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Fußgängerzone: Durchfahrverbot wird weiter mit Verkehrszeichen geregelt – und durch Kontrollen

Versenkbare Poller zu teuer

Bückeburg. Die Stadt wird die Pläne, die Durchfahrt durch die Lange Straße und damit der Fußgängerzone, mit versenkbaren Pollern zu unterbinden, mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Akten legen. Mindestens 30 000 Euro würden zwei Poller kosten, dazu würden jährliche Betriebskosten von rund 1500 Euro kommen. Das hat eine Kostenermittlung des Bauamtes der Stadt ergeben, die jetzt im Bau- und Umweltausschuss vorgestellt wurde. „Aus Sicht der Verwaltung gibt es keinen Handlungsbedarf“, sagte Baubereichsleiter Jörg Klostermann.

veröffentlicht am 17.06.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:22 Uhr

Was zumindest in Teilen der SPD-Fraktion, die den Antrag zur Prüfung und Einbaus der Poller anders gesehen wird. „Der Preis hat uns sehr überrascht, wir können ihn uns bis heute nicht vorstellen“, zweifelte Ratsherr Albert Brüggmeann, (SPD), einer der wenigen in der Kernstadt wohnhaften Politiker, die Kostenermittlung an. Um sich von Klostermann sagen lassen zu müssen, dass es mit der Anschaffung der Poller nicht getan sei. Es müssten auch entsprechende Stromleitungen verlegt worden, Programmierungen der Absenkzeiten und Weiteres vorgenommen werden.

Der Ausschussvorsitzende Bernd Insinger (SPD) rechnete vor, dass für die Sperrung der Fußgängerzone mindestens drei Poller benötigt würden: am Markt, oben an der Stadtkirche und in der Braustraße. Wo angesichts der Breite der Langen Straße an der Stadtkirche nicht sogar überlegt werden müsse, zwei Poller einzubauen, damit nicht rechts oder links an einem vorbeigefahren werden könne: „Das kostet uns leicht 60- bis 70 000 Euro.“

Insinger schlug daher vor, die weitere Entwicklung der Finanzen der Stadt abzuwarten, um die es nach den jüngsten Prognosen nicht allzu gut bestellt ist. Einer Ansicht, der sich wohl auch Brüggemann zunächst anschließen kann. Der aber vorschlug, dass seitens der Parkraumkontrolleure der Stadtverwaltung eine „härte Gangart“ bei Verstößen gegen das Durchfahrtverbot angeschlagen und konsequent geahndet werden sollten. Wo Klostermann auf das bekannte Problem aufmerksam machte, dass die Stadt nur für den ruhenden Verkehr zuständig ist, für den rollenden die Polizei. Und die könne nicht immer kontrollieren.

In der Politik wird seit Jahren diskutiert, wie das Durchfahren der Fußgängerzone, das nur von 5 Uhr morgens bis 11 Uhr erlaubt ist, durchgesetzt werden kann. Immer wieder wurde und wird beobachtet, dass sich Autofahrer und der Anlieferverkehr nicht an diese Zeiten halten. Eine Verkehrszählung ergab, dass das Problem nicht so drängend ist. Auch der Vorwurf, dass die Stadtverwaltung mit der Erteilung von Sondergenehmigungen zu großzügig umgehe, ließ sich nach der entsprechenden Vorlage von Zahlen nicht halten.

Die jetzt diskutierten Poller hätten sich innerhalb der erlaubten Liefer- und Befahrzeiten automatisch im Boden versenkt. Während der Sperrzeiten wären sie ausgefahren und würden so das Durchfahren der Fußgängerzone verhindern. Die Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten wären mit Chip-Karten versehen worden, die den Einsatzkräften das Absenken erlauben würden. Auch Anlieger hätten entsprechende Karten erhalten.rc




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