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Pilottprojekt der Kirchen: Erste Feier zu Ehren der heiligen Barbara in Kleinenbremen

Schutzpatronin aller Bergleute

KLEINENBREMEN. Barbara von Nikomedien ist eine tapfere Frau. Für ihre Überzeugung geht die christliche Jungfrau in den Tod. Als Barbara sich weigert, ihren Glauben und die jungfräuliche Hingabe an Gott aufzugeben, wird sie in einen Turm gesperrt, gefoltert und schließlich geköpft. Das Schwert führt ihr eigener Vater Dioscuros, verschiedenen Quellen zufolge ein König oder wohlhabender Kaufmann in der heutigen Türkei oder dem Libanon, auf jeden Fall aber aus christlicher Sicht ein Heide. So geht die Legende.
Jetzt soll ein Pilotprojekt an jene Märtyrerin erinnern, die im 3. oder 4. Jahrhundert gelebt haben könnte. Erstmals kommt es am Dienstag, 4. Dezember, zu einer öffentlichen Barbarafeier.

veröffentlicht am 28.11.2018 um 11:30 Uhr
aktualisiert am 30.11.2018 um 15:00 Uhr

Im Tscherperraum: Gemeindereferent Ulrich Geschwinder, die Pfarrer Manfred Pollmeier und Ekkehard Karottki (von links). Hier wird am Barbaratag eine Statue gesegnet. Foto: ly

Autor:

Stefan Lyrath
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Den Schulterschluss üben bei dieser ökumenischen Veranstaltung die katholische Gemeinde St. Walburga in Porta Westfalica, die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Kleinenbremen sowie Besucher-Bergwerk und Museum.

Orte des Geschehens sind der Kompressorraum des Museums, der Steinbruch und Teile der stillgelegten Erzgrube. Das ergibt Sinn, denn Barbara ist unter anderem die Schutzpatronin aller Menschen, die mit Sprengstoff arbeiten, darunter auch Bergleute. Gefeiert wird der Barbaratag deshalb bevorzugt in Bergwerken und Stollen der westlichen Welt.

Mirko Ignatz, Geschäftsführer von Besucher-Bergwerk und Museum, kennt Barbarafeiern von seiner früheren Wirkungsstätte Ramsbeck im Sauerland. „Ich war davon sehr berührt“, erinnert er sich. Der katholische Pfarrer Manfred Pollmeier meint, dass sich eine ökumenische Veranstaltung in diesem Fall geradezu aufdrängt. „Im dritten oder vierten Jahrhundert gab es noch kein Evangelisch und Katholisch“, so Pollmeier.

Durch den Steinbruch wird am 4. Dezember eine Prozession ins Besucher-Bergwerk führen. Foto: LY
  • Durch den Steinbruch wird am 4. Dezember eine Prozession ins Besucher-Bergwerk führen. Foto: LY

Ekkehard Karottki, Pfarrer in Kleinenbremen, hofft auf eine dreistellige Besucherzahl bei der Premiere. Beteiligt sind daran auch die Jungen und Mädchen des örtlichen Kindergartens. Ulrich Geschwinder, Gemeindereferent in St. Walburga, sieht sich an diesem Tag „mit allen Menschen verbunden, die ähnliche Feiern begehen“.

Begrüßt werden die Gäste am 4. Dezember, dem Barbaratag, um 16 Uhr im Kompressorraum des Museums, wo fünf Minuten später ein Gottesdienst beginnt. Um 16.45 Uhr startet eine Prozession, die durch den Steinbruch in die unterirdischen Stollen führt. Gegen 17 Uhr werden im Tscherperraum, wo früher Bergleute ihre Mahlzeiten einnahmen, eine Statue der heiligen Barbara und der Raum selbst gesegnet. Mit einem geselligen Zusammensein im Foyer des Museums klingt die Feier von 17.30 Uhr an aus.

Während der Feier werden Zweige verteilt. Hintergrund ist der Brauch, am Barbaratag Zweige von Obstbäumen ins Wasser zu stellen, damit diese bis Heiligabend blühen. „Für alle, die Barbara heißen, gibt es außerdem eine Überraschung vom Museum“, kündigt Mirko Ignatz an.

Um die heilige Barbara, ihre Legende und die Verehrung, geht es am Donnerstag, 29. November, von 18.30 bis 19.30 Uhr in einem Museumsgespräch mit Markus Miller, dem wissenschaftlichen Volontär des Hauses. Miller ist katholischer Theologe und Kunsthistoriker. Um Anmeldungen unter Tel. (0 57 22) 90 223 wird gebeten.




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