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Flüchtlingsunterkunft macht verwahrlosten Eindruck

„Es fruchtet nicht so“

LUHDEN. Der äußerliche Zustand einer im „Alten Postweg“ in Luhden gelegenen Flüchtlingsunterkunft ist Thema bei der Sitzung des Rates der Samtgemeinde Eilsen gewesen. Ein im Publikum sitzender Bürger beklagte, dass das Grundstück einen sehr ungepflegten Eindruck macht. Dabei monierte er den Wildwuchs, der bis in den öffentlichen Raum hineinreicht.

veröffentlicht am 18.06.2018 um 11:35 Uhr
aktualisiert am 18.06.2018 um 18:10 Uhr

Ungepflegt, da verwildert: das zu der Flüchtlingsunterkunft in Luhden gehörende Grundstück. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Darüber hinaus störte er sich an einem nur noch in Teilen vorhandenen, hölzernen Sichtschutzzaun, der ebenfalls zu dem unschönen Bild beiträgt.

Insgesamt sehe das Grundstück „nicht einladend“ aus, fasste der Luhdener die Situation zusammen. Daran knüpfte er die Frage, wer sich um die Pflege dieser Immobilie kümmert und ob denn diesbezüglich nicht auch die in dem Haus wohnenden Flüchtlinge Hand anlegen könnten.

Der Landkreis Schaumburg als Mieter beziehungsweise dessen Sozialamt habe dies zu erledigen, erklärte Andreas Kunde, Leiter des Fachbereichs Ordnungs- und Bauwesen der Samtgemeinde Eilsen, und fügte hinzu: „Das wird aber sicherlich nicht passieren.“ Ergo müsse man dort wohl selbst tätig werden.

Gleichwohl könne man aber auch mal an den Eigentümer des Gebäudes herantreten, sagte Bernd Schönemann, der Samtgemeindebürgermeister. Hinsichtlich der Erfolgsaussichten räumte er allerdings ein, dass er da „gewisse Schwierigkeiten“ sehe. Aus Erfahrung wisse er jedenfalls, dass das Ganze am Ende doch an der Samtgemeinde Eilsen hängen bleiben werde.

Das „grüne“ Ratsmitglied Heinz-Hardy Hoffmann hakte daraufhin nach, ob es einen Sozialarbeiter gebe, den die Verwaltung wegen des Problems kontaktieren könne. Schönemann bejahte dies. Mit der Sozialarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt führe man sogar jede Woche intensive Gespräche, konkretisierte der Samtgemeindebürgermeister – „aber es fruchtet nicht so“.

Auf Nachfrage unserer Zeitung betonte Schönemann später, dass es grundsätzlich Sache des jeweiligen Gebäudeeigentümers sei, sich um die Pflege der von diesem vermieteten Immobilie zu kümmern. Passiere das nicht, könne das Ordnungsamt der Samtgemeinde den Vermieter aber auffordern, dieser Verpflichtung nachzukommen. Derlei Probleme mit Flüchtlingsunterkünften gebe es übrigens in allen Kommunen.

Wie von Schönemann weiter zu erfahren war, hat er inzwischen persönlich mit dem Sozialamt des Landkreises Schaumburg Kontakt aufgenommen und dies über das Problem mit der Flüchtlingsunterkunft informiert. Seitens eines Mitarbeiters des Sozialamtes sei ihm daraufhin mitgeteilt worden, dass der Landkreis ein Unternehmen beauftragen werde, das den beklagten Unkrautwildwuchs auf dem Grundstück beseitigen soll, so der Samtgemeindebürgermeister.

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