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Zuletzt 80 Pneus in Nammen

Serie geht weiter: Unbekannte laden alte Reifen im Wald ab

RÖCKE/NAMMEN. Erneut haben Unbekannte illegal alte Autoreifen entsorgt, diesmal in Nammen. Zwischen dem Sportplatz am Wald und der Schranke zum Naturschutzgebiet Unternammerholz hat Revierförster Achim Büscher rund 80 ausrangierte Pneus gezählt.

veröffentlicht am 05.03.2019 um 12:29 Uhr

Das Schild „Naturschutzgebiet“ (hinten) hat die Täter beim illegalen Entsorgen der Reifen offenbar nicht sonderlich beeindruckt. Foto: ly

Autor:

Stefan Lyrath
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RÖCKE/NAMMEN. Diese sind dort vermutlich in der Nacht zu Mittwoch, 27. Februar, abgeladen worden. Der Fundort liegt nahe der Grenze zu Röcke.

„So etwas habe ich in 25 Jahren vielleicht zwei Mal erlebt“, sagt Büscher. „Dieser Fall sprengt den Rahmen.“ Es ist jedoch kein Einzelfall: Zuletzt waren rund 200 Reifen in Hahlen gefunden worden, etwa 50 am Waldrand bei Häverstädt (beides Stadtteile von Minden) sowie gut 30 am Mittleren See in Porta Westfalica-Costedt.

Auffällig ist, dass sich an den meisten Reifen (zum Teil mit Felgen), die in Nammen entdeckt worden sind, Erde befindet. Die Gummis sehen nicht aus, als kämen sie direkt aus einer Werkstatt, sondern eher so, als hätten sie vorher im Freien gelegen.

Nach ersten Funden an anderen Stellen hatte Büschers Kollege Markus Uhr, als Förster zuständig für das Wiehengebirge, dazu die Vermutung geäußert, „dass es sich um Siloreifen von einem Bauernhof oder Ähnlichem handelt“. Uhr könnte sich außerdem vorstellen, dass Wiederholungstäter am Werk sind.

Noch fehlt jedoch eine heiße Spur. „Wir haben bisher keinerlei Hinweise, die auf eine mögliche Täterschaft hindeuten“, berichtet Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde in Minden. Tipps aus der Bevölkerung können hilfreich sein. „Wenn man das Gefühl hat, Täter auf frischer Tat zu beobachten, gibt es nur eine Nummer: 110“, so Steinmeyer. „Wir sind dann sicherlich am schnellsten vor Ort.“

In anderen Fällen können sich Bürger an das Portaner Ordnungsamt, (0571) 79 10, Revierförster Achim Büscher, 0171-5 87 35 68, oder die Polizei in Minden, (0571) 8 86 60, wenden. Täter müssen mit einem Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit rechnen. „Die Entsorgungskosten muss die Stadt Porta Westfalica zahlen“, erklärt Büscher. „Den Schaden trägt also die Allgemeinheit.“ Soll heißen: der Steuerzahler.

Zunehmend Sorgen bereiten den Förstern auch Gartenabfälle, die im Wald entsorgt werden. „Häufig kommt es dadurch zur Auswilderung von nicht heimischen Pflanzenarten, so genannten Neophyten“, erklärt Büscher. „Einige von ihnen können die heimische Vegetation vollständig verdrängen, zum Beispiel Chinesischer Knöterich oder Drüsiges Springkraut.“ Vielleicht wissen das einige Gartenbesitzer nicht. Dass Altreifen nicht in den Wald gehören, weiß dagegen jeder.




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