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Zur Erholung nach Deutschland

Gastfamilien für „Tschernobyl-Kinder“ gesucht

EILSEN. Für die jungen Gäste ist der Besuch eine Wohltat, für die Gastgeber eine spannende Erfahrung: Auch in diesem Jahr möchte die Arbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“ der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Eilsen im Sommer wieder für einige Wochen Gastkinder aus der verstrahlten Region nördlich von Tschernobyl aufnehmen.

veröffentlicht am 03.01.2019 um 12:23 Uhr
aktualisiert am 03.01.2019 um 16:50 Uhr

Schaumburger Familien mit ihren jungen weißrussischen Gästen – eine Aufnahme aus dem Sommer 2018. Foto: pr
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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite
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Die jungen Gäste werden vom 5. Juni bis 3. Juli für vier Wochen zur Erholung nach Schaumburg kommen. Nun sucht die Eilser Arbeitsgemeinschaft Gastfamilien, die bereit sind, jeweils zwei Kinder im Alter vom neun bis zwölf Jahren aufzunehmen.

Die Hilfsaktion hat eine lange Tradition, vor zwei Jahren feierte sie bereits ihren 25. Geburtstag. Seit 27 Jahren werden im Sommer Kinder aus Weißrussland nach Bad Eilsen und in die umliegenden Orte eingeladen. Inzwischen sind auch lang anhaltende Kontakte und Freundschaften entstanden.

Die Kinder kommen nach Deutschland, um sich von der Verstrahlung, die auch 33 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl immer noch sehr hoch ist, zu erholen. Gleich nach der Reaktorkatastrophe gab es vielerorts entsprechende Hilfsangebote, viele sind allerdings nicht übrig geblieben. In Eilsen ist man dagegen immer noch aktiv, hat die Hilfsangebote auf eine breite Basis gestellt – und das hat einen guten Grund.

„Sicher, die Kinder waren damals noch nicht geboren – aber sie wachsen in der verstrahlten Region auf“, sagt Ingmar Everding von der Arbeitsgemeinschaft. Täglich seien sie durch die Nahrung, die sie aufnehmen, und beim Spielen in den Wiesen und Wäldern der Strahlung ausgesetzt. Everding: „Mediziner bestätigen uns immer noch, wie wichtig es ist, dass die Kinder, gerade in ihrer Wachstumsphase, aus diesem Strahlenkreislauf herauskommen, um ihr Immunsystem in Deutschland zu stärken.“

Die Kinder werden in der Zeit ihres Aufenthalts in Schaumburg vormittags betreut. So können die Gastfamilien morgens ihrer Beschäftigung nachgehen oder Erledigungen ohne die Gastkinder unternehmen. Erst nach dem gemeinsamen Mittagessen gegen 14 Uhr geht es wieder zurück in die Familien.

Wer seine Gastkinder nicht bringen oder abholen kann, wird von einem Fahrdienst unterstützt. An den Wochenenden werden von der Arbeitsgemeinschaft Ausflüge und Unternehmungen angeboten, an denen auch die Gastfamilien mit den Kindern teilnehmen können. Für die Verständigung mit den Gästen aus Weißrussland, die meist nur wenig Deutsch sprechen, stehen Dolmetscher zur Verfügung, die immer angerufen werden können und die auch die Familien besuchen.

Wie Everding in einer Presseinformation mitteilt, fehlen noch Gastfamilien für den Aufenthalt im Jahr 2019: „Jeder der sich engagieren möchte, ist herzlich willkommen.“ Auch für die Betreuung und die Fahrdienste würden immer neue ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht. Die Gastfamilien können wählen, in welchem Alter die Jungen oder Mädchen sein sollen, die sie aufnehmen möchten.

Kontakt: Interessierte Gastfamilien werden gebeten, sich schnellstmöglich mit Diakon Ingmar Everding in Verbindung zu setzen. Telefon: (0 57 22) 7 18 97 73 E-Mail: i.everding@evkirche-eilsen.de.




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