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Schnitzfigur aus dem 15. Jahrhundert restauriert zurück im Museum / Wer kennt Schnitzer einer Trachtenfigur?

Zwei alte Herren im Museum

BÜCKEBURG. Das Museum Bückeburg an der Langen Straße ist nach dem Corona-Lockdown wieder geöffnet. Unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln können sich Besucher wieder im Haus umschauen. Weil die kleinen Zeitungsartikel über interessante Objekte aus der Museumssammlung gut bei den Lesern angekommen sind, werden wir noch ein wenig weiter aus dem Museum berichten.
Heute schauen wir auf zwei hölzerne alte Männer. Einer kommt gerade zurück ins Museum, dem anderen steht ein Ausflug noch bevor.

veröffentlicht am 27.07.2020 um 11:42 Uhr
aktualisiert am 27.07.2020 um 16:20 Uhr

Der heilige Johannes ist eine Schnitzfigur aus dem 15. Jahrhundert. Dass es sich um den heiligen Johannes handelt, erkennt man an den Attributen „Buch“ und „Lamm“, mit denen er häufig dargestellt wurde. Er stammt wahrscheinlich aus der Kirche in Deckbergen, jedenfalls gibt es dort einen Altar mit ganz ähnlichen Figuren. Er ist schon lange im Museum und musste nun gereinigt und gesichert werden.

Die Restaurierung fand in Hildesheim statt. An der HAWK werden dort Restauratoren ausgebildet. Die Studierenden arbeiten unter Anleitung von Fachleuten an den Objekten. Für das Museum ist diese Zusammenarbeit kostengünstig und sie führt zu guten Ergebnissen.

Eine Studentin, die sich auf „gefasste Holzobjekte“ spezialisiert hatte, beschäftigte sich über ein Jahr intensiv mit der Figur. Dabei wurde diese nicht nur gesäubert, sondern auch wissenschaftlich erforscht. Man weiß jetzt beispielsweise, dass der Johannes mehrfach übermalt wurde. In seinen etwa 600 Jahren hat er also mehrmals die Kleidung gewechselt. Wer den Heiligen Johannes geschnitzt hat, konnte leider nicht ermittelt werden.

Dem zweiten Mann steht eine Kur beim Restaurator noch bevor. Er ist zwar nicht so alt wie der Johannes, hat aber auch seine Geheimnisse. Obwohl die Farbe weitgehend abgeblättert ist, kann man erkennen, dass er den weißen Leinenkittel der Schaumburger Tracht trägt. Begleitet wurde er von einer Frau in Bückeburger Festtagstracht, aber sie ist verschwunden. Das hölzerne Trachtenpaar stand auf einem Wegweiser, der den Touristen und den Bückeburgern den Weg vom Marktplatz zum Museum wies. Das Museum hieß damals noch „Heimatmuseum“.

Der Hinweispfeil ist verschwunden, die hölzerne Trachtenfrau ist weg und wer den Mann geschnitzt hat, weiß auch keiner mehr – oder? Vielleicht gibt es ja noch jemanden, der etwas dazu sagen kann. Seit wann stand der Wegweiser am Bückeburger Markt? Wer hat die Figuren geschnitzt? Wo ist die Frau geblieben? Wer etwas dazu weiß, darf sich gerne im Museum melden, entweder zu den Öffnungszeiten von mittwochs bis sonntags von 13 bis 17 Uhr oder vormittags von neuen bis 13 Uhr unter der Telefonnummer (0 57 22) 48 68. r