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Schützenverein Bad Eilsen

Blinde Teilnehmerin beweist Treffsicherheit

BAD EILSEN. Gleich mehrere Pokale sind beim Schützenverein Bad Eilsen ausgeschossen worden. Einer davon war für blinde Sportschützen ausgelobt.

veröffentlicht am 28.12.2018 um 16:22 Uhr

Der Vereinsvorsitzende Gustav Hellmold (von links) präsentiert die erfolgreichen Schützen des Weihnachtsschießens: Christian Bedey, Karola Steinert, Rolf Prasuhn und Andreas Ulmke. Foto: wk
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BAD EILSEN. Mit seinem Weihnachtsschießen und einem anschließenden Grünkohlessen hat der Schützenverein (SV) Bad Eilsen das Vereinsjahr ausklingen lassen. „Die Resonanz ist gut“, befand Rolf Prasuhn, der Stellvertretende Vorsitzende. Rund zwei Dutzend Mitglieder nahmen an der Veranstaltung teil. Zum Vergleich: Insgesamt zählt der Traditionsverein um die 110 Mitglieder, von denen allerdings nur circa zwölf Personen regelmäßig am „wettkampftechnischen Schießen“ teilnehmen.

Ausgelobt worden waren bei dem Weihnachtsschießen vier verschiedene Pokale, außerdem stand ein Preisschießen auf eine mit einem weihnachtlichen Tannenbaum-Motiv versehene „Glücksscheibe“ auf dem Programm. Geschossen wurde in allen fünf Wettbewerben mit dem Luftgewehr auf eine zehn Meter entfernte Ringscheibe. Bei der Glücksscheibe waren allerdings jene Bereiche, die dem jeweiligen Schützen bei einem Treffer die meisten Punkte bringen, so klein aufgedruckt, dass diese auf die Zehn-Meter-Distanz nicht zu erkennen waren. Erst nach Abgabe aller Schüsse und Auswertung des Ergebnisses zeigte sich also, ob der Schütze die richtigen Elemente des Motivs „aufs Korn“ genommen hatte.

Beim Schießen um den Thomas-Möhring-Pokal erwies sich Andreas Ulmke als bester Schütze, gefolgt von Rolf Prasuhn (Platz 2) und Tatjana Wagner (Dritter Platz). Ulmke gewann auch das Glücksschießen. Den Feuerwehr-Pokal ergatterte Christian Bedey, der sich mit 48 Ring und einem Teiler von 85,2 knapp vor Wagner (48 Ring, Teiler 101,7) setzen konnte. Ulmke schoss sich auf Platz Drei. Prasuhn durfte dagegen den Sozialverband-Pokal mit nach Hause nehmen. Zweiter wurde hier Christian Bedey, Ingrid Hellmich landete auf dem Dritten Platz.

Beim Schießen um den Blinden-Pokal trat lediglich Karola Steinert an, die von Geburt an blind ist. Statt eines herkömmlichen Luftgewehrs verwendete die 47-Jährige ein vereinseigenes Luftgewehr, das mit einer speziellen Visiereinrichtung für sehbehinderte Menschen ausgestattet ist. Zudem schoss sie nicht auf eine normale Zehner-Ringscheibe, bei der die Mitte schwarz und die äußeren Ringe weiß sind, sondern auf eine Zehner-Ringscheibe mit einer umgekehrten Farbgebung. Und beim Zielen auf die Scheibenmitte orientierte sie sich jeweils an von der Spezial-Visiereinrichtung abgegebenen Piepstönen, die ihr über einen Kopfhörer ins Ohr eingespielt wurden: Je genauer sie die „Zehn“ anvisierte, desto höher war der Piepston.

Trotz ihres Handicaps erreichte Steinert mit ihren zehn abgegebenen Schüssen insgesamt 94 von einhundert möglichen Ringpunkten. In den Jahren 2000 bis 2015 habe sie aktiv Schießsport betrieben und mitunter sogar an Deutschen Meisterschaften teilgenommen, verriet Steinert. Heute indes schieße sie nur noch gelegentlich, und dies auch nur bei internen Vereinsveranstaltungen wie etwa dem Weihnachtsschießen.

Prasuhn ergänzte, dass der Schützenverein Bad Eilsen seinerzeit eine Blinden-Schießsport-Abteilung gehabt hatte. Daher besitzt der Verein nicht nur mehrere Luftgewehre mit solch einer entsprechenden Visiereinrichtung, sondern es sind auch extra dafür ausgelegte Schießstände im Schützenhaus vorhanden.wk




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