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CDU-MdB Maik Beermann zu Gast

Be-Pa-Tagespflege: Viel Bürokratie, schlechte Zahlungsmoral

BAD EILSEN. Probleme mit der Bürokratie und mit den Pflegekassen hat die Be-Pa-Wohlfühltagespflege, die Einrichtungen in Bad Eilsen und Obernkirchen betreibt. Geschäftsführer Dennis Paul nutzte einen Informationsbesuch, um den CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann auf einige dieser Probleme aufmerksam zu machen.

veröffentlicht am 08.05.2019 um 11:27 Uhr

Tilman Kuban, CDU-Kandidat für das Europaparlament (von links), und Maik Beermann, CDU-Bundestagsabgeordneter, im Gespräch mit BePa-Geschäftsführer Dennis Paul. Foto: möh

Autor:

Cord-Heinrich Möhle
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BAD EILSEN. Bürokratie muss sein, erkennt auch Dennis Paul, Geschäftsführer der BePa-Wohlfühltagespflege in Bad Eilsen und Obernkirchen, an. Aber wenn ein Betreuter plötzlich versterbe, die erbrachten Leistungen nun nicht mit der zuständigen Pflegekasse abgerechnet werden könnten, weil die Unterschrift (des Verstorbenen) fehle, dann habe er kein Verständnis mehr, erläuterte Paul dem heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann, der zusammen mit Tilman Kuban, dem CDU-Kandidaten für die Europawahl am 26. Mai, das kleine Familienunternehmen an der Fürst-Adolf-Straße besuchte.

Und der Geschäftsführer berichtete dem Abgeordneten von weiteren Aspekten, die seinem kleinen Unternehmen vor allem finanzielle Schwierigkeiten bereiteten. Beermann versprach, sich in Berlin zu „kümmern“, um vielleicht Abhilfe schaffen zu können.

Seit vier Jahren betreibt Dennis Paul die BePa-Wohlfühltagespflege mit zwölf Plätzen in Bad Eilsen und 15 in Obernkirchen. Im Gespräch mit dem Abgeordneten und dem EU-Kandidaten sowie Rüdiger Schmidt, Barbara Wömpner, Rolf Prasuhn und Dr. Willi Dreves aus dem Vorstand des CDU-Samtgemeindeverbandes, räumte er mit dem landläufigen Vorurteil auf, „mit alten Menschen sei viel Geld zu verdienen“. Dieses treffe keinesfalls auf ihn zu, da er „nur“ Tagespflege anbiete.

Da zudem die Abrechnung in vielen Teilen mit den Pflegekassen mehr als schleppend verlaufe, sei er am Monatsende manchmal heilfroh, die Löhne zahlen zu können, ohne das Konto überziehen zu müssen. Sein Fazit: „Mit der Tagespflege kann man nicht reich werden“. Manchmal habe er schon laut überlegt, die Einrichtung wieder zu schließen.

Paul legte diverse Probleme dar, an denen er oft verzweifele. So müsse er, wenn ein Patient ins Krankenhaus komme, vorübergehend in die Kurzzeitpflege wechsle oder auch mit der Familie, wenn es noch möglich sei, einen Urlaub antrete, den Platz für vier Wochen unbedingt freihalten. Abrechnen dürfe er jedoch nur eine Woche. Der Geschäftsführer: „Kommt ein Patient fünf Tage, werden uns vier Tage bezahlt, ist er vier Tage da, gibt es nur für drei Tage Geld.“

Und Paul beklagte sich generell über die Zahlungsmoral der meisten Pflegekassen. Sei in deren Augen vielleicht ein Tag nicht richtig abgerechnet, würde die komplette Monatsrechnung zurückgeschickt. Es werde dann nicht eher bezahlt, bis die Unstimmigkeiten beseitigt seien. Er frage sich, warum die Kassen nicht einfach und unkompliziert zum Telefonhörer griffen und versuchten, auf diese unbürokratische Weise kleinere Probleme schnell aus der Welt zu schaffen. Die Tagespflege habe schließlich eine wichtige Aufgabe, denn sie ermögliche es den Patienten, solang wie es eben geht in der Familie zu bleiben.

Aber Paul hatte für Beermann und Kuban auch eine positive Nachricht parat. Immerhin gebe es in der Tagespflege keine Probleme, genügend Fachpersonal zu finden. Einer der Gründe sei sicherlich, dass bei ihm, im Gegensatz zu stationärer Pflege, keine Schicht- und Wochenendarbeit anfalle bzw. die Freizeit vernünftig geregelt sei, erklärte der Geschäftsführer.

Auf das Thema Pflegekammer Niedersachsen angesprochen, betonte er, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lehnten, wie viele andere auch, eine Zwangsmitgliedschaft rigoros ab. Zudem seien die Beiträge nach Löhnen berechnet, die keinesfalls gezahlt würden.




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