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„Der Betrieb ist nicht insolvent!“

Hilaris: Altenpflege von Zwangsversteigerung unberührt

BAD EILSEN. Die vom Alten- und Pflegeheim „Hilaris“ gepachtete Immobilie Herminenstraße 4, in der jene Einrichtung ihren Sitz hat, soll im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Laut Amtsgericht Bückeburg soll das auf 1,25 Millionen Euro geschätzte Objekt am Dienstag, 6. November, unter den Hammer kommen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie es mit dem etablierten Alten- und Pflegeheim „Hilaris“ weitergeht.

veröffentlicht am 18.10.2018 um 13:21 Uhr
aktualisiert am 19.10.2018 um 15:30 Uhr

Das als Altenpflegeheim konzipierte Gebäude kann im Rahmen einer Zwangsversteigerung erworben werden. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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BAD EILSEN. Die vom Alten- und Pflegeheim „Hilaris“ in Bad Eilsen gepachtete Immobilie an der Herminenstraße 4, in der jene Einrichtung ihren Sitz hat, soll im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Das ist einer Information des Amtsgerichts Bückeburg zu entnehmen, nach der das auf einen Verkehrswert von 1,25 Millionen Euro geschätzte Objekt am Dienstag, 6. November, unter den Hammer kommen soll. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie es mit dem etablierten Alten- und Pflegeheim „Hilaris“ weitergeht.

Anberaumt sei lediglich die Zwangsversteigerung der Immobilie, dies bedeute jedoch nicht, dass auch der Heimbetrieb betroffen ist, erklärt Constanze Masuch, Geschäftsführerin der das Haus betreibenden Alten- und Pflegeheim Hilaris GmbH & Co. KG. Heißt also: „Der Betrieb ist nicht insolvent.“ Dies auseinanderzuhalten, sei „ganz wichtig“ – und daher laufe in der Pflegeeinrichtung derzeit alles weiter wie bisher.

Auf Nachfrage berichtet Masuch, dass sie und ihr (inzwischen verstorbener) Ehemann Peter Masuch im Jahr 2001 gemeinsam mit dem Alten- und Pflegeheim „Hilaris“ an den Start gegangen waren. Wobei Peter Masuch der alleinige Inhaber der Immobilie gewesen sei, während das Alten- und Pflegeheim „Hilaris“ das Gebäude nebst Grundstück gepachtet habe.

Die damalige alte Villa, in der ein vorheriger Betreiber bereits ein kleines Seniorenwohnheim unterhalten hatte, sei 2001 nach dem erfolgten Eigentümerwechsel um einen großen Anbau erweitert worden, wodurch die Anzahl der genehmigten stationären Pflegeplätze auf insgesamt 42 Betten angewachsen sei.

Im Januar 2015 sei Peter Masuch jedoch unerwartet verstorben, führt Constanze Masuch weiter aus. Und da sie das Erbe ausgeschlagen habe, sei hinsichtlich der Immobilie eine Nachlassverwalterin eingesetzt worden. Seitdem habe jene Nachlassverwalterin versucht, die Immobilie zu verkaufen – jedoch ohne Erfolg. Und das, obwohl es mehrere Interessenten gegeben habe, von denen einige auch zum Ausdruck gebracht hätten, das Alten- und Pflegeheim in Eigenregie betreiben zu wollen.

Warum der Verkauf aber immer wieder gescheitert ist, vermag Masuch nicht zu erklären: „Es gab ausreichend Interessenten“, so die Geschäftsführerin. Zu der anstehenden Zwangsversteigerung hätte es ihrer Ansicht nach daher nicht kommen müssen. Trotzdem sei nun die Zwangsversteigerung anberaumt, wohl weil die Geduld auf Gläubigerseite mittlerweile erschöpft sei.

„Mir ist wichtig, dass die uns anvertrauten alten Menschen hier weiterhin ihr Zuhause haben und dass auch unsere Mitarbeiter hier weiterhin arbeiten können“, sagt Masuch. Ergänzend berichtet sie, dass im „Hilaris“ aktuell rund 35 Mitarbeiter beschäftigt sind – davon 22 in der Pflege und elf im hauswirtschaftlichen Bereich. Zum Vergleich: Belegt waren zum Zeitpunkt des mit dieser Zeitung geführten Pressegesprächs 37 der insgesamt 42 Pflegeplätze.

Dass das Gebäude von einem möglichen Käufer für einen anderen Nutzungszweck als dem Betrieb eines Pflegeheimes ersteigert wird, glaubt Masuch nicht: Zwar habe ein Erwerber eines gewerblich genutzten Gebäudes ihres Wissens nach ein den Pachtvertrag betreffendes Sonderkündigungsrecht, dies besage aber nicht, dass man das Gebäude sofort räumen müsse, erklärt die Geschäftsführerin. Sie gehe jedenfalls davon aus, dass der Betrieb des Alten- und Pflegeheimes auch nach der Versteigerung fortgeführt wird; gegebenenfalls sogar dergestalt, dass der Investor den Betrieb übernimmt. Eine andere Nutzung des Gebäudes „wäre völlig widersinnig, weil es ja als Altenpflegeeinrichtung konzipiert ist“, unterstreicht Masuch. Zudem würden ständig freie Pflegeplätze gesucht.




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