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Traditionsfriseurgeschäft Heise schließt seine Pforten / Seit 1934 in Familienbesitz

„Wir sind sehr traurig“

Bückeburg. Morgen wird in Bückeburg ein weiteres Kapitel althergebrachter Dienstleistungskunst sein Ende finden. Das in seinen Ursprüngen auf das Jahr 1909 zurückgehende Friseurgeschäft Heise schließt seine Pforten. „Wir sind sehr traurig“, sagt Inhaberin Helga Vogt, deren Familie das Geschehen im Gebäude Obertrostraße 5 seit 1934 verantwortet hat. „Wir hängen jetzt völlig in der Luft“, heißt es im Kundenkreis.

veröffentlicht am 14.06.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 20:21 Uhr

14. Juni 2013 00:00 Uhr

Bückeburg. Morgen wird in Bückeburg ein weiteres Kapitel althergebrachter Dienstleistungskunst sein Ende finden. Das in seinen Ursprüngen auf das Jahr 1909 zurückgehende Friseurgeschäft Heise schließt seine Pforten. „Wir sind sehr traurig“, sagt Inhaberin Helga Vogt, deren Familie das Geschehen im Gebäude Obertrostraße 5 seit 1934 verantwortet hat. „Wir hängen jetzt völlig in der Luft“, heißt es im Kundenkreis.

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Vogt führt die Wirtschaftslage im Allgemeinen sowie die Friseurdichte in Bückeburg und die Neugestaltung der Obertorstraße im Besonderen als Hauptursachen der Geschäftsaufgabe ins Feld. „Ich hätte, obwohl ich mich bereits im Rentenalter befinde, gerne noch einige Jahre weitergemacht“, gibt die Meisterin zu verstehen. Die Realität habe aber gegen eine Fortsetzung des Betriebs gesprochen. Zum einen gingen die Menschen heute seltener zum Haarschneider als früher, zum anderen buhlten in der Ex-Residenz knapp zwei Dutzend Mitbewerber um die Kundschaft.

Von noch bemerkenswerterem Gewicht sei unterdessen die mit Neugestaltung der Obertorstraße einhergehende Parkplatzsituation. „Statt früher bis zu zehn stehen den Kunden jetzt nur noch vier Plätze zur Verfügung“, erklärt Vogt. Und während der Bauzeit habe sich die Situation noch wesentlich schlechter dargestellt. „Das hat uns sehr zu schaffen gemacht, obwohl sich viele treue Stammkunden trotz der Schwierigkeiten zu uns durchgekämpft haben.“ Nach Auffassung der Inhaberin wird das Parkplatz-Manko über kurz oder lang zu weiteren Geschäftsschließungen führen. Außer für Vogt, die den Traditionsbetrieb 1981 übernommen hat, geht das Kapitel „Damen- und Herrenfriseur Heise“ auch für Marion Schöne und Susanne Jensen zu Ende. „Beide haben hier gelernt und sind dem Geschäft seit vielen Jahren verbunden, Marion seit 43 und Susanne seit zwölf Jahren“, erklärt die Chefin. Nun seien die Zeiten, in denen das Aushängebecken auf das hier vorgehaltene Angebot aufmerksam machte, endgültig vorbei.

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Das Becken, eine silbrig glänzende stilisierte Seifenschale, mit dem früher Bader, Barbiere und Haarkünstler auf ihre Dienste hinwiesen, war dem Geschäft samt schmiedeeiserner Halterung und Emailleschild vor mehreren Jahren gestohlen worden. Gerade zum Salon Heise passte das Symbol, das in der aktuellen Welt der Trendcoiffeure und Schick-Stylisten kaum mehr Beachtung findet, sozusagen wie der Kamm zur Schere. In den Räumlichkeiten, speziell an den Herrenplätzen, verbreitete das Geschäft eine überaus angenehme Charmemixtur aus Überlieferung und Gegenwart. „Anderswo habe ich das Gefühl, in einer Arztpraxis zu sein“, zitiert Vogt die Kundschaft, die das Flair der zu großen Teilen im Original erhaltenen Einrichtung zu genießen wusste.bus