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Hundehalter beklagt sich über herumliegenden Hundekot

Bürgermeister: Manchen ist es „sch…egal“

AHNSEN. Wieder sind Hunde und deren Hinterlassenschaften Thema bei einer Ratssitzung gewesen: Gerade erst hatte sich der Bad Eilser Gemeinderat mit dem Problem des Nicht-Beseitigens von Hundekot befasst und das im dortigen Kurpark geltende Hundeverbot unter anderem deshalb durch Beschluss einer Kurparksatzung bekräftigt (wir berichteten). Und nun kamen die Exkremente des redensartlich „besten Freundes des Menschen“ auch beim Rat der Gemeinde Ahnsen auf den Tisch – im übertragenen Sinne, versteht sich, und nicht zum ersten Mal.

veröffentlicht am 09.05.2019 um 11:45 Uhr
aktualisiert am 09.05.2019 um 16:41 Uhr

Der Inhalt des Mülleimers zeigt, dass der in der Grünanlage Ecke Bahnhofstraße/Schlesier Weg aufgestellte rote Hundekotbeutel-Spender durchaus genutzt wird. Trotz dieses Angebotes der Gemeinde sind auf der dortigen Rasenfläche aber mehrere Kothaufen
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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AHNSEN. Wieder sind Hunde und deren Hinterlassenschaften Thema bei einer Ratssitzung gewesen: Gerade erst hatte sich der Bad Eilser Gemeinderat mit dem Problem des Nicht-Beseitigens von Hundekot befasst und das im dortigen Kurpark geltende Hundeverbot unter anderem deshalb durch Beschluss einer Kurparksatzung bekräftigt (wir berichteten). Nun wurden die Exkremente des redensartlich „besten Freundes des Menschen“ auch beim Rat der Gemeinde Ahnsen diskutiert – nicht zum ersten Mal.

Den Anstoß hierfür gab diesmal ein Einwohner des Dorfes, der – nach eigenen Angaben selbst Hundehalter – seinen Unmut über jene Hundebesitzer kundtat, die ihre Hunde einfach an den Straßen- und Wegesrändern Ahnsens koten lassen, ohne den Dreck hinterher wegzumachen. Besonders ärgerte ihn, dass von dieser Rücksichtslosigkeit auch die kleine, gepflegte Grünanlage an der Ecke Bahnhofstraße/Schlesier Weg betroffen ist.

„Es gibt Leute, die lassen ihren Hund da hinkacken – zwei Meter von dem Beutel-Spender weg. Da rege ich mich echt auf“, schimpfte der Einwohner. Als Maßnahme regte er an, ein Schild in der Grünanlage zu platzieren, das auf den dort schon stehenden Hundekotbeutel-Spender und auf die den Hundehaltern obliegende Pflicht zur Beseitigung des Hundekotes hinweist. Er sei auch bereit, solch ein Schild selbst zu kaufen und dort aufzustellen, betonte der Bürger.

Die Gemeinde Ahnsen würde so ein Schild nicht stören, erklärte Bernd Schönemann, der Gemeindedirektor, hierzu. Diese an den Einwohner gerichtete Aussage war als Erlaubnis zu verstehen, den Vorschlag in die Tat umzusetzen.

Ahnsens Bürgermeister Harald Niemann, Besitzer zweier Hunde, merkte an, dass auch in der von der Gemeinde alljährlich an die Haushalte verteilten „Bürgerinformation“ auf dieses Thema eingegangen werde.

In dem von ihm erwähnten Info-Blatt heißt es zu diesem Punkt: „Nach den Vorschriften über die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Samtgemeinde Eilsen ist die Verunreinigung der Straßen und Wege durch Hundekot unverzüglich zu beseitigen. Dafür stehen an vielen Gehwegen Hundekotbeutel-Spender zur Verfügung. Verstöße gegen diese Verordnung stellen eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.“

Im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete Niemann später, dass sich das Hundekot-Problem an allen Wegen, an denen Hunde Gassi geführt werden, zeige. Erfahrungsgemäß seien es aber nur einige Hundebesitzer, die den Kot ihrer Hunde nicht aufsammeln. Diese Leute jedoch seien es, die die Hundehalter insgesamt in Verruf bringen. Warum manche Zeitgenossen den Hundekot einfach liegen lassen? Wohl aus Bequemlichkeit, Ekel und fehlendem Problembewusstsein, meinte Niemann. Und einigen sei das Ganze sicherlich auch „scheißegal“.

Geradezu schizophren ist es seiner Ansicht nach allerdings, wenn Hundebesitzer die tierischen Exkremente zwar mit den – in den Spendern kostenlos zur Verfügung gestellten – Beuteln aufnehmen, die gefüllten Plastikbeutel anschließend aber zugeknotet irgendwo in die Büsche werfen. Dann nämlich kann sich der Hundekot ja nicht auf natürliche Weise zersetzen und die Plastikbeutel liegen unverrottbar in der Gegend herum.

Laut Niemann sind im Bereich der Gemeinde Ahnsen übrigens rund zehn Hundekotbeutel-Spender aufgestellt.




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