aus Wiesbaden: The New Roses ließen zur enthusiastischen Begeisterung der Besucher rund anderthalb Stunden ihren explosiven, schweißtreibenden Stadionrock auf das Kronenwerke-Gelände herabdonnern. Das Wiesbadener Quartett, das einen schnellen, harten, ursprünglichen und ungeschliffenen Bluesrock im Stil der 80er-Jahre zelebriert, dabei Vorbildern wie AC/DC, Aerosmith oder den frühen Whitesnake huldigt und sicherlich nicht ganz zufällig die gleichen Blumen im Namen trägt wie die Rock-Giganten Guns N‘ Roses, tourt seit 2017 international mit seinem aktuellen Album „One for the road“ und wurde als erste deutsche Band überhaupt zum „KISS Kruise“ mit den Veteranen KISS eingeladen.

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The New Roses begeistern auf dem Kronenwerke-Gelände. Foto: JP

Den ebenso begeisternden Abschluss des Programms zelebrierten zu später Stunde The Vintage Caravan aus Island, die sich seit ihrer Gründung 2012 mit großen Festivalauftritten und seit 2016 mit eigenen Headliner-Touren einen Namen wie Donnerhall in der europäischen Rockszene gemacht haben.

Veranstalter Karsten Koch vom Team der Schraub-Bar-Betreiber konnte indes seine Enttäuschung über die Besucherzahlen nicht verhehlen. „Wenn ich wüsste, woran es lag, würde ich es im kommenden Jahr anders machen.“

Sicherlich ausreichend war das Rock’n’Booze im Vorfeld über Plakate, die Medien und die sozialen Netzwerke bekannt gemacht worden. Auch das Wetter passte, zudem waren die Veranstalter mit dem Open Air ganz bewusst aus dem August in den Frühsommer gegangen, um nicht mit der Vielzahl der dann zeitgleich stattfindenden Musikveranstaltungen terminlich zu kollidieren. Fast blieb als mögliche Erklärung nur ein Generationenproblem übrig: Es fiel auf, dass sich im Publikum auf dem Kronenwerke-Gelände kaum junge Menschen einfanden, vielmehr fast ausschließlich Besucher jenseits der 40, die in ihrer Jugend genau die Musik von Whitesnake oder Guns N‘ Roses hörten, als deren Erben heute Bands wie The New Roses auftreten. Karsten Koch: „Vielleicht wachsen tatsächlich zu wenig Leute nach, die heute noch diese Musik hören.“




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