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Luhden punktet mit Nähe zur A 2 und niedrigen Steuersätzen / Privatleute sperren sich gegen Grundstücksverkäufe

Attraktives Gewerbegebiet

LUHDEN. Die Anbindung an die Bundesautobahn 2 ist ein gewichtiges Argument, mit dem die Gemeinde Luhden hinsichtlich der Vermarktung ihres örtlichen Gewerbegebietes punkten kann. Zudem liegt die Kommune mit ihrem Gewerbesteuersatz (350 vom Hundert) deutlich unter jenen Steuersätzen, die in manch anderen Schaumburger Gemeinden und Städten (etwa Bückeburg) gelten.

veröffentlicht am 27.12.2018 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 27.12.2018 um 17:10 Uhr

Die zum Bebauungsplan erstellte Karte zeigt die Lage des „Gewerbeparks“ (graue, nicht schraffierte Flächen), der auf westlicher Seite an das alte Luhdener Gewerbegebiet angrenzt. Quelle: Gemeinde Luhden
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Gute Voraussetzungen also für die Ansiedelung von Unternehmen, findet denn auch Andreas Kunde, der Gemeindedirektor.

Genau genommen sind in Luhden sogar zwei Gewerbegebiete ausgewiesen, wenn man auf die jeweiligen Bebauungspläne abstellt: Zum einen ist da ein älteres Gewerbegebiet, in dem unter anderem die Unternehmen Bahr Modultechnik und das Ramba Zamba (Bowling-Center, Indoor-Spielpark) angesiedelt sind und in dem noch sieben – jeweils privaten Eigentümern gehörende – Flurstücke frei sind. Und zum anderen gibt es den daran angrenzenden neueren „Gewerbepark“.

Letzterer hat nach Information der Verwaltung eine „verfügbare Gesamtfläche“ von rund 180 000 Quadratmetern, die sich auf 15 Flurstücke aufteilt (die bei Bedarf freilich noch geteilt werden können). Davon gehören drei Flurstücke der Gemeinde Luhden, drei stehen im Eigentum des Landkreises Schaumburg und neun gehören privaten Eigentümern.

Ein Problem insbesondere hinsichtlich des „Gewerbeparks“ sei jedoch, dass die privaten Eigentümer nicht bereit sind, Grundstücke zu verkaufen, sagt Kunde. Dies erschwere der Gemeinde Luhden die Vermarktung des Gewerbegebietes. Hinzu komme, dass bei diesen „privaten“ Grundstücken zusätzlich zum Kaufpreis auch noch die von der Gemeinde erhobenen Erschließungsbeiträge anfallen. Deren genaue Höhe stehe allerdings erst fest, wenn der „Gewerbepark“ irgendwann endausgebaut ist. Insofern gehe ein jetziger Erwerber bezüglich dieser Kosten ein gewisses „Wagnis“ ein.

Aber, relativiert Kunde, es sei auch möglich, einen sogenannten „Erschließungsablösevertrag“ mit der Gemeinde Luhden zu schließen. Darin werde ein fester Erschließungsbeitrag vereinbart, der an die Kommune zu zahlen ist. Ergänzend merkt er an, dass die im Eigentum der Gemeinde und des Landkreises stehenden Gewerbeflächen demgegenüber voll erschlossen verkauft werden.

Nach Meinung von Kunde wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Gemeinde Luhden seinerzeit vor Ausweisung des „Gewerbeparks“ alle Grundstücke erworben hätte, um die Flächen aus einer Hand anbieten zu können. Ob dies versucht worden ist, vermag er jedoch nicht zu sagen, da er damals noch nicht im Amt gewesen ist. Sollte sich die Gemeinde aber nicht um den Ankauf der Flächen bemüht haben, wäre dies seines Erachtens ein großes Versäumnis, denn so wie jetzt mache die ganze Konstellation „keinen Sinn“. Zumal da die Kommune ja ein Interesse daran hat, dass durch die Ansiedelung von neuen Unternehmen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und mehr Gewerbesteuereinnahmen generiert werden.

Gleichwohl: Die Nachfrage vonseiten der Unternehmen ist vorhanden, berichtet Kunde. So habe die Gemeinde Luhden allein in den Sommermonaten dieses Jahres mit vier Firmen in regem Kontakt gestanden. In einem dieser Fälle habe der Gemeinderat auch schon den entsprechenden Grundstücksverkauf beschlossen, wobei lediglich noch die notarielle Beurkundung ausstehe. Und hinsichtlich eines anderen dieser Interessenten zeichne sich ab, dass es wohl ebenfalls mit einem Grundstücksgeschäft klappen werde.




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