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Zuschussbedarf für Kitas steigt

Bereits 2017 die Millionengrenze geknackt

EILSEN. Die Samtgemeinde Eilsen lässt sich den Betrieb der beiden Kindertagesstätten Emmaus und Sinai einiges kosten, auch wenn die Trägerschaft in den Händen der evangelisch-lutherischen Kirche liegt. Im Jahre 2012 zahlte die Samtgemeinde noch einen Zuschuss in Höhe von 529 600 Euro. 2017 wurde erstmals die Millionengrenze geknackt und in diesem Jahr werden nach ersten Hochrechnungen wohl 1,3 Millionen Euro als Zuschuss fällig.

veröffentlicht am 03.01.2019 um 14:41 Uhr
aktualisiert am 03.01.2019 um 16:44 Uhr

Die Samtgemeinde rechnet in diesem Jahr mit einem Zuschussbedarf in Höhe von 1,3 Millionen Euro für die Kitas. Foto: möh

Autor:

Cord-Heinrich Möhle
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Bauplätze sind vor allem von jungen Familien gefragt, die sich in der Samtgemeinde niederlassen wollen. Auch Häuser, die verkauft werden sollen, müssen nicht lange auf einen neuen Besitzer warten, wie aus den Statistiken zu ersehen ist. Nicht zuletzt wegen der Kitas, der Grundschule, guter Einkaufsmöglichkeiten sowie der ärztlichen Versorgung stehen die Chancen auf steigende Einwohnerzahlen gut. Die Samtgemeinde lässt sich nicht lumpen und zahlt kräftige Zuschüsse für die Kindertagesstätten Emmaus und Sinai. Nach ersten Hochrechnungen wird sich der Zuschussbedarf 2019 bei 1,3 Millionen Euro einpendeln, wie Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann berichtet.

Ob es allerdings bei dieser Summe aus der Kasse der Samtgemeinde bleibt, steht noch in den Sternen, zumal das Land Niedersachsen für die Kinder ab drei Jahren, die eine Kita besuchen, bis zur Einschulung seit August 2018 eine Beitragsfreiheit eingeführt hat. Dieser Anspruch gilt bis zu einer Betreuungszeit von acht Stunden an fünf Tagen in der Woche. Diese Zeit umfasst auch die sogenannten Randzeiten und die Früh- und Spätdienste. Da diese Beitragsfreiheit nun einmal vorhanden sei, so Schönemann, könnten sich zudem viele Eltern entschließen, ihre Sprösslinge, die bis jetzt aus Kostengründen nur vier oder fünf Stunden betreut worden seien, länger in der Kindertagesstätte zu lassen. Kommentar des Bürgermeisters: „Das lässt aber auch unsere Kosten ansteigen.“

Um exakt zu ermitteln, wie sich die Beitragsfreiheit künftig auswirke, müsse das kommende Jahr erst einmal abgewartet werden, zumal wegen der wegfallenden Gebühren das Land Niedersachsen seinen Zuschuss zu den Personalkosten von 20 auf 55 Prozent erhöht habe. Dieser Zuschuss, so ist es im Gesetz nachzulesen, steigert sich bis 58 Prozent für das Kindergartenjahr 2021/22. Ferner seien die Kitas Emmaus und Sinai aktuell sogar neun Stunden pro Tag geöffnet. Hier könnte eine Stunde eingespart werden, denn aus pädagogischer Sicht, so auch der Landkreis Schaumburg, sei es nicht sinnvoll, ein Kind länger als acht Stunden am Stück pro Tag öffentlich zu betreuen, betont Bernd Schönemann. Nicht begeistert ist der Bürgermeister zudem von ersten Überlegungen, auch samstags könnte eine Kinderbetreuung sinnvoll sein, da ja dann die Eltern, die in der Woche viel arbeiten müssten, einmal genügend Zeit hätten, in aller Ruhe einzukaufen.

Die Trägerschaft für die beiden Kindertagesstätten Emmaus und Sinai liegt in den Händen der evangelisch-lutherischen Kirche, die auch den Haushalt für diese beiden Einrichtungen aufstellt. Und dann kommt die Samtgemeinde ins Spiel. Die Höhe ihres Zuschusses richtet sich nach dem Fehlbedarf, den die Kirche errechnet, um ein Defizit zu vermeiden. Dieser sogenannte kommunale Zuschuss steigt seit Jahren kontinuierlich an. Während die Samtgemeinde 2012 insgesamt 529 600 Euro zahlte, wurde im Jahr 2017 bereits mit 1,07 Millionen Euro die Millionengrenze geknackt. Und in diesem Jahr beträgt der Zuschussbedarf 1 204 000 Euro.

Mit der Kirche als Träger der Kindertagesstätten arbeite die Samtgemeinde bestens und sehr vertrauensvoll zusammen, erklärt der Bürgermeister. Probleme seien bisher immer bereits im Vorfeld beseitigt worden. Und wenn die Beitragsfreiheit jetzt nun erst richtig durchschlage, werde man sich auch in Zukunft finanziell einig werden, ist sich Schönemann sicher: Denn schließlich profitiere die Samtgemeinde, wenn viele Kitaplätze angeboten würden.




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