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Herderschüler lassen im „PS-Pro-Verfahren“ der Berufsbildenden Schulen ihre Stärken ermitteln

Wesentlicher Mosaikstein der Berufsorientierung

Bückeburg (wk). Erstmalig, und auch gleich mit einem kompletten Jahrgang ihrer Neunten Klassen, hat die Bückeburger Herderschule am „PS-Pro-Verfahren“ der Berufsbildenden Schulen (BBS) Stadthagen teilgenommen. Anhand der Ergebnisse verschiedener Tests, die die Realschüler dabei absolvierten, wurde anschließend für jeden Teilnehmer ein „persönliches Stärke-Profil“ (daher die Bezeichnung „PS-Pro“) erstellt.

veröffentlicht am 30.09.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 21:41 Uhr

Viele Schüler seien sich gar nicht bewusst, was für „schlummernde Schätze“ an Begabungen sie in sich haben, berichtete Günther Biallas, der Fachleiter für den Bereich Arbeit, Wirtschaft und Technik an der Herderschule. Zum Teil liege dies sicherlich auch daran, dass in der Schule mehr die Schwächen der Schüler statt deren Stärken herausgestrichen werden.

Das Wissen um das persönliche Stärke-Profil sei daher ein „wesentlicher Mosaikstein“ bei der Berufsorientierung der jungen Leute.

In der Praxis sah dies so aus, dass die knapp 100 Herderschüler insgesamt fünf Stationen durchliefen, an denen kleine, teils simple Aufgaben zu den Bereichen „Sprache und Ausdrucksfähigkeit“, „mathematisch-logisches Denken“, „Grob- und Feinmotorik“, „räumliches Sehen“ sowie „Musikalität und Rhythmik“ auf sie warteten. Zwei geschulte Lehrkräfte beobachteten dabei, wie die Jugendlichen die Aufgaben bewältigten und notierten die Ergebnisse. Am Ende wurde den Schülern ihr individuelles Stärke-Profil in einem persönlichen Gespräch erläutert und in schriftlicher Form ausgehändigt.

Das persönliche Stärke-Profil eines Menschen bleibe ihm das ganze Leben lang erhalten und nehme lediglich im Alter naturbedingt ab, betonte Anna Maria Bornemann, die Leiterin des das „PS-Pro Verfahren“ durchführenden Beratungs- und Förderzentrums der BBS Stadthagen. Deshalb würden darin nur die „überdurchschnittlichen Begabungen“ der Schüler festgehalten, auf denen diese somit – auch im späteren Berufsleben – am einfachsten weitere Kompetenzen aufbauen können. Zudem fördere das Wissen um das eigene Stärke-Profil bei den Schülern die Entwicklung von Zielvorstellungen und die Motivation, zu lernen. Ferner erhöhe es deren Selbstwertgefühl und eröffne ihnen – bei Einbindung des schriftlichen Ergebnisses in die Bewerbungsunterlagen – bessere Chancen bei der Ausbildungsplatzsuche. Es sei schon „ganz interessant“ zu sehen, wo die persönlichen Stärken liegen, bestätigte Selina Wehrmann aus Bückeburg. Am schwierigsten empfand sie bei dem Test die Aufgaben aus dem Bereich „mathematisch-logisches Denken“. Konkrete Vorstellungen, welchen Berufsweg sie einmal einschlagen möchte, hatte die 14-Jährige nur insofern, dass sie gerne im Ausland arbeiten würde und dabei Kontakte mit vielen Menschen haben möchte.

Bünyamin Kisakol (14) war da schon einen Schritt weiter: Er wolle nach der Realschule auf das Gymnasium wechseln, das Abitur machen und später Architektur studieren, verriet der Bückeburger. Seine Stärken sah er im „räumlichen Sehen“ und bei der „Sprache und Ausdrucksfähigkeit“. Sollte er in diesen Bereichen – wider erwarten – nicht so gut abgeschnitten haben, würde er durchaus „etwas dafür tun“, um seine Leistungen zu verbessern.

„Ich nehme das schon ernst“, kommentierte Yannick Marx-Becker (16) aus Luhden das „PS-Pro-Verfahren“. Da er ebenfalls noch keine klaren Vorstellungen davon hat, welchen Beruf er erlernen möchte, hofft er, dass ihn hier das persönliche Stärke-Profil weiterbringt.




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