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„Immer Ärger mit den Alten“: Schaumburger Bühne überzeugt in Bad Eilsen

Gelungener Theaterabend

BAD EILSEN. Die Zuschauer im voll besetzten Julianentheater haben mit der Boulevardkomödie „Immer Ärger mit den Alten“ einen vergnüglichen Abend im stilvoll renovierten Palais im Park erlebt. Die Schaumburger Bühne hatte sich mit dem Stück von Michael Brett das klassische Thema „Ehe“ und seine Geheimnisse vorgenommen.

veröffentlicht am 13.01.2019 um 12:44 Uhr
aktualisiert am 13.01.2019 um 17:40 Uhr

Auch 80 Jahre Ehe sind keine Garantie für Harmonie. Foto: gn

Autor:

Gabi Nachstedt
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BAD EILSEN. Die Zuschauer im voll besetzten Julianentheater haben mit der Boulevardkomödie „Immer Ärger mit den Alten“ einen vergnüglichen Abend im stilvoll renovierten Palais im Park erlebt. Die Schaumburger Bühne hatte sich mit dem Stück von Michael Brett das klassische Thema Ehe und seine Geheimnisse vorgenommen. Der Dreiakter war zeitlich umfangreich und nötigte den Schauspielern eine hohe Textsicherheit und Darstellungskunst ab, sodass sich die Zuschauer bestens unterhalten fühlten.

In der Komödie wird die Presse, die immer nach schrillen oder rührseligen Geschichten sucht, ein wenig auf die Schippe genommen. George Maxwell, Redakteur bei der englischen Provinzzeitung „Evening Star“, hatte eine Story aufgetan, in der zwei Hundertjährige ihren achtzigsten Hochzeitstag feiern. In der Erwartung einer Story über das immer noch verliebte Jubelpaar spenden die Leser dieser Zeitung, um den beiden Alten einen unvergesslichen Hochzeitstag in einem noblen Hotel in London zu ermöglichen.

Leider erweisen sich Henry und Sarah Mellowes doch nicht als das harmonische, immer noch innig verliebte Paar. Vielmehr benehmen sich die beiden ausgesprochen zänkisch, eigensinnig und zynisch zueinander. Auf die Frage einer BBC-Reporterin, ob es zwischen ihnen Liebe auf den ersten Blick gewesen sei, antwortet Henry: „Pah, Liebe auf den ersten Blick? Sie hat mich fünfmal abgewiesen. Und ich war so blöd, sie auch noch ein sechstes Mal zu fragen.“ Keine Frage, dass dieses Interview nicht gesendet werden darf.

Schwieriger ist es, die anderen Konkurrenzzeitungen auf Abstand zu halten, denn die wittern ihre Chance, die Provinzzeitung, die sich mit der angekündigten Homestory wohl übernommen hat, lächerlich zu machen.

Auf der Bühne ist ein Kommen und Gehen von Betreuerinnen des Jubelpaares, die mit ihren Nerven am Ende sind, weil der alte Mellowes sie ständig schikaniert. Da gibt es die Sekretärin der Redaktion und die Fotografin sowie Brenda, die frisch angetraute Braut des Journalisten, die sich schließlich als zwielichtig herausstellt. Besonders die Herausgeberin des „Evening Star“, Mrs. Elton, gespielt von Evi Dopheide, beeindruckt mit ihrer Darstellung der unerschrockenen Zeitungschefin, die so leicht nichts umhauen kann.

Die Schaumburger Bühne zeigte hier mit ihren Laienschauspielern unter der Regie von Jürgen Morche eine durchaus hintergründige Komödie, die den Akteuren vollen Einsatz abverlangte. Das Publikum in Bad Eilsen bedankte sich mit großem Applaus für den gelungenen Theaterabend.




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