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Anwohner und Politiker fordern für die Kleinenbremer Straße Tempo 30 vom Kreisel bis zum Friedhof

„Vor der Schule bremst fast keiner“

KLEINENBREMEN. Im Ringen um Tempo 30 auf der Kleinenbremer Straße haben sich Anwohner zu Wort gemeldet. Deren Sprecher Detlef Fenske bezweifelt die Wirksamkeit der neuen Tempo-30-Regelung, die nur im Bereich der Grundschule gilt. Um dies zu beweisen, schlägt Fenske einen Ortstermin vor, bei dem sich die Teilnehmer nicht etwa gut sichtbar an den Straßenrand stellen, sondern unter seinen Carport, wo sie von Autofahrern nicht sofort bemerkt werden. „Dann würde man sehen, dass vor der Grundschule fast keiner mehr abbremst“, so der genervte Anwohner.

veröffentlicht am 09.01.2019 um 11:22 Uhr
aktualisiert am 09.01.2019 um 18:40 Uhr

Rennstrecke? Anwohner berichten, dass sich vor der Kleinenbremer Grundschule kaum jemand an Tempo 30 hält. Foto: ly

Autor:

Stefan Lyrath
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Dass dort weiterhin zu schnell gefahren werde, führt er auch darauf zurück, dass zumindest in Richtung Luhden beim Erreichen der 30er-Zone das rund 100 Meter entfernte Tempo-50-Schild bereits in Sichtweite ist. „Da denken offenbar viele Leute, sie hätten die Situation im Griff, weil der Fußgängerüberweg nur noch 31 Meter entfernt ist.“

Zurzeit gilt Tempo 30 bloß auf einem gut 100 Meter langen Stück vor der Grundschule, dies allerdings nur an Wochentagen von 7 bis 17 Uhr. Anwohner und der Bezirksausschuss fordern jedoch, die Regelung ohne zeitliche Begrenzung auf die Strecke vom Kreisel bis zur Kreuzung am Friedhof auszuweiten. Das wären dann ungefähr 600 Meter.

Falls dies scheitert, verlangen Detlef Fenske und seine Mitstreiter, wenigstens die 30er-Zone vor der Schule von gut 100 auf 300 Meter zu verlängern. Nach einer Änderung der Straßenverkehrsordnung ist das vor Schulen oder Kindergärten möglich.

„Je länger die Trasse, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Leute langsamer fahren“, glaubt Detlef Fenske. In einer Stellungnahme geht die Minden-Lübbecker Kreispolizeibehörde jedoch sinngemäß davon aus, dass eine Ausdehnung der Tempo-30-Zone vom Kreisel bis zum Friedhof die Sicherheit der Grundschüler gefährde, weil dies bei Autofahrern zu Unachtsamkeit führen könne. „Es kann doch nicht die Lösung sein, dass jetzt schneller gefahren werden darf“, hält Fenske dagegen.

Der Bezirksausschuss teilt die Einschätzung der Polizei ebenfalls nicht und drängt auf einen Ortstermin. „Wir werden die Stellungnahme nicht akzeptieren und weiterhin auf eine durchgehende Tempo-30-Begrenzung bestehen“, betont Jörg Achilles, der Vorsitzende des Ortsgremiums. „Nach meiner Meinung muss ein neuer Ortstermin stattfinden, diesmal unter Beteiligung von Mitgliedern des Bezirksausschusses. Außerdem muss der Termin an einem gewöhnlichen Wochentag während der normalen Arbeitszeit stattfinden.“

Detlef Fenske sieht durch die derzeitige Regelung zwei zusätzliche Gefahrenquellen. Vor der Kirche galt früher Tempo 30. Heute darf dort wieder 50 gefahren werden. „Bei Veranstaltungen in Kirche oder Gemeindehaus wird die Straße zugeparkt, was bei den höheren Geschwindigkeiten besonders gefährlich ist“, gibt der Sprecher zu bedenken,

Nach den Erfahrungen Fenskes und seiner Nachbarn hat der Verkehr auf der Klei-nenbremer Straße trotz des Ausbaus der Verbindungsstraße Im Gallen, die durchs Wülpker Feld führt, deutlich zugenommen. Anwohner klagen über zu hohes Tempo und Lärm.

Die zunehmende Belastung der Kleinenbremer Straße ist für Fenske umso unverständlicher, „weil wir alle anderen Straßen haben“, so der Sprecher. Gemeint sind A 2, B 482, B 83, B 65, der ausgebaute Gerds Diek (Nammen) und Im Gallen. „Man muss die Klei-nenbremer Straße unattraktiv machen“, fordert der Sprecher. „Beispielsweise durch Tempo 30.“




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