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Drängelgitter oder Sperrpfosten?

Gemeinderat Buchholz: Pferde sind Gefahr für sanierte Wege

BUCHHOLZ. Einen fünfstelligen Euro-Betrag hat die Gemeinde Buchholz in die Instandsetzung mehrerer Wege gesteckt. Nun sorgt man sich seitens der lokalen Politik, dass diese Investition durch die Hufe von Pferden zerstört werden könnte.

veröffentlicht am 13.03.2019 um 12:19 Uhr
aktualisiert am 13.03.2019 um 16:40 Uhr

Die an dem sanierten Waldweg stehende Beschilderung ist eindeutig: Reiten verboten, Radfahren erlaubt! Foto: wk/Archiv
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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BUCHHOLZ. Im Herbst vergangenen Jahres hat die Gemeinde Buchholz drei wassergebundene Wege von einem Fachbetrieb sanieren lassen (wir berichteten). Da die Instandsetzung jedoch nicht zur vollen Zufriedenheit der Verwaltung ausgefallen war, ist mit dem ausführenden Unternehmen vereinbart worden, dass dieses die Wege nachbessert. Unterm Strich kostet dies die Kommune einen fünfstelligen Euro-Betrag.

Der vom Schützenhaus entlang des Waldrandes nach Osten hin verlaufende Waldweg werde durch Einarbeiten von zusätzlichem Schotter erneut saniert, konkretisierte Bürgermeister Hartmut Krause (WiB) bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Die beiden anderen Wege indes würden lediglich noch mal gewalzt.

WiB-Ratsherr Frank Puderbach regte in diesem Zusammenhang an, den Waldweg dort, wo dieser an die Gemarkung Rolfshagen anstößt, mit einem sogenannten „Drängelgitter“ für Pferde und Kutschen zu sperren. „Sonst sind die Wege bald kaputt“, mahnte er.

Krause gab zu bedenken, dass der besagte Waldweg nicht der Gemeinde Buchholz gehöre, sondern dem Fürstlichen Forstamt Bückeburg. Zudem handele es sich um einen ausgewiesenen Radweg, der somit für Fahrradfahrer offen bleiben müsse.

„Wir müssen nur verhindern, dass die aus Rolfshagen hierher kommen“, erwiderte Wolfgang Witt, der 1. stellvertretende Bürgermeister (WiB), bezogen auf die von dort über einen angrenzenden Wirtschaftsweg kommenden Pferde und Kutschen.

Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte Krause später, dass es wahrscheinlich nicht zulässig sei, den Waldweg mit einem Drängelgitter zu versehen. Allenfalls der Einbau von Sperrpfosten, zwischen denen Radfahrer hindurch gelangen können, sei seines Erachtens möglich. Darüber hat Krause nach eigener Schilderung auch schon mit dem zuständigen Revierförster gesprochen: Dieser habe nichts gegen solche Sperrpfosten, berichtete der Bürgermeister. Jedoch müsse die Gemeinde vor dem Einbau den offiziellen Weg beschreiten und sich erst noch das Einverständnis des Fürstlichen Forstamtes einholen.

Laut Krause darf in Wäldern übrigens nur auf ausgewiesenen Reit- und Fahrwegen geritten werden. Entsprechende Waldwege gibt es ihm nach auf Buchholzer Gebiet jedoch nicht. Anders formuliert: „Bei uns im Wald ist es verboten.“

Ebenfalls auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte Puderbach, dass die vorhandenen Hinweisschilder nur das Reiten verbieten, nicht aber das Führen der Pferde. Daher würden die Reiter halt absteigen und ihre Pferde am Zügel führen. Die frisch sanierten Wege würden durch die Hufe und das Gewicht der Tiere aber dennoch zerstört.

Außerdem ärgert sich Puderbach über die „renitente Art“, mit der manche Pferdebesitzer seiner Erfahrung nach reagieren, wenn diese auf etwaiges Fehlverhalten angesprochen werden. Dies sei ihm zufolge mitunter auch zu erleben, wenn Pferdeleute aufgefordert würden, etwaige auf den Weg oder etwa die Straße gefallene „Hinterlassenschaften“ (Kot) ihrer Tiere zu beseitigen.




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