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Bauhofleiter wünscht mehr Insektenfreundlichkeit

Blumenwiese statt Zierrasen: Bergkurpark bald „Ökopark“?

BAD EILSEN. Mit einem Bagger sind im Bergkurpark der Gemeinde Bad Eilsen rund 500 Quadratmeter Rasen entfernt worden, um Platz für die Anlage einer Blumenwiese zu schaffen. Ausgesät wird dort eine „Schmetterlings- und Wildbienensaum“ genannte Samenmischung, die ausschließlich Samen heimischer Planzen (90 Prozent Wildblumen, zehn Prozent Gräser) enthält.

veröffentlicht am 18.04.2019 um 00:00 Uhr

Im Bergkurpark erklärte Bauhofleiter Bertram Meyer, warum dort Baggerarbeiten vorgenommen wurden. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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BAD EILSEN. Ein Besuchermagnet ist er nicht, der oberhalb der Parkstraße gelegene Bergkurpark. Ein Grund dafür mag sein, dass dieser kleine Park abseits des Ortszentrums zu finden ist. Mehr noch dürfte der Grund aber darin liegen, dass der Bergkurpark im Vergleich zum großen Kurpark an der Bahnhofstraße nur wenig hermacht. Das könnte sich nun ändern.

Zwar gibt es im Bergkurpark zwei von Sandsteinmauern eingefasste Tümpel und etliche Bäume zu begucken, aber eine besondere Zugkraft haben diese Elemente eben nicht. Den geringeren Status dieser Grünanlage kann man zudem daran ablesen, dass diese vom örtlichen Bauhof schon seit Jahren nur noch extensiv gepflegt wird. Der dortige Rasen wird gemäht – und fertig.

Die Attraktivitätsfrage könnte sich jedoch zum Positiven hin ändern. Zumindest, wenn es nach den Vorstellungen von Bertram Meyer, dem Leiter des Bad Eilser Bauhofs, geht. Er würde aus dem Bergkurpark nämlich gerne einen kleinen „Ökopark“ machen, in dem die Besucher sehen können, welche Möglichkeiten es gibt, Grünanlagen naturnäher zu gestalten, etwa durch das Anpflanzen von ökologisch wertvolleren Gehölzen, durch das Schaffen von Totholz- und Steinhaufen, in denen Kleintiere Unterschlupf finden, und nicht zuletzt durch die Anlage von Blumenwiesen.

„Es ist aber eine politische Entscheidung, ob der Bergkurpark dahingehend umgestaltet wird“, betont Meyer. Und die Diskussion darüber, das ist an dieser Stelle ergänzend anzumerken, ist in den zuständigen Gremien noch nicht geführt worden.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist aber bereits erfolgt: Mit einem Bagger hat der Bauhof dieser Tage im Bergkurpark mehr als 500 Quadratmeter Rasensoden abgetragen, da dort stattdessen eine Blumenwiese ausgesät werden soll. Auf einer unteren Terrasse des an einem Hang liegenden Parks soll eine kleine Blumenwiese (rund 70 Quadratmeter) entstehen und auf einer höher gelegenen Terrasse eine große Blumenwiese mit circa 430 Quadratmeter. Beides ist laut Meyer von der Verwaltung der Gemeinde Bad Eilsen genehmigt worden.

Ausgewählt hat Meyer für die Aussaat eine von einem in Blaufelden-Raboldshausen ansässigen Spezialunternehmen bezogene Samenmischung namens „Schmetterlings- und Wildbienensaum“, in der ausschließlich Samen heimischer Pflanzen (90 Prozent Wildblumen, zehn Prozent Gräser) enthalten sind. Vor dem Aussäen wird der derzeit „mittelstark humose Boden“ allerdings noch durch Einarbeiten einer größeren Menge Sand abgemagert, da viele Wildblumenarten nährstoffärmere Böden benötigen.

„Wir gehen mal mit gutem Beispiel voran, damit die Leute sehen, das könnte auch in ihrem Garten gut aussehen“, erklärt Meyer diese Umgestaltungsmaßnahme.

Am Rande der Blumenwiesen werden ihm zufolge Info-Tafeln platziert, die darüber informieren, dass es sich bei diesen Flächen um gezielt angelegte Blumenwiesen handelt und dass die Parkbesucher bitte keine der dort blühenden Blumen abpflücken mögen. Gemäht werden die beiden Blumenwiesen dann einmal jährlich zum Frühjahr hin. So können beispielsweise Insektenlarven in den trockenen Stengeln überwintern, zudem finden Vögel hier den Winter über Nahrung.

Mit der Ortsgruppe Bad Eilsen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) hat Meyer über dieses Vorhaben ebenfalls schon gesprochen. Diese wird, so der Bauhofleiter, im Bergkurpark Insektenhotels aufstellen.




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