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Bündnis für Familie organisiert Filmvorführung und Diskussion über Schönheitsideale

Schönheitsideale: „Oma, an deinem Hals wabbelt es so“

BÜCKEBURG. Zum Weltfrauentag hat das Bückeburger Bündnis für Familie den Dokumentarfilm der australischen Journalistin Taryn Brumfitt zum Thema „bodyshaming“ gezeigt. Etwa 50 Frauen, auch aus dem Auetal und Rinteln, waren in die ehemalige Landfrauenschule gekommen, um zu erfahren, weshalb sich so viele Mädchen und Frauen zu groß, zu dünn oder zu wenig blond fühlen. Mit dabei die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Schaumburg, Nadine Pasel sowie Ingetraud Wehking vom Mädchen- und Frauenberatungszentrum Basta.

veröffentlicht am 10.03.2019 um 14:00 Uhr
aktualisiert am 10.03.2019 um 17:20 Uhr

Anlässlich des Weltfrauentages wurde in der Landfrauenschule ein Film zum Thema Schönheitsideale gezeigt. Anschließend gab es eine angeregte Diskussion dazu. Foto: gn

Autor:

Gabi Nachstedt und Jakob Gokl

BÜCKEBURG. Zum Weltfrauentag hat das Bückeburger Bündnis für Familie den Dokumentarfilm der australischen Journalistin Taryn Brumfitt zum Thema „bodyshaming“ gezeigt. Etwa 50 Frauen, auch aus dem Auetal und Rinteln, waren in die ehemalige Landfrauenschule gekommen, um zu erfahren, weshalb sich so viele Mädchen und Frauen zu groß, zu dünn oder zu wenig blond fühlen. Mit dabei waren die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Schaumburg, Nadine Pasel, sowie Ingetraud Wehking vom Mädchen- und Frauenberatungszentrum Basta.

In dem Film wird zunächst gezeigt, dass selbst Models mit ihrem scheinbar perfekten Äußeren auf Kriegsfuß stehen. Sie stehen ständig unter Druck, um sich unter Qualen auf die Maße von Magersüchtigen herunterzuhungern. Mit diesem vermeintlichen Schönheitsideal vergleichen sich weltweit viele Frauen und sind mit ihrem Körper unzufrieden. Sie machen Diäten, gehen zur Schönheits-Operation und führen einen Krieg gegen sich selbst.

Im Anschluss forderte Wehking die Zuschauerinnen auf zu notieren, weshalb sie sich schön finden. Das fiel den Frauen äußerst schwer, und die meisten mussten lange überlegen. Dazu Wehking: „Ich habe euch extra nicht gefragt, was euch an eurem Aussehen nicht gefällt, das hätte vermutlich schneller geklappt.“

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde vielfach der Einfluss der Medien auf junge Mädchen angesprochen, die durch ein auf Äußerlichkeiten reduziertes Frauenbild stark beeinflusst würden.

Mitorganisatorin Sandra Schauer erinnert sich etwa an eine Frau, die aus einem Gespräch mit ihrer Enkelin berichtete. „Oh Oma, du hast eine Falte an der Stirn. An deinem Hals wabbelt es so. Das musst du mal wegmachen.“ Aber die Frau habe ihrer Enkelin erklärt, „so sieht das eben aus, wenn man älter wird“, erinnert sich Schauer.

Thematisiert wurde auch, dass die Zeitschrift „Brigitte“ eine Weile lang versucht hatte, ganz normale Frauen auf die Titelseite zu nehmen. „Jetzt sind es wieder Models“, so Schauer. Eine Diskutantin habe argumentiert, mittlerweile hätten sich viele so sehr an das „perfekte“ Äußere von Models gewohnt, dass sie nichts anderes mehr auf dem Titel wollen.

Der Umgang mit Sexualität gerade bei der heutigen Jugend wurde auch diskutiert, so Schauer. Etwa, wenn 14-Jährige bereits Nacktbilder von sich versenden würden.

Eine Mutter berichtete, sie schaue jetzt mit ihrer Tochter immer „Germany’s Next Topmodel“. Ihre Tochter finde es toll, sie selbst oft bedenklich. Angeregt wurde diskutiert, wie damit umzugehen sei. Etwa anderthalb Stunden wurde in großer Runde debattiert. Kleingruppen blieben, bis die Landfrauenschule geschlossen wurde.




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