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Schulneubau statt Sanierung?

BÜCKEBURG. Mindestens 12,5 Millionen Euro für etwa 450 Schüler: Als diese Zahl in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses genannt wurde, war das Thema Neubau einer neuen Grundschule statt der Sanierung der Grundschule Am Harrl sofort vom Tisch. „Können wir uns nicht leisten. Wenn wir es machen, wird die Stadt wegen ihrer Haushaltslage über Jahre unter Zwangsverwaltung gesetzt“, lautete der einstimmige Tenor im Ausschuss. Was stattdessen gemacht wird, lesen Sie morgen in Ihrer SZ/LZ oder hier:

veröffentlicht am 23.11.2018 um 12:32 Uhr
aktualisiert am 23.11.2018 um 19:10 Uhr

In jedem Klassenraum hatten Schüler und Lehrer die Mängel aufgelistet, die dringend behoben werden müssen, wie Rektorin Antje Kronenberg beim Ortstermin des Schulausschusses erläuterte. Foto: rc
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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Dabei ging es unter dem Tagesordnungspunkt „Erarbeitung eines Schulentwicklungskonzeptes für die Stadt Bückeburg“ in der Aula der Grundschule an der Ulmenallee eigentlich nur darum, dass im Haushalt für das Jahr 2019 weitere 30 000 Euro bereit gestellt werden, um eben dieses Konzept durch einen Gutachter entwickeln zu lassen. 10 000 Euro sind bereits 2017 und 2018 in den Haushalt eingestellt worden. Das Entwicklungskonzept, beantragt von der CDU-Fraktion, soll beleuchten, welches Investitionen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten an den vier städtischen Grundschul-Standorten (Grundschule Am Harrl, Im Petzer Feld, Evesen und Meinsen) notwendig sind, um Anforderungen der Ganztagsbetreuung, Inklusion, Digitalisierung, Schule als Betrieb sowie bauliche und energetische Maßnahmen wie etwa auch Feuerschutz erfüllen zu können.

Im Zuge dieser Diskussion war in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses im August bekannt geworden, dass in die Grundschule Am Harrl mindestens drei Millionen Euro investiert werden müssen, um zumindest bauliche und feuerschutztechnische Auflagen erfüllen zu können. Nicht enthalten sind weitere Einbauten wie Lüftungsanlage oder Brandmeldeanlage, ganz zu schweigen vom Ausbau des derzeit ungenutzten Dachgeschosses, um weitere dringend Klassen- und Gruppenräume zu erhalten.

„Eine Summe, die uns erschreckt hat und uns noch einmal zum Überlegen gebracht hat“, wie Rektorin Antje Kronenberg im Schulausschuss am Mittwochabend sagte. Es sei die Frage, ob die Stadt mit einer Sanierung nicht zu kurz springt und ob den stetig steigenden Anforderungen Genüge getan werden könne. Überlegungen, die samt Raumkonzept in einem Antrag an die Stadt gemündet sind: „Bevor Millionen in das alte denkmalgeschützte Gebäude investiert werden, stellt sich die Frage, ob ein moderner Neubau auf lange Sicht nicht wirtschaftlicher ist und den veränderten Anforderungen an Schule nicht angemessener wäre.“

Mit Warnhinweisen haben Schüler und Lehrer kenntlich gemacht, dass selbst der Boden in Fluren und Klassen mit Vorsicht zu genießen ist. Foto: rc
  • Mit Warnhinweisen haben Schüler und Lehrer kenntlich gemacht, dass selbst der Boden in Fluren und Klassen mit Vorsicht zu genießen ist. Foto: rc
Auf dem ungenutzten Dachboden stapeln sich alte Tische und Stühle. Wenn er ausgebaut werden könnte, wäre noch Platz für einige Klassen-, Gruppen- oder Fachräume. Foto: rc
  • Auf dem ungenutzten Dachboden stapeln sich alte Tische und Stühle. Wenn er ausgebaut werden könnte, wäre noch Platz für einige Klassen-, Gruppen- oder Fachräume. Foto: rc

Ein Antrag, dessen inhaltliche Begründung dem Ausschuss durchaus einleuchtete: Wenn Kinder und Lehrer acht Stunden oder mehr in der Schule sind, wenn der ganze Ganztag kommt; wenn immer mehr kleine Gruppen- und Ruheräume gebraucht werden, wenn pädagogische Anforderungen oder die Inklusion umgesetzt werden sollen, wenn, wenn, wenn ….

Nur: Es fehlt das Geld. Ratsherr Dr. Jens Bartling (SPD): 12,5 Millionen Euro und mehr würde die Stadt gewaltig überfordern.“ Wolfhard Müller (SPD): Wenn wir es machen, können wir auf Jahre nichts mehr selbst entscheiden.“ Michael Pohl (CDU): „Zwangsverwaltung.“ Zu veräußern wäre das Gebäude auch nicht, als Zweigstelle müsste ebenfalls saniert werden. Damit war das Thema vom Tisch.

Eine längere Debatte entspann sich dennoch darum, ob der Gutachter überschlägig die Kosten für einen zweiten „zentralen Schulstandort“ ermitteln soll, einem Ansinnen, dem der Bau- und Umweltausschuss auch im August bereits eine Absage erteilt hatte, als er sich für die Untersuchung der vier Grundschul-Standorte, aber gegen einen zweiten zentralen Standort ausgesprochen hatte. Schlussendlich folgte auch der Schulausschuss dieser Empfehlung.

Nun werden die weiteren Haushaltsberatungen zeigen, was für 40 000 Euro begutachtet wird. Und: Für den ersten Abschnitt der Sanierung der Grundschule Am Harrl stehen 500 000 Euro in den Entwürfen, weitere 200 000 Euro erhält die Stadt aus KIP-II Mitteln (Kommunalinvestitionsförderungsgesetz). Denn es besteht dringender Handlungsbedarf.

Der wie folgt aussieht:

Fast wie in einer Projektwoche hatte sich die Grundschule Am Harrl vorbereitet, um den Mitgliedern des Schulausschusses während ihrer Sitzung die gröbsten Mängel in ihrem Gebäude und ihren Klassen aufzuzeigen. In jeder Klasse war an die Tafel geschrieben, was dort – im einzelnen oder generell - im Argen liegt. Zu warm im Sommer, zu kalt im Winter, keine Grupperäume, zu kleine Klassen, zu hohe Decken oder Fenster, aus denen keiner gucken kann, lauteten einige Kritikpunkte. Andere griffen die maroden Sanitäranlagen auf, die schlechte und zu laute Akustik oder aber die Schulhofgestaltung.

Bleibenden Eindruck hinterließ beim Ausschuss das zu Zeiten des Adolfinums für Musik- und Kunstunterricht genutzte Dachgeschoss. Es steht heute leer und wird als Lagerraum genutzt. In einem Bereich ist die Hausmeisterwohnung. Reichlich Platz, um hier noch etwas zu machen, hieß es bei einigen Politikern am Rande.rc




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