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Langjähriger Fraktions- und SPD-Stadtverbandschef

Update: Bernd Insinger völlig unerwartet verstorben

BÜCKEBURG. Bernd Insinger ist tot. Der langjährige Vorsitzende der Mehrheitsgruppe im Rat, ehemalige SPD-Stadtverbandsvorsitzende und Geschäftsführer der AWS ist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch friedlich entschlafen. Er wurde 65 Jahre alt. Er hinterlässt seine Lebensgefährtin und einen Sohn mit Enkeltochter.

veröffentlicht am 28.11.2018 um 11:24 Uhr
aktualisiert am 28.11.2018 um 19:10 Uhr

Bernd Insinger.
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Wie eine Schockwelle lief am Mittwochmorgen die Todesnachricht durch die Stadt. „Ein unglaublicher Schlag, menschlich und politisch tragisch“, würdigte Bürgermeister Reiner Brombach den Verstorbenen: „Er war der Kopf der Mehrheitsgruppe und ist kaum zu ersetzen“, sagte er im Hinblick auf die derzeit laufenden Haushaltsberatungen. „Das Menschliche steht natürlich im Vordergrund. Die Nachricht hat mich umgehauen.“

Ähnlich erging es dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Albert Brüggemann, der seit Jahren auch persönlich mit Bernd Insinger befreundet war. Noch Anfang der Woche habe er mit Insinger zusammengesessen und nach einer Sitzung ein Bier getrunken: „Da habe ich mit ihm noch über sein Leben und seine politische Arbeit gesprochen, weil er am 6. Dezember 25 Jahre in der Partei gewesen wäre und wir ihn ehren wollten.“ Brüggemann: „Unfassbar, insbesondere auch für seine Lebensgefährtin.“ Brüggemann würdigte die sachliche, fachliche und zielbezogene Arbeit, aber auch menschliche Art Insingers: „Er hat uns zusammengehalten. Wir verlieren eine exponierte Persönlichkeit.“ Im Ortsverein war Insinger Beirat, mehrere Jahre leitete er den SPD-Stadtverband.

Ebenso geschockt war Insingers Stellvertreter in der Mehrheitsgruppe, der Grünen-Ratsherr Wilhelm Klusmeier: „Bernd Insinger war der Kopf des Ganzen, wir haben menschlich und sachlich gut zusammengearbeitet.“ Sein Wort galt, erinnerte er an zwei Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen. „Es war eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.“

Mit „großem Respekt“ erinnerte CDU-Fraktionschef Axel Wohlgemuth an den Verstorbenen. Trotz aller Auseinadersetzungen und manchen Streits habe man immer wieder zueinandergefunden und gute Lösungen für Bückeburg gefunden: „Parteipolitik hat bei Bernd Insinger nicht im Vordergrund gestanden, sondern das Wohl der Stadt.“ Insinger habe ihn während seiner ganzen politischen Arbeit begleitet und sei nachsichtig mit ihm gewesen: „Das rechne ich ihm hoch an“, so Wohlgemuth: „Wir werden ihn vermissen.“

„Wir verlieren eine Persönlichkeit“, sagte der Sprecher von BfB/WIR/FDP, Raimund Leonhard: „Wir haben respektvoll zusammengearbeitet und immer eine politische Lösung gesucht.“

Bernd Insinger wurde am 1. November 2001 in den Rat gewählt, seit 2006 gehörte er dem Verwaltungsausschuss an. Er war Vorsitzender des Bau- und Umweltausausschusses, brachte seine wirtschaftliche Expertise als Bau-Ingenieur und Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Landkreises Schaumburg (AWS) in den Wirtschafts- und Finanzausschuss oder in die Betriebsausschüsse, den Zweckverband Regioport oder als Aufsichtsrat des Hafens Bückeburg ein. Er war jahrelang Vorsitzender der Mehrheitsgruppe im Rat, hielt die Gruppe trotz nur einer Stimme Mehrheit gut zusammen.

Wegbegleiter, im wahrsten Sinne des Wortes, erinnerten sich an die „unglaubliche Kondition“ des starken Rauchers. Brüggemann: „Er war immer vor uns auf dem Berg.“ Ob der Modelleisenbahn-Fan deswegen seine Bahn im Keller vor einem Alpen-Panorama hat fahren lassen?

Wie es in der Gruppe weitergeht, ist – natürlich – völlig offen. Am Mittwochabend kamen Partei und Fraktion zusammen, um Bernd Insingers zu gedenken und über die Zukunft zu reden. Brüggemannn: „Wir haben natürlich keinen Plan B.“ Die ursprünglich angesetzte Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses mit den Haushaltsberatungen wurde abgesagt.




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