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Großer Bahnhof beim Abschied von einem beliebten Stadtbrandmeister

Schluss-Akkord nach 41 Jahren für Rolf Schaper

Obernkirchen (sig). Seit dem 1. Juli ist Rolf Schaper kein Ehrenbeamter der Bergstadt mehr. Bürgermeister Oliver Schäfer verabschiedete ihn am Freitag vor zahlreichen Ehrengästen in der leer geräumten Fahrzeughalle der Stützpunktwehr. Das Stadtoberhaupt ernannte ihn auf Beschluss des Rates zum Ehrenstadtbrandmeister.

veröffentlicht am 03.07.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 02:41 Uhr

Danach führte er Clemens Keich als Nachfolger ein. Gleichzeitig übernahm Markus Engelhardt kommissarisch die Leitung der Ortswehr. Dessen Stellvertreter ist Burkhard Bödecker, der diese Funktion schon vorher bei Clemens Keich bekleidete.

Erwartungsgemäß gab es zum letzten Mal einen „Großen Bahnhof“ für Rolf Schaper, das Feuerwehr-Urgestein der Bergstadt. Mit dabei waren Landrat Jörg Farr, Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote und zahlreiche weitere Führungskräfte der Wehren aus dem Schaumburger Land, der Leitende Hauptkommissar Werner Steding, Obernkirchens DRK-Chef Dieter Horstmeyer sowie Ratsmitglieder und andere Wegbegleiter.

Welches ungewöhnliche Engagement Schaper in seinem Ehrenamt leistete, beweist die Tatsache, dass er schon neun Jahre nach seinem Eintritt stellvertretender Ortsbrandmeister wurde. Stadtbrandmeister war er über 16 Jahre lang. Länger geht nicht, weil mit dem Erreichen des 62. Lebensjahres Schluss sein muss. Bei dieser gesetzlichen Vorgabe kann sich in nächster Zeit etwas ändern, aber eine neue Regelung käme für Rolf Schaper zu spät.

Bürgermeister Oliver Schäfer ernennt Rolf Schaper zum Ehrenstadtbrandmeister. Im Hintergrund Anita Schaper.

Der Bürgermeister erkannte an, dass diese Funktion angesichts der schmalen Finanzen der Bergstadt nicht immer pures Vergnügen ist. Immerhin wurden in Schapers Amtszeit sieben Feuerwehrfahrzeuge angeschafft und dazu viele weitere Ausrüstungsgegenstände. Großen Wert legte der bisherige Stadtbrandmeister auch auf die Nachwuchsförderung. „Er hat Feuerwehr gelebt und wird ihr weiterhin erhalten bleiben“, lautete eines der Schlussworte von Oliver Schäfer.

Landrat Jörg Farr lobte die natürliche Autorität, das Fachwissen und die Offenheit des scheidenden Feuerwehrführers. Er sei immer mit Herzblut bei der Sache gewesen und zu Recht im Vorjahr mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold ausgezeichnet worden.

Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote bescheinigte Schaper, er habe viel für die Verbesserung des Brandschutzes in der Bergstadt getan. Unter anderem wurden zwei Löschteiche an der Kalten Weide und an der Regede angelegt. Zuletzt habe er noch erreicht, dass sich die Stadt verpflichtete, im Jahre 2014 Digitalfunkempfänger anzuschaffen.

Rolf Schapers Stellvertreter Fritz Kranz hob das Pflichtbewusstsein, das Verantwortungsgefühl und den guten Führungsstil des scheidenden Stadtbrandmeisters hervor. Er wünschte dessen Nachfolger Clemens Keich eine ebenso erfolgreiche Arbeit. Durch das Klinikum in Vehlen kämen neue Aufgaben und Verantwortungen auf die heimischen Wehren zu.

Nach einigen weiteren Grußworten bedankte sich der so vielfach Geehrte zunächst bei seiner Ehefrau Anita und danach bei allen anderen Wegbegleitern während seiner 41-jährigen Amtszeit. Ein Bonmot: Als in der Heimat wieder einmal ein Sturzregen niederging, ereilte ihn ein Alarmanruf aus Obernkirchen: „Wir haben Hochwasser!“ Schapers Antwort: „Ich sehe es, ich bin gerade auf der Mosel.“

Zu guter Letzt Schapers allerletzte Amtshandlung: Er ernannte Clemens Keich zum 1. Hauptbrandmeister und Markus Engelhardt zum Löschmeister.




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