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Wasser könnte knapp werden

Trotz reichlichen Regens droht in der Niederung Trockenheit

BÜCKEBURG. Der Frühling ist auch in der Niederung angekommen. Während Störche und Mönchsgrasmücke schon seit längerer Zeit zu sehen oder zu hören sind, tauchen nun auch die ersten Dorngrasmücken und sogar der erste Kuckuck auf. Rot- und Schwarzmilan lassen sich ebenso sehen wie die hübschen Schwarz- und Braunkehlchen.

veröffentlicht am 25.04.2019 um 00:00 Uhr

Auch Braunkehlchen sind wieder in der Bückeburger Niederung zu bewundern. Foto: Hans-Dieter Lichtner

Autor:

Hans-Dieter Lichtner
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BÜCKEBURG. Trotz der anhaltenden Niederschläge in den Monaten Januar bis März ist dieses Jahr auf den Wiesen des Mittleren Bruchs sowie den Amtmannschen Wiesen nun nicht mehr viel Wasser zu finden. Zwar tummeln sich immer noch einige Kanada- und Graugänse auf den Blänken, auch sind ein paar interessante Entenarten wie die Löffel- und Spießente zu beobachten und auch ein Kranichpaar nutzt die Niederung noch als Nahrungsraum, aber für die schützenswerten Brutvögel wird das Wasser dieses Frühjahr wohl zu knapp.

Betroffen ist zum Beispiel der Kiebitz, dessen Population seit Jahren überall dramatisch abnimmt, in der Niederung in den letzten Jahren aber sogar etwas zulegen konnte: An manchen Tagen ist kein einziger Vogel dieser Art mehr zu sehen. Etwas besser sieht es mit der vom Aussterben bedrohten Bekassine und der stark gefährdeten Knäkente aus: Beide Arten sind im Mittleren Bruch vom Beobachtungsstand aus mit Glück und Geduld noch zu entdecken. Es mag aber bezweifelt werden, ob sie tatsächlich dieses Jahr zur Brut schreiten, wenn der Wasserstand wie zu erwarten noch weiter sinkt. Gerade diese feuchtlandgebundenen Arten brauchen einfach bis in den Juni hinein feuchte Bereiche, sonst können sie keine Nahrung finden und werden die Niederung verlassen müssen.

In den letzten Jahren konnte sich die Niederung zu einem leuchtenden Beispiel für angewandten Naturschutz entwickeln, indem Laichgewässer für Frösche geschaffen wurden (ohne Frösche gibt es auch keine Störche) und mit dem Mittleren Bruch eine beispielhafte Synthese von Hochwasser- und Naturschutz geschaffen werden konnte. Aber leider sind diese Erfolge bedroht, sei es durch Trockenheit oder durch die bislang immer noch ungenügenden Schutzmaßnahmen.

Hinweis: Unser Autor empfiehlt Freunden der Niederung, auf einem Spaziergang die beiden Beobachtungsstände am Heidornweg und am Mittleren Bruch für eine Entdeckungsreise in eine immer noch bemerkenswerte Artenvielfalt zu benutzen.r




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