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Datenschutz ist Thema beim Sozialarbeiter-Fachtag

„Geschasste Mitarbeiter“ schwärzen oft an

BAD EILSEN. Die Landesarbeitsgemeinschaft Niedersachsen der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) hat in Bad Eilsen eine Fachtagung für Sozialarbeiter ausgerichtet. Veranstaltungsort war die in der Wiesenstraße gelegene Bückeberg-Klinik.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 13:37 Uhr
aktualisiert am 13.05.2019 um 16:40 Uhr

Zum Programm der DVSG-Fachtagung gehörte auch eine Besichtigung der Bückeberg-Klinik, bei der Mitarbeiter des Hauses – hier: der Psychologe Jens Hendriksen (re.) – über deren Arbeit informierten. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Das Themenspektrum der Fortbildungsveranstaltung war breit gefächert: Auf dem Programm stand zum einen ein Vortrag über den seitens der Sozialdienste sowie der Reha- und Akut-Kliniken zu beachtende Datenschutz. Außerdem wurde über das Thema „Patientenrecht ‚Wunschklinik‘“ sowie über die „Ergänzende unabhängige Teilhabe-Beratung“ informiert. Dabei hatten die insgesamt knapp 30 Teilnehmer der Tagung auch Gelegenheit, den Vortragenden sie interessierende Fragen zu stellen.

Situationen

zum Kopfschütteln

„Da gibt es schon Situationen, wo man nur den Kopf schütteln kann“, kommentierte Giovanni Micino, zertifizierter Datenschutzbeauftragter des TÜV Süd, die im Bereich des Gesundheitswesens einzuhaltenden Datenschutzvorschriften. Konkret ging es um die Weitergabe beziehungsweise Übermittlung von personenbezogenen Daten an Dritte sowie um die Dokumentation und Archivierung von Patientendaten.

So darf Micino zufolge Besuchern eines im Krankenhaus liegenden Patienten seitens des Empfangs- beziehungsweise Klinikpersonals eigentlich nicht gesagt werden, ob jener Patient dort stationär aufgenommen ist und in welchem Patientenzimmer dieser gegebenenfalls untergebracht ist. Hinsichtlich des Datenschutzes problematisch ist es ihm nach auch, wenn in der Verwaltung einer Einrichtung – etwa aus Kostengründen – ein zentraler Netzwerkdrucker auf dem Flur betrieben wird, auf dessen Ausdrucke quasi jeder Zugriff hat, der an dem Gerät vorbeikommt.

Ferner wies Micino darauf hin, dass Polizisten, die Erkundigungen über einen Patienten einholen möchten, ohne eine vorliegende gerichtliche Aufforderung keinerlei Auskünfte über jenen Patienten erteilt werden dürfen (Stichwort: Schweigepflicht).

Demgegenüber habe ein Patient allerdings das Recht, Einsicht in die diesen selbst betreffende Patientenakte zu nehmen, betonte der Referent. Ebenso müsse man dem Patienten auf Wunsch Kopien der Unterlagen aushändigen, die man diesem aber in Rechnung stellen könne.

Weggehen und

vom Leder ziehen

Zur Frage, von wem Betriebe aufgrund etwaiger Verstöße gegen datenschutzrechtliche Vorschriften angeschwärzt werden, gab Micino folgende Information: In den meisten Fällen handelt es sich um von den jeweiligen Betrieben „geschasste Mitarbeiter“, die es ihren früheren Arbeitgebern heimzahlen wollen. „Die gehen weg und ziehen dann richtig vom Leder“, unterstrich er.

Auf Platz zwei des Rankings finden sich laut dem Experten indes Anschuldigungen unzufriedener Kunden – noch vor Anschwärzungen vonseiten der Konkurrenz.




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