weather-image
23°

Energetischer Selbstversorger

Eilsen strebt deutliche Reduzierung der Energiekosten an

EILSEN. Der Rat der Samtgemeinde Eilsen hat sich über die Möglichkeiten des Energieeinsparens in Kenntnis setzen lassen. Ziel ist eine deutliche Reduzierung der Energiekosten in kommunalen Gebäuden.

veröffentlicht am 12.06.2019 um 11:27 Uhr
aktualisiert am 12.06.2019 um 16:20 Uhr

Wilhelm Dreves (links) und Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann verfolgen die Erörterungen zur Energiekostenreduzierung. Foto: bus
bus-neu

Autor

Herbert Busch Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

EILSEN. Der Rat der Samtgemeinde Eilsen hat sich über die Möglichkeiten des Energieeinsparens in Kenntnis setzen lassen. Zur Beantwortung der Frage „Wie können wir die Energiekosten der Gemeinde deutlich reduzieren?“ hatten die Lokalpolitiker Experten des Büros „New Green Energy“ (Meinerzhagen) in den Sitzungssaal des Restaurants „Adria“ im Haus des Gastes gebeten.

Der Besuch der Fachleute basierte auf einem Antrag der Gruppe SPD/Die Grünen, in dem die Zielsetzung noch weiter gefasst ist. In dem Papier ist die Rede von der „Schaffung von Energie-Eigenständigkeit aller kommunalen Gebäude unserer Samtgemeinde“. Die Thematik solle behandelt werden, um die Klimazielbeschlüsse der Bundesregierung und der Masterplanverpflichtung des Landkreises Schaumburg zu unterstützen.

Zudem gehe es darum, mittelfristig eine nachhaltige Entlastung und Verbesserung der finanziellen Lage der Samtgemeinde und der Mitgliedsgemeinden zu erreichen. Die Experten sollten beauftragt werden, hält der Antrag fest, um einen umfassenden Plan zur energetischen Selbstversorgung aller kommunalen Gebäude zu erstellen, die Finanzierung und die Fördermittelmöglichkeiten aufzuzeigen sowie den finanziellen Nutzen und die CO2-Einsparung zu errechnen.

Klaus Lüttel erläutert die Erkenntnisse des Büros „New Green Energy“. Foto: bus

Des Weiteren führen die Antragsteller aus:

Die Berater finanzieren sich zu 80 Prozent aus Fördermitteln.

Alle Förderungen für die Umsetzung der Selbstständigkeit in Energie und Wärme werden von den Beratern erforscht und beantragt.

Die Finanzierung tilgt sich innerhalb überschaubarer Zeit über den Wegfall von Energiekosten selbst. Danach spart die Gemeinde jedes Jahr einen sechsstelligen Betrag ein.

Es können auch kommunale Gebäude, die selbst keine Erzeugungsmöglichkeiten haben (Palais im Park), im Verbund günstig mitversorgt werden.

Bei entsprechenden Beschlüssen der Mitgliedsgemeinden können auch deren Gebäude (von Feuerwehren bis zu Dorfgemeinschaftshäusern) miteinbezogen werden.

Bei entstehenden Energieüberschüssen und einer Einspeisung in das öffentliche Netz sind zusätzliche Einnahmen möglich.

Von vorausgesagten deutlichen Kostenanstiegen für Energie und Netzentgeltsteigerungen bleiben wir fast vollkommen verschont.

Sämtliche Ausschreibungen und Bürokratievorgänge können von den professionellen und unabhängigen Beratern übernommen werden und erzeugen nur geringsten zusätzlichen Arbeitsaufwand bei der Verwaltung.

„Ein hochaktuelles Thema“, erkannte Dr. Wilhelm Dreves, dessen Wichtigkeit nicht zuletzt die zurückliegende EU-Wahl vor Augen geführt habe. Die Umwelt und deren Schutz gehörten ohne jeden Zweifel auf die Tagesordnung. „Wir haben keinen Ersatz im Kofferraum“, merkte der Ratsvorsitzende an.

Die engagiert vorgetragenen Ausführungen der „New Green Energy“-Fachleute führten alsbald die Komplexität des Gesamtvorhabens vor Augen. Gleichwie bestehe die die Chance, dass sich bei idealem Verlauf alle beteiligten Seiten am Ende auf der Gewinnerseite befänden, gab das von Klaus Lüttel unter dem Motto „Leben im Einklang mit Natur und Technik“ geführte Trio zu verstehen.

Ob der Vielschichtigkeit des Unterfangens erkannte vor allem die CDU-Fraktion weiteren Beratungsbedarf. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen oder gar eine konkrete Beauftragung bedürfe zusätzlicher Erörterungen. „So schnell haben wir das noch nie gemacht“, bekräftigte Dreves. Die Vertreter des Büros sollen zu einer weiteren Anhörung eingeladen werden.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare