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Stansch-Experten raten: Einstellung und Anlageverhalten ändern / Thomas Hammer redet Klartext

„Thema Inflation wird uns weiterhin verfolgen“

Bückeburg (bus). „In einem schwierigen Umfeld benötigen Sie Flexibilität, Risikostreuung und einen verantwortungsbewussten Vermögensberater, der Ihr Kapital schützt und sicher durch die kritische Marktlage bringt“, hat das von Petra Sennholz-Jansohn gezogene Fazit eines von der Rintelner Stansch Kapitalmanagement & Service GmbH im großen Saal des Rathauses organisierten Informationsabends gelautet.

veröffentlicht am 26.10.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:41 Uhr

Es sei eine neue Zeitrechnung angebrochen, in welcher der Blick in den Rückspiegel bei neuen Anlagestrategien für die Zukunft nicht mehr helfe. Der Begriff „Risiko“ müsse neu definiert werden, erläuterte die Expertin. Und: „Einen schmerzlosen Weg aus der Staatsschuldenkrise gibt es nicht mehr. Trotzdem werden die Zentralbanken ihre Politik des leichten Geldes wohl oder übel fortsetzen, sodass uns das Thema Inflation weiterhin verfolgen wird.“

Sennholz-Jansohn (Prokuristin) sowie die Geschäftsführer Dieter Stansch und Olav Maentel brachten dem Publikum im gut besuchten Rathaussaal das Veranstaltungsthema „Niedrige Zinsen und steigende Inflation – Chancen nutzen, Risiken vermeiden“ in drei Schritten näher. Zunächst zeigte ein Film mögliche Zukunftsszenarien für das Jahr 2017 auf: Griechen und Portugiesen zahlen in eigenen Währungen. Italien und Spanien halten sich nur durch eigentlich unbezahlbare Rettungsmaßnahmen über Wasser. Irland hat es geschafft. Staatsschulden verursachen permanente Nebengeräusche. Die Inflationsrate steigt. Die Zinsen bleiben niedrig.

„Man muss seine Einstellung und sein Anlageverhalten ändern“, gab das Trio anschließend in einem Wechselgespräch der Zuhörerschaft zu verstehen. „Wir leben in einer neuen Ära und müssen uns von gewissen Dingen lösen.“ Bei der Inflationsbekämpfung dürfe nicht mehr nur, wie derzeit häufig praktiziert, an Fest- und Tagesgelder oder das Sparbuch gedacht werden. „Wir müssen bereit sein, in Sachwerte zu investieren.“ Wichtig sei es zudem, die Scheu vor Kursschwankungen abzulegen. „Das sind letzten Endes nur Preisschwankungen.“ Wenig hilfreich sei es hingegen, das ersparte Geld unters Kopfkissen zu legen.

Thomas Hammer

Sennholz-Jansohn, Stansch und Maentel beleuchteten im Fortgang Vor- und Nachteile unterschiedlicher Anlageformen. Immobilien (gegenwärtig für private Nutzung absolut empfehlenswert), Gold (einfach wichtig, dass man es in der Krise hat), Fremdwährungen (es gibt solide Alternativen zum Euro), Rohstoffe (wegen der teils extremen Preisschwankungen möglichst einen breit gestreuten Index wählen), Aktien (zurzeit tendieren wir dazu vermögensverwaltende Fonds zu nehmen, die weltweit in die 100 besten Firmen investieren). Conclusio: Von allen Anlageklassen sind bei realistischer Betrachtung Aktien momentan die günstigsten.

Empfehlenswert sei unterdessen eine möglichst breite Streuung mit Investitionen in alle Anlageklassen. Wobei die Streuungsgestaltung durchaus einem renommierten Fondsmanagement überlassen werden könne. In diesem Zusammenhang stellte das Trio die von der Stansch Kapitalmanagement & Service GmbH zum Jahresanfang 2012 aufgelegten Strategieportfolios „Terra“ und „Flora“ vor. „Terra“ operiert relativ defensiv und kann als Alternative zum Festgeld betrachtet werden. Bei „Flora“ werden ausgewählte Aktienfonds sowie in bestimmter Dosis Gold, Rohstoffe und Fremdwährungen beigemischt. „Das ist heute eine der idealen Möglichkeiten, einfacher und pflegeleichter geht das Investieren im Moment nicht“, legten die Fachleute dar.

Für die Gestaltung des dritten Veranstaltungsteils zeichnete Thomas Hammer von der französischen Fondsboutique Carmignac Gestion verantwortlich. Carmignac Gestion gilt in Branchenkreisen als eine der erfolgreichsten Investmentgesellschaften der Welt. Die nicht börsennotierte Aktiengesellschaft verwaltet derzeit ein Vermögen von mehr als 50 Milliarden Euro. Hammer präsentierte dem Auditorium einen ausführlichen, mit zahlreichen Details ausgeschmückten Überblick über Philosophie und Anlagestrategie des von ihm vertretenen Unternehmens sowie eine Einschätzung der weltweiten Wirtschafts- und Finanzlage. Seine eingehenden Schilderungen der Situationen in Europa, den USA und den sogenannten Schwellenländern wurden mit großem Beifall honoriert, was nicht zuletzt seiner teilweise recht deutlichen Ausdruckweise geschuldet war. Beispielsweise: „Die Europäische Zentralbank schafft eine Geldmenge, die sie mit Werten nicht bedienen kann.“ Oder: „Die Lohnentwicklung in den südeuropäischen Ländern ist viel zu krass ausgefallen.“ Und: „Man muss einen Hintern in der Hose haben.“ Sowie – Bezug auf Investitionen in Aktien nehmend: „Es steht alles auf Vollgas.“

Allerdings: „Das kann in zwölf Monaten schon wieder ganz anders aussehen.“




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