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Erfreuliche Signale für die nahe Zukunft beim Neujahrsempfang der Stadtkirchengemeinde

Schatten, Licht und Spaß bei „Dinner for one“

Bückeburg (mig). Die Stadtkirchengemeinde ist über den Berg: Das zumindest war der Eindruck, den man beim Neujahrsempfang im Gemeindehaus bekommen konnte. Trotz Kündigungen und Stundenkürzungen richtete sich der Blick der haupt-, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in die Zukunft. „Wichtig ist, dass wieder alle drei Pfarrstellen besetzt sind“, formulierte es Gast Heinz Krause.

veröffentlicht am 07.01.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:41 Uhr

Nur Licht hielt das vergangene Jahr für die Stadtkirchengemeinde allerdings nicht bereit. Wehmütig stimmte manchen Gast vor allem die Schließung des Martin-Luther-Hauses und die Kündigung von Mitarbeitern. „Das war schon sehr traurig“, lautete der Tenor unter den Anwesenden. In seiner Neujahrsansprache wählte Pastor Wieland Kastning dann den Vergleich einer Wanderung, um die Ereignisse der vergangenen Monate zu charakterisieren. Diese Tour sei sehr schmerzhaft gewesen, weil sie mit der Kündigung von geschätzten Mitarbeitern, Stundenkürzungen und der zeitweiligen Aufgabe der Kinderstunde am Donnerstag verbunden gewesen sei. Alternative Arbeitsplätze habe man trotz großen Ringens nicht gefunden.

Insgesamt zeigte sich Kastning überzeugt, dass man den richtigen Kurs eingeschlagen hat. Man habe endlich Konsequenzen ziehen müssen aus Entwicklungen, die sich im vergangenen Jahrzehnt vorbereitet hätten. „Diese Entscheidungen, die wehgetan haben und noch wehtun, mussten wir treffen, um die finanzielle Situation nachhaltig zu konsolidieren“, so Kastning weiter. Der Haushalt sei nun ausgeglichen.

Seinen Dank richtete der Geistliche dann an alle Mitarbeiter. Sie seien diese Etappe engagiert, geduldig und zuversichtlich mitgegangen und hätten sich das Vertrauen in die handelnden Personen bewahrt. Künftige leichtere Etappen wollte Kastning zwar nicht zeichnen, er zeigte sich aber überzeugt, dass man „bei der Aufgabe des letzten Jahres“ über den Berg sei. Gezeigt habe sich zudem, dass freiwilliges Engagement da wachse, wo wichtige Arbeit von Hauptamtlichen nicht mehr getan werden könne. „Da hat es viel Ermutigendes und Erfreuendes gegeben“, meinte Kastning abschließend.

Beispiele für diese erfreulichen Signale gab es beim Neujahrsempfang der Stadtkirchengemeinde tatsächlich mehr als genug. Da sind beispielsweise Manuela Knief und Renate Tomasi, die sich in der neu gegründeten Hospizgruppe engagieren. „Wir werden in Zukunft Menschen im Krankenhaus, im Altenheim aber auch privat zu Hause besuchen“, sagen die beiden Frauen, die derzeit ausgebildet werden. Wichtig sei, dass man sich zurücknehmen und zuhören könne. „Oft reicht es schon mit dem Anderen zu schweigen und seine Hand zu halten“, erläutert Renate Tomasi. Ein weiterer Vorteil sei der der Neutralität. „Mit einer unbekannten Person kann man manche Sachen besser bereden, als mit einem Familienangehörigen.“

Wie schwierig sich die Betreuung Sterbender gestalten kann, hat Manuela Knief am eigenen Leib erfahren. „Ich habe meine Schwiegereltern gepflegt und mir oft einen kompetenten Ansprechpartner gewünscht“, erläutert sie. Und ergänzt: „Ich war damals sehr hilflos und habe nicht gewusst, wie ich mit dem Tod umgehen soll.“

Hilfestellung wollen die beiden Frauen aber auch nicht nur den Sterbenden und ihren Angehörigen geben. „Wir wollen auch die Kranken- und Altenschwestern entlasten“, sagen sie. Diese hätten – bei den Vorgaben der Krankenkassen – oft nur wenig Zeit für eine angemessene Begleitung. Manuela Knief: „Es gibt viel zu viele Menschen, die einsam sterben.“

Höhepunkt der Veranstaltung war dann eine Aufführung des Silvester-Sketchs „Dinner for one“. Dr. Jürgen Höcker und Cornelia Kastning bekamen für ihre Darstellung zu Recht viel Applaus. Nach dem Buffet blieb Zeit für viele Gespräche.

Szene mit hohem Wiedererkennungswert: Silvester-Sketch „Dinner for one“ mit Dr. Jürgen Höcker und Cornelia Kastning.

Foto: mig




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