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Nachruf

Wolfhard Müller verstorben

veröffentlicht am 19.01.2019 um 10:00 Uhr

Wolfhard Müller in seinem Element: Das Foto entstand an der renaturierten Aue. Foto: jp
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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Wolfhard Müller ist tot. Der Naturschützer und Kommunalpolitiker starb am Mittwoch nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren. Sein Tod trifft seine Weggefährten in Gruppen und Vereinen sowie im Stadtrat völlig unvorbereitet – ihr Mitgefühl gilt jetzt besonders Müllers Familie, seiner Ehefrau, den beiden Kindern und den Enkeln.

Seine Mitstreiter wissen aber auch, welch große Lücke er hinterlassen wird: Naturschutzprojekte, Städtepartnerschaft mit Sablé und Zuidplas oder Sportförderung – das erscheint vielen ohne Müller unvorstellbar. Dabei ging es Wolfhard Müller nie darum, überall gut Freund zu sein. Er hatte seine Ecken und Kanten. Und er wusste, dass er manchmal „nervte“, wenn er seine Anliegen wieder und wieder vorbrachte. Doch gerade dieser Beharrlichkeit hat Bückeburg so viel zu verdanken.

„Die Bückeburger Niederung wird immer mit seinem Namen verbunden sein“, nennt Bürgermeister Reiner Brombach ein Beispiel. Naturschutz war Müller nämlich Herzensangelegenheit, sein Spitzname „Vogel-Müller“ begleitete ihn seit Jahrzehnten. Das Schutzgebiet an den Hofwiesenteichen wäre ohne ihn kaum entstanden, die Niederung als einzigartiges Refugium für Fauna und Flora nicht das, was sie heute ist. Doch mit dem Erreichten war das Vorstandsmitglied des Fördervereins Bückeburger Niederung und des Naturschutzverbandes Niedersachsen nie zufrieden. Sein nächstes Ziel war es, die Ochsenwiesen als Schutzgebiet auszuweisen – das wird er nun nicht mehr erleben.

Seit 1992 gehörte der Sozialdemokrat dem Bückeburger Stadtrat an, seine politischen Ämter sollen hier gar nicht alle aufgezählt werden. Nur so viel: Er war nie Parteipolitiker, aber arbeitete immer themenorientiert. Es waren die Ortsteile, die dem Petzer besonders am Herzen lagen, der Sport und natürlich die Städtepartnerschaften. Er sprach kaum Französisch, doch das hinderte ihn nicht, über Jahre hinweg enge Kontakte nach Sablé zu pflegen. Ihm war klar, dass Frieden und Verständigung in Europa nur dann eine Chance haben, wenn Partnerschaft von den Menschen aktiv gelebt wird. Und dabei spielen gerade die jungen Leute eine große Rolle, die sich sehr zum Leidwesen Müllers in den Städtepartnerschaften rar machen. Seine Befürchtung anlässlich einer Sitzung des Sport- und Partnerschaftsausschusses, dessen Vorsitzender er war: „Wenn sie nicht auf andere, jüngere Füße gestellt wird, dann stirbt die Partnerschaft!“

Ob sich seine politischen Weggefährten aus allen Parteien diese Mahnung zu eigen machen werden, bleibt abzuwarten. In einem sind sich aber alle einig: „Wolfhard Müller hinterlässt eine Riesenlücke, die so schnell nicht zu füllen sein wird.“




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