weather-image
33°

Hoffnung schon fast aufgegeben

Wie Misodzi Teresa Hungwe doch noch zu ihrer Lehrstelle kam

BÜCKEBURG. Misodzi Teresa Hungwe aus Simbabwe beginnt am 1. August ihre Lehre zur Elektronikerin bei der Firma Weigert in Röcke. Dabei hatte die Geflüchtete die Hoffnung auf einen Ausbildungsplatz schon fast aufgegeben.

veröffentlicht am 07.06.2019 um 00:00 Uhr

„Gekommen, um zu bleiben“ – die Koordinatorin des Projekts, Ines Thiemann (von links), die Lehrerin Valerie Grill und Teresa Hungwe, die zukünftige Auszubildende. Foto: gn

Autor:

Gabi Nachstedt
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BÜCKEBURG. Misodzi Teresa Hungwe aus Simbabwe beginnt am 1. August ihre Lehre zur Elektronikerin bei der Firma Weigert in Röcke. Die Evangelische Heimvolkshochschule in Loccum bereitet in dem Projekt „Gekommen, um zu bleiben“ Flüchtlinge auf eine Ausbildung vor, um diese in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen.

Als Christin hatte es Teresa in ihrer Heimat Simbabwe schwer. Deshalb beschloss sie 2017, ihr Land zu verlassen. Sie kam in Hamburg an, verbrachte sechs Wochen in einer Erstaufnahmestelle in Bramsche und wurde danach in Sachsenhagen untergebracht. Inzwischen wohnt sie in Stadthagen. Teresa wollte dort aber nicht einfach nur einen Job machen, sondern sich mit einer Lehre für den Arbeitsmarkt qualifizieren. Sie möchte hierbleiben, denn, so Teresa: „Hier gibt es Freiheit. Ich kann meine Meinung sagen. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.“

Das Projekt „Gekommen, um zu bleiben“ der Heimvolkshochschule unter der Leitung von Ines Thiemann bietet ihr in einem einjährigen Kurs die Möglichkeit, für den Arbeitsmarkt fit zu werden. Teresa und viele andere Flüchtlinge wurden dazu täglich mit einem Kleinbus abgeholt und nahmen sieben Monate lang an einem praxisbezogenen Unterricht in Loccum teil. Dort ging es um die Verbesserung der Sprachkenntnisse, das Kennenlernen der deutschen Kultur, Training in Mathematik oder den Umgang mit dem Computer.

Bei Firmen aus der Region, die dieses Projekt unterstützen, folgte anschließend ein dreimonatiges Betriebspraktikum – und danach eine rund zweimonatige Auswertung der Erfahrungen. Dann lernten die Teilnehmer, Bewerbungen zu schreiben, und trainierten für Vorstellungsgespräche.

Mit Teresa und der Firma Weigert in Röcke, die individuelle Schaltanlagen für die Industrieautomation baut, hat es schließlich gepasst. Im Praktikum war sie in der Kabel-Konfektion eingesetzt. Sie hat sich im Kollegenkreis sehr wohlgefühlt und zeigt großes Interesse an dieser Tätigkeit. Von August an wird sie dort eine dreieinhalbjährige Lehre absolvieren, mit Blockunterricht in der Berufsschule in Hildesheim. Teresa ist dem Unternehmen ebenso wie ihrer Lehrerin Valerie Grill sehr dankbar, dass sie diese Chance, ins Berufsleben einzusteigen, bekommen hat.

Kleiner Wermutstropfen: Teresa vermisst ihre drei Brüder und eine Schwester, die noch in der Heimat leben. Aber über das Internet hält sie Kontakt. Bei den momentanen Temperaturen lebt sie auf, an den Winter in Deutschland kann sie sich nur schwer gewöhnen.

Hinweis: Der nächste Kurs für Geflüchtete an der Heimvolkshochschule in Loccum beginnt am 26. August. Es sind noch Plätze frei. Besonders unter den ehrenamtlichen Unterstützern möchte Koordinatorin Thiemann diese Möglichkeit, ihre Schützlinge ins Berufsleben zu bringen, bekannt machen.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare