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Uslars Politiker haben eine Resolution gegen Wolfsrudel-Bildungen beschlossen

Weil Wölfe so gut lesen können …

Noch gibt es keine Wölfe im Solling. Und so soll es nach dem Willen des Stadtrats von Uslar auch bleiben. Vorbeugend haben die dortigen Politiker eine Resolution gegen mögliche Rudelbildungen von Wölfen beschlossen.

veröffentlicht am 30.06.2016 um 17:09 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:22 Uhr

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SOLLING. Schätzungen zufolge leben derzeit etwa 50 bis 70 Wölfe in freier Wildbahn in Niedersachsen. Das beim Umweltministerium angesiedelte Wolfsbüro geht von sieben ortstreuen Rudeln sowie einigen Wolfspaaren und Einzeltieren aus. In den Mittelgebirgen zwischen Weser und Leine – dem Solling, dem Vogler und dem östlichen Weserbergland – haben sich, soweit bekannt, bislang keine Wölfe angesiedelt. Das soll auch so bleiben, hat der Rat der am Rande des Sollings gelegenen Stadt Uslar jetzt mehrheitlich beschlossen. Fraglich bleibt, ob sich die Tiere an den Ratsbeschluss halten werden. Die Uslarer SPD hat bereits vorsorglich darauf hingewiesen, dass der Wolf Resolutionen nicht lesen kann.

Quasi präventiv will das Kommunalparlament gegen einen durchaus jederzeit möglichen Zuzug von Wölfen ein Zeichen setzen. Den Anstoß für die Resolution gab ein Ratsherr der Grünen. Der Uslarer Rat bangt zum einen um die Zukunft der Landwirtschaft. Sie leide, weil auch Nutztiere gerissen würden. Die Weidehaltung von Schafen, Rindern und auch Pferden werde deutlich erschwert. Auch viele Wildtiere wie Rehe und Hirsche, heißt es weiter, fielen dem Wolfshunger zum Opfer. Dieser Umstand wiederum beeinträchtige das grundgesetzlich geschützte Eigentumsrecht: Jagden ließen sich nur noch schwer verpachten, infolgedessen fehlten wichtige Einnahmequellen für die Finanzierung der örtlichen Infrastruktur. Zudem sehen die Uslarer Politiker entgegen der Ansicht vieler Experten auch Spaziergänger, Jogger und Ausflügler durch Wölfe bedroht. Sowie überhaupt den „gesamten Tourismusbereich“: „Mit großem Aufwand bewerben wir den Solling/Vogler und das Weserbergland. Aber welche Gäste werden auf diesen Wegen wandern, wenn sie der Gefahr ausgesetzt sind, dort Wölfen zu begegnen?“ Viele potenzielle Gäste, meint die Mehrheit der Uslarer Ratsmitglieder, machten künftig wohl „einen Bogen um unsere Heimat“ und verbrächten ihren Urlaub lieber anderswo. „Als Rat der Stadt Uslar fordern wir deshalb, eine Rudelbildung von Wölfen und ein sich daraus ergebendes Wolfsterritorium im Solling/Weserbergland zu verhindern.“

Initiator der Wolfsresolution ist Volker Ruwisch. Der 56 Jahre alte Grünen-Politiker züchtet im Uslarer Ortsteil Dinkelhausen selbst Rinder. Die auch vom Land Niedersachsen praktizierte „Willkommenskultur“ halte er für verantwortungslos, sagte Ruwisch dem Bremer „Weser-Kurier“. „Die sammeln im Wald ja schließlich keine Brombeeren, die brauchen Frischfleisch.“ Allenfalls einzelne Tiere könne man mal durchziehen lassen. Lasse man erst einmal die Bildung von Wolfsrudeln zu, „laufen die in 15 Jahren hier durchs Dorf“.




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