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Ausstellung erinnert an den Todestag von Herbert Klingst

Vom expressiven zum detaillierten Strich

BÜCKEBURG. Das Bückeburger Museum nimmt die Wiederkehr des 20. Todestages von Herbert Klingst zum Anlass für eine Sonderausstellung. Der Maler und Pädagoge, der von 1951 bis 1984 in der Ex-Residenz lebte, gilt als einer der prägenden Bückeburger Kunstschaffenden. „Noch vor Karl-Heinz Rosenfeld war er der erste sogenannte Kultursenator der Stadt“, erläuterte Bürgermeister Reiner Brombach, der die Präsentation gemeinsam mit Museumsleiterin Dr. Anke Twachtmann-Schlichter und Klingst-Fachmann Dr. Dieter Hanauske eröffnete.

veröffentlicht am 05.12.2018 um 12:50 Uhr

„Bückeburger Dächer“ lautet der Titel dieses in den 1960er Jahren entstandenen Aquarells. Foto: bus
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Autor

Herbert Busch Reporter
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Der am 18. Oktober 1913 im sächsischen Freiberg geborene Klingst kam 1951 als „Kunsterzieher“ und Geographielehrer ans Gymnasium Adolfinum, wo er bis 1976 tätig war. In seiner Bückeburger Zeit trat er auch als Mitglied des Stadtrates – in dem er bald den Vorsitz des Kulturausschusses übernahm – und ehrenamtlich engagierter Zeitgenosse in Erscheinung. Zudem hielt er kunstgeschichtliche Vorträge an der Volkshochschule, gab Zeichen- und Malkurse.

Wegen der vielfältigen Aktivitäten beschränkten sich Muße und Zeit für das eigene künstlerische Schaffen vorwiegend auf die Schulferien. Als Motive für seine Bilder wählte er in dieser Zeit nicht nur Reiseeindrücke, sondern auch Ansichten und Gebäude vor Ort. Als Beispiele machte Experte Hanauske auf die „Villa im Schnee“ (Marienstraße 21, die Klingst 1956 aus der eigenen Wohnung im gegenüberliegenden und später abgerissenen Haus Marienstraße 3 zeichnete) und zwei in den 1960er Jahren entstandene Werke aufmerksam, die Blicke aus dem Zeichensaal des alten Adolfinums (Ulmenallee) in Richtung der Stadtkirche festhalten.

An den Bückeburger Motiven lässt sich Einschätzungen des Fachmanns gemäß die stilistische Entwicklung Klingsts vom eher expressiven zu einem ruhigeren und detaillierten Strich deutlich nachvollziehen. Diese erfuhr ihre volle Ausprägung im französischen Spätwerk. Die Eheleute Irmgard und Herbert Klingst hatten 1979 einen Alterswohnsitz in der Provence gekauft. Hier entstanden bis zu seinem Tod am 29. Dezember 1998 etwa 140 Aquarelle, Pastelle, Radierungen und Ölbilder sowie zahlreiche Bleistiftzeichnungen.

Herbert Klingst, aufgenommen in der französischen Provence. Foto/Repro: bus
  • Herbert Klingst, aufgenommen in der französischen Provence. Foto/Repro: bus

„Seit jeher konnte ich nur selten sofort von der Stelle weg loszeichnen und bedurfte einer Anlaufzeit und animierender Umstände zur Konzentration“, zitierte Hanauske den Maler.

Die bis zum 31. Juli 2019 laufende Präsentation zeigt insgesamt 22 aus der Privatsammlung Hanauskes stammende Arbeiten. Twachtmann-Schlichter dankte den Museumsmitarbeitern Nadine Werel, Manfred Würffel und Wolfgang Prägler für tatkräftige Unterstützung bei der Realisierung des Vorhabens.




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