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Der Bückeburger Wochenmarkt im Winter

Saunasuppe und Orangen aus Sizilien

Bückeburg. Immer wieder freitags: Der Wochenmarkt auf dem Markplatz lockt viele Einkäufer und „Sehleute“ an“ – im Frühling und Sommer auch ein optischer Genuss. Doch wie ist das eigentlich im Winter? Wie gehen Marktbeschicker und Kunden mit den Unbilden des Wetters um, wie ist das Angebot?

veröffentlicht am 29.01.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 08:22 Uhr

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Autor:

von tanja Langejürgen

„Warme Stiefel und Leggins unter der Jeans helfen bei Kälte“, erzählte Angelika Noack vom Obstbauer Wedeking in Lüdersfeld. „Außerdem friere ich nicht so schnell“, sagte sie einer Kundin. Gemeinsam mit Renate Krogmeier ist Angelika Noack auf dem Wochenmarkt dienstags und freitags von 7 bis 13 Uhr mit einem Verkaufsstand vertreten. Bis minus fünf Grad ist das kein Problem für winterliches Obst und Gemüse. Außerdem sorgen Heizstrahler und Planen für Schutz. Das ist vielleicht bei nasskaltem „Schmuddelwetter“ und Wind nicht schlecht.

„Die Händler entscheiden selbst, ob sie bei extremer Kälte, Schnee sowie Glatteis ihren Stand aufbauen“, berichtete Natascha Vogt vom Ordnungsamt der Stadt Bückeburg. Bislang hat es kaum Probleme damit gegeben. „Der Blumenhändler kommt vielleicht bei Minus zehn Grad mal nicht“, sagte Vogt, die selbst gern regelmäßig den Wochenmarkt besucht und dort auch einkauft. Somit kann die Mitarbeiterin der Stadt nur selbst bestätigen: „Es ist fast immer voll und gut besucht – im Sommer wie im Winter.“

Bis zu 27 Verkaufsstände präsentieren ihr Warenangebot von Fischspezialitäten, Fleisch- und Wurstwaren, Geflügel, Käse, Obst und Gemüse bis Antipasti, die sich durch Frische und Vielfältigkeit zu jeder Jahreszeit auszeichnen. Selbstgemachte Seife, Dekoartikel, Blumen, Kräuter, Honigprodukte, eine mobile Kaffeerösterei sowie sogar Gartenmöbel runden das Angebot ab. Bei größeren Veranstaltungen auf dem Marktplatz wird der Wochenmarkt auf die Straße „Am Rathaus“ verlegt.

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  • Rosalinda Cambria bietet Zitrusfrüchte aus Sizilien und eigener Ernte auf dem Wochenmarkt an.
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  • Andrea Uphoff, Verkäuferin vom Stand Hof Graue aus Böthel bei Stolzenau, kann ihre Kunden jetzt im Winter in einem beheizten Zelt begrüßen. tla (3)

Die Verkäuferinnen von der Landbäckerei Scholz sind gemeinsam mit Bäckermeister Dominik Scholz mit ihren Verkaufswagen stets an der gleichen Stelle vertreten. „Bei uns trinken viele Besucher ihren Kaffee“, so Ronja Pütz. Momentan sind Vollkornbrote gefragt. „Vielleicht, wegen der guten Vorsätze, gesünder ins neue Jahr zu starten“, sagte Dominik Scholz, der zudem stolz darauf ist, dank eines neuen Konditormeisters, jetzt auch Brownies mit Walnüssen oder Schokosahne- sowie Schwarzwälderkirschschnitten anbieten zu können.

Bei Rosalinda Cambria und ihrem Vater aus Sizilien gibt es die notwendigen Vitamine in Form von Zitrusfrüchten wie Orangen, Mandarinen, Blutorangen oder Zitronen. Das Obst stammt aus eigener Ernte und ist unbehandelt. „Bis Juli sind wir hier in Bückburg“, sagte Rosalinda Cambria, die den restlichen Sommer dann in ihrer Heimat Italien verbringt. Selbsthergestelltes Olivenöl wird ebenfalls angeboten.

Wer vielleicht mal keine Lust zum Kochen hat, aber nicht auf eine gute Suppe verzichten möchte, der ist bei Andrea Uphoff am Stand vom Hof Graue aus Böthel bei Stolzenau genau richtig. „Die Saunasuppe ist sehr beliebt. Aber auch Kohlroulade aus den Gläsern“, berichtete Uphoff. Zu ihr kommen die Kunden gerne in das beheizte Zelt und kaufen momentan zudem viel Rosenkohl, Porree oder winterlichen Feldsalat. „Diese Honigtomaten sind schwer zu finden – aber besonders gut“, erläuterte die Verkäuferin, die allerdings gestehen muss, dass diese dazubestellt werden und nicht aus eigenem Anbau stammen.




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