weather-image
13°

Abbruchtechniker entsorgen Reste der „Pinta“-Halle

Technik-Neubau auf Pinta-Brandruine geplant

BÜCKEBURG. An der Kreuzbreite 4 läuft derzeit der Abriss der „Pinta“-Brandruine; Mitarbeiter der Paul Kamrath Abbruchtechnik GmbH aus Dortmund sind mit einem Bagger und Containern vor Ort, entsorgen den Schutt. Der alte Firmensitz der Abdichtungs-Spezialisten war am 26. September 2018 einem Großbrand zum Opfer gefallen. „Mit dem Aufräumen des Geländes wollen wir Ende des Monats fertig sein“, berichtet Felix Illbruck. Die Verhandlungen mit der Versicherung hätten den Beginn der Arbeiten verzögert.

veröffentlicht am 10.01.2019 um 12:27 Uhr
aktualisiert am 10.01.2019 um 16:55 Uhr

Mitarbeiter der Paul Kamrath Abbruchtechnik GmbH aus Dortmund entsorgen nach dem Großbrand auf dem Pinta-Gelände an der Kreuzbreite 4 den Schutt. Die Arbeiten sollen Ende des Monats abgechlossen sein. Foto: tw

Autor:

THOMAS WÜNSCHE
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BÜCKEBURG. An der Kreuzbreite 4 läuft derzeit der Abriss der Pinta-Brandruine. Mitarbeiter der Paul Kamrath Abbruchtechnik GmbH aus Dortmund sind mit einem Bagger und Containern vor Ort, entsorgen den Schutt. Der alte Firmensitz der Abdichtungs-Spezialisten war am 26. September 2018 einem Großbrand zum Opfer gefallen. „Mit dem Aufräumen des Geländes wollen wir Ende des Monats fertig sein“, berichtet Felix Illbruck. Die Verhandlungen mit der Versicherung hätten den Beginn der Arbeiten verzögert.

Illbruck, der seit Oktober 2018 neben Wolf-Rüdiger Daniel die Geschäfte der Abdichtungs-Spezialisten an der Kreuzbreite führt (Daniel geht im April 2019 in den Ruhestand), hat mit dem 1800 Quadratmeter großen Gelände Bedeutendes vor: „Dort soll ein Technikum entstehen, ein Intelligenz-, Forschungs-, Entwicklungs- und Testzentrum für die gesamte Pinta-Elements-Gruppe.“

Nur wenige Tage vor dem Brand hatte die Führung der Firma in einem Gespräch mit dieser Zeitung noch überlegt, ob der Standort Kreuzbreite 4 durch den Neubau überflüssig und veräußert werden könnte. Das ist mit dem Technikum nun vom Tisch.

„In diesem Technikum“, so der Unternehmer, „werden wir Prototypen von Produktionsstraßen auf Herz und Nieren prüfen und der Kundschaft neue Produkte präsentieren.“ Das Gelände sei dafür groß genug. Allein für den Baukörper rechnet Illbruck mit einem Investitionsvolumen von 800 000 Euro, die Technik wie Labors und Gerätschaften noch nicht mitgerechnet. Pinta schwebt ein doppelstöckiger Bau vor, der in Form und Farbe dem Neubau an der Kreuzbreite 36 gleichen soll. Erste Angebote seien bereits eingeholt und würden derzeit ausgewertet. Gehe es mit dem Bauantrag zügig, soll das Technikum noch Ende des dritten Quartals 2019 seinen Betrieb aufnehmen. Dafür werde Pinta junge Chemie-Ingenieure und Labortechniker suchen und einstellen. Während das Finden von Fachkräften an anderen Pinta-Standorten wie in München und der Schweiz schwierig sei, erwartet Illbruck diese Probleme im Schaumburger Land nicht. „Als wir kürzlich eine Stelle im Innendienst ausgeschrieben haben, haben sich 25 qualifizierte Leute darauf beworben“, freut sich der Unternehmer und ergänzt: „Das ist der Traum einer jeden Firma.“ Doch das Wichtigste sei zunächst einmal, dass das Gelände der Brandruine schnell geräumt werde.

Glück im Unglück hatte Pinta am 26. September 2018 dank des Umstandes, dass zeitgleich mit dem Brand der 4000 Quadratmeter große Hallenneubau samt Bürotrakt an der Kreuzbreite 36 fertiggestellt wurde und große Teile des Anlagen-Arsenals bereits dorthin verlagert worden waren. „Das Schwerste war daher auch nicht, die Produktion am Laufen zu halten, sondern die Mannschaft nach dem Brand wieder neu zu motivieren“, sagt Illbruck. Denn nicht wenige Mitarbeiter hätten gedacht: „Das war‘s jetzt.“ Doch: „Wir haben nicht eine einzige Sekunde daran gedacht, den Standort Bückeburg aufzugeben“, so der Unternehmer. Der Imageschaden wäre in diesem Fall nämlich enorm gewesen, denn die Produktion der Dichtbänder an der Kreuzbreite sei qualitativ eine sehr hochwertige. Außerdem sei der Standort Bückeburg aufgrund der Nähe zu den großen Industriekunden in Deutschland „ideal“; sie ließen sich schnell beliefern.

Zwar konnte Pinta zu der Gesamthöhe des Brandschadens noch keine Zahl nennen, aber: Allein das Auffangen und Abpumpen des kontaminierten Löschwassers sowie das Abdichten des Kanals mit Beton hätten das Unternehmen rund 100 000 Euro gekostet. Eine Summe, die am Ende allerdings die Versicherung zahlen werde.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare