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„Jugend forscht“-Team des Adolfinums gewinnt Regionalwettbewerb / Info-Chip soll Mitschülern helfen

„SSS-RFID“ sagt den Eltern: „Ich komme heute früher“

Bückeburg. Sie haben gebastelt und gelötet, Programme getippt und manchmal bis tief in die Nacht nach Fehlern gesucht: Anna-Lena Kruse, Wiebke Später und Henning Hartmann. Mit ihrer neuen Erfindung – einem „SchulServiceSystem-RFID“ – wiederholten die Adolfiner ihren Erfolg von 2008. Sie siegten beim Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“, respektive „Jugend forscht“. Die Bückeburger holten sich den Regionalsieg im Bereich Mathematik/Informatik: einen Geldpreis in Höhe von 800 Euro sowie zwei Sonderpreise der Firma Nexans und der Freimaurerloge „Friedrich zum weißen Pferde“.

veröffentlicht am 17.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 09:21 Uhr

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RFID oder auch „Radio Frequency Identification“ – diese Buchstabenkette kennen nicht nur Eingeweihte. Schon heute wird die neue Technik in der Logistik eingesetzt. In Zukunft soll damit ein „Internet der Dinge“ eingerichtet werden. Die drei Adolfiner haben die Technik jetzt genutzt, um ein sogenanntes „SchulServiceSystem-RFID“ aufzubauen.

„Seit unsere Schule vor einigen Jahren um die Klassenstufen 5 und 6 erweitert wurde, sind uns einige Schwierigkeiten, besonders der jüngeren Schüler, aufgefallen. Bereits das Lesen des Vertretungs- und Busfahrplans stellt eine Schwierigkeit für sie dar. Fragen wie ,Mit welchem Bus muss ich fahren?‘ sind keine Seltenheit“, erklärt Anna-Lena Kruse. Problematisch auch: Weil auf dem Schulhof ein Handyverbot herrscht, können die Schüler ihre Eltern bei Stundenausfall nur schwer benachrichtigen. Kruse: „Viele der jungen Schüler trauen sich nicht, vom Sekretariat anzurufen.“

Die Lösung: Ein RFID-Chip, der an die Schüler verteilt wird (beispielsweise als Schlüsselanhänger). Damit kann sich der Auskunftssuchende an einem Terminal per „elektronischem Etikett“ (Tag) identifizieren, Informationen über seinen Vertretungs- oder Busfahrplan einholen und eine SMS oder E-Mail an die Eltern schicken („Ich komme später“).

„Eine gründliche Analyse der bereits auf dem Markt vorhandenen Systeme zeigte, dass es so ein System bisher nicht gibt“, so Kruse. Also ging das Forschen los. Das System kann beliebig erweitert werden und auch andere Aufgaben – beispielsweise bei der Bücherausleihe – übernehmen. Damit die Sicherheit der individuellen Informationen gewährleistet ist, haben die drei Erfinder die Schülerkonten passwortgeschützt.

Bei der schweren Aufgabe – die Gymnasiasten mussten ein Lesegerät basteln, Webseiten in PHP und HTML erstellen, Datenbanken programmieren und Ansteuerungssoftware in Java schreiben – konnte das Trio von den Erfahrungen des vergangenen Jahres profitieren. Damals gewannen Anna-Lena Kruse und Wiebke Später den Regionalwettbewerb mit einem Lego-Sortierroboter, Henning Hartmann siegte mit seinem von ihm konstruierten Anhängesystem.

Trotzdem: „Wir waren super überrascht über den Erfolg. Damit haben wir nicht gerechnet“, so Anna-Lena Kruse. Zwar habe man sich im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, mit welchem Thema man einen „Wow-Effekt“ erzeugen könnte, „dass unser System aber so gut ankommt, damit haben wir nicht gerechnet.“ Ganz im Gegensatz zu Lehrer Martin Rüther. Er hat das Team in der jetzigen Konstellation zusammengestellt und über den Zeitraum des Projekts begleitet. „Das etwas dabei herauskommt war mir klar, die drei sind sehr begabte Schüler.“

Warum die Jugendlichen – trotz Schulstress und Praktikum – an dem Wettbewerb teilnehmen? „Man lernt interessante Menschen kennen, die sich für dasselbe interessieren“, erklärt Anna-Lena Kruse (Berufsziel: Robotik oder Astrophysik). Wiebke Später (Berufsziel: Schauspielerin) ergänzt: „Die Entwicklung hat viel Spaß gemacht, wir haben uns gut ergänzt.“ Henning Hartmann (Berufsziel: Elektrotechnik): „Man bekommt ein Feedback.“

Wie es mit dem neuen System weitergeht, ist noch nicht raus. Einen Probelauf gab es zwar schon, ob das SSS-RFID aber auch am Adolfinum zum Einsatz kommt, konnten die Schüler noch nicht sagen. Jetzt werden die Forscher erst einmal am Landeswettbewerb teilnehmen. Ihr Ziel: der Bundeswettbewerb.




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