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Gemeinde Ahnsen will Knöllchen am Klinikum verteilen lassen

Falschparker behindern Landwirte

AHNSEN. Das Parkverhalten mancher Besucher oder Mitarbeiter des in der Vehlener Feldmark ansässigen Klinikums Schaumburg sorgt in der Nachbargemeinde Ahnsen für Unmut. Konkret geht es um jene Autofahrer, die ihre Fahrzeuge nicht auf dem gebührenpflichtigen Großparkplatz des Krankenhauses abstellen, sondern an einem gegenüber der Einfahrt zum Klinikumgelände gelegenen Feldweg. Die Konsequenz: Die Gemeinde Ahnsen will jetzt Knöllchen verteilen.

veröffentlicht am 30.11.2018 um 10:54 Uhr
aktualisiert am 30.11.2018 um 14:40 Uhr

Statt auf dem Parkplatz des Klinikums Schaumburg (hinten) stellen manche Autofahrer ihre Fahrzeuge widerrechtlich entlang des Feldweges (vorne) ab. Dadurch wird auch eine befestigte Zufahrt zu einer Ackerfläche versperrt. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Das Befahren dieses zu Ahnsen gehörenden Feldweges sei - mittels zweier Verkehrsschilder „deutlich gekennzeichnet“ - nur für landwirtschaftlichen Verkehr zulässig, „es parken auf diesem Weg aber häufig zehn bis 20 Autos“, beschreibt Ahnsens Bürgermeister Harald Niemann das Problem. Dies habe zur Folge, dass die Landwirte deren dort gelegene Felder und Gewächshäuser mit deren großen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Maschinen nur unter Schwierigkeiten erreichen können. Teilweise seien von Krankenhausbesuchern oder -mitarbeitern sogar frisch eingesäte Ackerflächen mit Autos befahren und dadurch „zum Schaden der Landwirte zerstört“ worden.

Seitens der Gemeinde Ahnsen ist die Leitung des Klinikums Vehlen bereits auf diesen Missstand aufmerksam gemacht und gebeten worden, die Mitarbeiter und Patienten darüber zu informieren, „dass dieser Feldweg keine zulässige Parkfläche ist“, so Niemann. Doch bislang ohne Erfolg. Zudem würden vor Ort auf ihr Fehlverhalten angesprochene Parksünder „nur wenig Verständnis für die Problematik“ aufbringen. Dies hätten ihm Ahnser Ratsmitglieder berichtet, die das Gespräch mit den Autofahrern gesucht hatten. Den Schilderungen der Ratsmitglieder nach hätten die Parksünder auf die Ansprache desinteressiert bis abweisend reagiert.

Da es mit dem wilden Parken so jedoch nicht weitergehen kann, möchte die Gemeinde Ahnsen, dass in diesem Bereich regelmäßige Kontrollen des ruhenden Verkehrs durchgeführt werden. Die genaue Vorgehensweise stimmt die Samtgemeinde Eilsen (Stichwort: Ordnungsamt) laut Niemann derzeit mit der Stadt Obernkirchen ab. Letzteres deswegen, weil ein Teil der neben dem Feldweg gelegenen landwirtschaftlichen Flächen nicht zur Gemarkung Ahnsen gehört, sondern auf Obernkirchener Gebiet liegt.

Hauptsache keine Parkgebühren zahlen. Der Landwirt wird, wenn’s zu eng sein sollte, schon einen Weg finden, um zu seinen Ländereien zu kommen. Foto: wk
  • Hauptsache keine Parkgebühren zahlen. Der Landwirt wird, wenn’s zu eng sein sollte, schon einen Weg finden, um zu seinen Ländereien zu kommen. Foto: wk

Handlungsbedarf besteht nach Meinung des Bürgermeisters im Übrigen auch deshalb, damit es auf dem Feldweg durch die großen landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Maschinen nicht noch zu ersten Schäden an den dort abgestellten Autos kommt. Denn das könnte dann zu noch „größeren Problemen“ führen.

KOMMENTAR:

Mensch Leute, das kann doch wohl nicht wahr sein. Um ein paar Euro Gebühr einzusparen, die für das Parken auf dem großen Parkplatz des Klinikums zu entrichten wären, am Feldweg parken und den Landwirten so das Leben schwer machen? Das ist doch wohl ein Armutszeugnis – und ignorant obendrein. Aber das passt in eine Zeit, da sich die Gesellschaft immer mehr zu einer Ich-Gesellschaft entwickelt, in der auf die Belange anderer keine Rücksicht mehr genommen wird. Schwer vorstellbar, dass jene Zeitgenossen, die in ihrem eigenen Verhalten offenbar kein Problem sehen, es gutheißen würden, wenn sie selbst Umwege in Kauf nehmen müssten, weil ihnen irgendwer mit seinem Fahrzeug verkehrswidrig den Weg versperrt.

Kostenpflichtige Verwarnungen der Falschparker durch das Ordnungsamt sind an dieser Stelle angebracht, zumal da das einkassierte Geld letztlich ja der Gesellschaft zugute kommt. wk




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