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Discoartiger Gottesdienst der Pfingstgemeinde „K21“

Applaus nach dem Gebet

BAD EILSEN. Die zur Pfingstbewegung gehörende „Kirche für das 21. Jahrhundert (K21)“ hat zu einem mit „K21-Night“ überschriebenen Gottesdienst in das „Palais im Park“ eingeladen. Statt getragener Orgelmusik und alten Liedern aus dem Gesangsbuch gab es bei dieser Veranstaltung von einer Live-Band kredenzte Popmusik mit deutsch- und englischsprachigen Lobpreistexten zu hören.

veröffentlicht am 06.11.2018 um 11:14 Uhr
aktualisiert am 06.11.2018 um 18:10 Uhr

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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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BAD EILSEN.Die zur Pfingstbewegung gehörende, in Wunstorf beheimatete „Kirche für das 21. Jahrhundert“ (K21) ist seit diesem Jahr zusätzlich in Bad Eilsen mit Veranstaltungen präsent. Im Palais im Park (PiP) werden regelmäßig Gottesdienste gefeiert. Zu den insgesamt rund 500 Mitgliedern dieser Freikirchlichen Gemeinde zählen auch viele Schaumburger, ist von Pastor Tim Sukowski zu erfahren. Und diesen Gläubigen soll mit diesem zweiten Standort eine wohnortnähere Möglichkeit des Gottesdienstbesuchs bieten.

Der Werbung neuer Mitglieder hat auch die jetzt im Julianentheater-Saal des PiP gefeierte „K21-Night“ gedient, zu der mehr als 150 Besucher gekommen sind. Statt getragener Orgelmusik und alten Liedern aus dem Gesangbuch gab es bei dieser Veranstaltung – typisch für Pfingstkirchengemeinden – von einer Live-Band kredenzte Popmusik mit deutsch- und englischsprachigen Lobpreistexten zu hören. Das Ganze übrigens in einer an eine Discoparty erinnernden Lautstärke. Größeren Raum hinsichtlich des rund eineinhalbstündigen Programms nahm allerdings der Predigt-Teil der Feier ein. Dieser befasste sich schwerpunktmäßig damit, wie Kirche heute sein sollte und welche Bedeutung diese für den Menschen habe. Kirche als das „von Gott erwählte Werkzeug“ sollte „so attraktiv und anziehend sein wie nichts anderes“ und ein Ort, wo man seine Bestimmung finde, meinte die Pastorin Katja Sukowski in ihrer enthusiastischen Ansprache. Nicht minder leidenschaftlich agierte deren – zu Beginn der Veranstaltung vom Publikum mit frenetischem Jubel begrüßter – Ehemann, Tim Sukowski, auf der Bühne. Seine Augen hielt er während seiner langen Predigt zeitweise geschlossen, einen Arm dabei gen Himmel gereckt.

Aus dem Publikum (überwiegend Leute jüngeren und mittleren Alters, aber auch einige Kinder) waren während der Wortbeiträge mehrfach zustimmende „Ja“- und „Yes“-Rufe zu hören. Überdies spendeten die Zuhörer ab und an Beifall, wobei sogar ein Gebet nach dem „Amen“ mit Applaus bedacht wurde. Zudem hielten viele der Zuhörer ihre Hände immer wieder anbetungsvoll in die Höhe – sowohl während der auf der Bühne intonierten (und vom Publikum mitgesungenen) Lieder als auch während der Ansprachen.

„Wir wollen Kirche sein für Menschen, die sagen, dass sie mit Kirche nichts anfangen können“, erklärte Tim Sukowski später im Gespräch mit dieser Zeitung das in starkem Kontrast zu den Gottesdiensten der traditionellen Kirchen stehende, showartige Konzept dieser „K21“-Veranstaltung.

Im Gegensatz zu der modernen, geradezu hippen Ausgestaltung ihres Gottesdienstes sind die evangelikalen Pfingstler allerdings konservativ, was ihr Bibelverständnis beziehungsweise ihre Auslegung der christlichen Lehre betrifft. Dies betrifft nicht zuletzt deren Einstellung zum Thema Homosexualität (siehe auch Infokasten). Das bestätigte auch Tim Sukowski, wenngleich er betonte, dass man „an die gleiche Bibel“ wie die anderen Christen auch glaube. Inhaltlich seien die Unterschiede insofern nur „gering“.

Auf die Frage, ob auch er Homosexualität als Sünde und als ein von den betroffenen Personen „abstellbares Fehlverhalten“ ansehe, wie dies der Homepage des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) zu entnehmen sei, antwortete Tim Sukowski: „Gott liebt alle Menschen.“ Und: „Jeder Mensch ist uns willkommen.“

Gleichwohl glaube man, was in der Bibel über Homosexualität geschrieben steht, weshalb man keine gleichgeschlechtlichen Paare segne. Im Übrigen sei doch jeder Mensch ein Sünder, der aber „die Gnade Gottes annehmen“ könne. Und „wenn ich Gott und seine Liebe kennenlerne, dann gibt es bei jedem etwas zu tun“.




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