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Er fegt die Gossen und jätet Unkraut

Ingolf Szafraniak sorgt auf 450-Euro-Basis für sauberes Dorf

HEESSEN. Seit ein paar Monaten ist Ingolf Szafraniak im Dienst der Gemeinde Heeßen unterwegs, um die Gossen zu fegen, die Buswartehäuschen zu säubern und Unkraut im Bereich des Denkmals zu jäten. Der Rat der Gemeinde hat Szafraniak auf 450-Euro-Basis eingestellt.

veröffentlicht am 01.04.2019 um 11:24 Uhr

Bürgermeister Harald Bokeloh (rechts) und sein neuer Mitarbeiter Ingolf Szafraniak sprechen durch, was an diesem Tag noch erledigt werden soll. Foto: möh

Autor:

Cord-Heinrich Möhle
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HEESSEN. Im Dorf ist er mittlerweile bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“. Ingolf Szafraniak sorgt seit einigen Monaten dafür, dass auch an den kleinen und kleinsten Stellen aufgeräumt und sauber gemacht wird. Der neue Mitarbeiter der Gemeinde wird auf 450-Euro-Basis beschäftigt. Er erledigt die Aufgaben, für die es sich nicht lohnt, den Bauhof der Samtgemeinde zu beauftragen, wie Bürgermeister Harald Bokeloh im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt.

Schon seit Jahren wird im Rat der Gemeinde darüber geklagt, dass kleinste Arbeiten, obwohl sie eigentlich erledigt werden müssten, immer wieder verschoben werden. Der Grund: Niemand wollte so recht den Bauhof der Samtgemeinde, zuständig auch für Heeßen, damit beauftragen, denn alle waren der Meinung, „dafür lohnt es sich nicht“. Besonders das Buswartehäuschen an der Hauptstraße gegenüber dem „Heeßer Krug“, in dem sich im Herbst immer wieder Laubreste ansammeln, brachte schließlich das „Fass zum Überlaufen“.

Der Gemeinderat beschloss, einen eigenen Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis einzustellen, der sich um ein „sauberes Dorf“ kümmern sollte und bei Bedarf auch kurzfristig einspringen kann. Die heimischen Politiker verstehen die neue Kraft aber keinesfalls als Konkurrenz zum Bauhof, sondern sehen sie als eine Art Ergänzung an. Bokeloh: „Wir haben überhaupt keine Klagen, sondern sind mit dem Bauhof und seiner Arbeit bestens zufrieden.“

Die Wahl der Gemeinde fiel auf Szafraniak, den eigentlich alle Freunde und Bekannten nur „Ingo“ nennen. Der 66-jährige Rentner ist gelernter Schlosser, und ihm macht nach eigenen Worten vor allem die Arbeit an der frischen Luft viel Spaß. Mit einer Liste, auf der seine Aufgaben aufgeschrieben sind, macht er sich, wenn es nicht gerade regnet, mit Auto und Anhänger, auf dem er sein vielleicht benötigtes Werkzeug immer dabei hat, an die Arbeit. So fegt er die Gossen, zieht Unkraut auf dem Platz vor dem Denkmal an der Ecke Haupt-/Auestraße, säubert die Buswartehäuschen im Dorfgebiet und sammelt Müll ein, den manche Zeitgenossen auf dem Spielplatz am Schützenhaus hinterlassen. Szafraniak benutzt dazu sein eigenes Werkzeug, die Gemeinde zahle ihm dafür einen kleinen Obolus, betont er.

Der Bürgermeister erklärt, was sein neuer Mitarbeiter, mit dem die Gemeinde sehr zufrieden sei, nicht erledigt: Er werde keinesfalls Hecken schneiden oder Bäume fällen. Bokeloh: „Diese und andere aufwendige Arbeiten werden auch in Zukunft vom Bauhof erledigt.“

Neben der Gemeinde Heeßen haben auch die Kommunen Ahnsen und Luhden seit geraumer Zeit eigene Mitarbeiter auf Geringfügigkeit eingestellt, um den Bauhof der Samtgemeinde in vielen kleinen Dingen entlasten zu können.




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