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„Das ist ein super Vorschlag“

Interessengemeinschaft will bessere Friedhofsausschilderung

EILSEN. Sind die beiden Friedhöfe Heeßen und Luhden für Ortsfremde schlecht zu finden? Nach Meinung der Interessengemeinschaft zur Förderung und Erhaltung der Lebensqualität in der Samtgemeinde Eilsen (IGEL) ja. Der Verein hält daher eine bessere Ausschilderung für geboten.

veröffentlicht am 13.03.2019 um 12:15 Uhr
aktualisiert am 13.03.2019 um 16:30 Uhr

Auf den „Ruheforst“ weisen an der Bundesstraße 83 unter anderem Verkehrszeichen vom Typ 432 hin. Eine vergleichbare Ausschilderung wünscht sich der Verein IGEL hinsichtlich der Friedhöfe Heeßen und Luhden. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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EILSEN. Warum ist der Weg zu den beiden in Heeßen und Luhden gelegenen Friedhöfen nicht an der nahen Bundesstraße 83 ausgeschildert? Eine entsprechende Beschilderung würde doch bewirken, dass diese Begräbnisstätten von ortsunkundigen Besuchern leichter gefunden werden. Diese Frage hat sich die Interessengemeinschaft zur Förderung und Erhaltung der Lebensqualität in der Samtgemeinde Eilsen (IGEL) sinngemäß schon vor längerer Zeit gestellt.

Doch die Bemühungen des Vereins, solche Hinweisschilder aufstellen zu lassen, sind bislang nicht von Erfolg gekrönt: Bei einem der jährlichen Treffen des Vereins mit Amtsträgern der Samtgemeinde Eilsen und deren Mitgliedsgemeinden sei dem Vorstand erklärt worden, dass derartige Schilder an der Bundesstraße 83 nicht platziert werden dürften, berichtet Herbert Hagen, der Vorsitzende des Vereins. Lediglich an den Landes- und Kreisstraßen sowie an anderen untergeordneten Straßen dürften solche Schilder installiert werden; wobei dies dann von der örtlichen Kirchengemeinde beantragt werden müsste.

Für Hagen ist eine Ausschilderung der beiden Friedhöfe an der Bundesstraße jedoch erforderlich. Denn immer wieder gebe es ihm zufolge Ortsfremde, die dort zu einer Beerdigung wollten, aber den jeweiligen Friedhof nicht gleich fänden; mitunter würden diese Gäste dann verspätet bei der Beerdigung eintreffen oder sie verpassten diese sogar ganz.

Der Verein IGEL möchte daher an insgesamt drei Standorten Schilder aufstellen, die den Weg zu den beiden Begräbnisstätten weisen: An der B 83-Kreuzung Bückeburger Straße/Dorfstraße sollen sowohl der Heeßer Friedhof als auch der Luhdener Friedhof ausgeschildert werden. Auf den Luhdener Friedhof soll darüber hinaus an der B 83-Kreuzung Am Bruch/Schermbecker Trift aufmerksam gemacht werden; ebenso dann an der Einmündung der Dorfstraße in die Barkser Straße/Schermbecker Trift.

Nicht nachvollziehbar ist für Hagen im Übrigen, dass der im Harrl gelegene Ruheforst des Fürstlichen Forstamtes Bückeburg an der Bundesstraße 83 auf Höhe Selliendorf offiziell ausgeschildert ist, dies aber eben hinsichtlich der beiden Friedhöfe Heeßen und Luhden nicht erlaubt sein soll. „Es ist ja wichtig, dass die Leute den Friedhof finden“, betont der IGEL-Vorsitzende. Aber was für den Ruheforst gelte, müsse auch für die anderen Begräbnisstätten gelten.

Dazu merkt Rainer Wolff, der stellvertretende Vorsitzende, an, dass der Verein wegen dieser Angelegenheit auch schon mit dem Luhdener Pastor Felix Nagel (evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Eilsen) Kontakt aufgenommen habe. Dieser habe daraufhin erklärt, das Thema Friedhof-Ausschilderung im Kirchenkreis besprechen zu wollen. „Die Kirche hat natürlich ein großes Interesse daran“, unterstreicht Wolff.

„Das ist ein super Vorschlag“, bestätigt Nagel. Seitens der Kirchengemeinde wolle man diesbezüglich Gespräche mit deren Partnern in der Samtgemeinde führen, um zu klären, wie das Vorhaben zu realisieren sei.

Von Anja Gewald, Pressesprecherin des Landkreises Schaumburg, ist zu diesem Thema zu erfahren, dass auch der Verein IGEL das Aufstellen der Hinweisschilder „im Sinne einer Anregung“ formlos beim Straßenverkehrsamt beantragen könne. Jene Fachbehörde würde dieses Anliegen dann mit den betroffenen Gemeinden, dem Straßenbaulastträger und der Polizei erörtern und nach Prüfung eine Entscheidung treffen. Kriterien, die dabei eine Rolle spielen, sind laut Gewald etwa die Fragen, ob es in Bezug auf die beiden Friedhöfe „Suchverkehre“ gibt, beziehungsweise ob diese Friedhöfe für Ortsunkundige derzeit nicht zu finden sind und ob die Hinweisschilder zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen. Sollte vom Amt die Notwendigkeit einer Beschilderung festgestellt werden, könnten entsprechende Wegweiser (Verkehrszeichen 432) an der Bundesstraße 83 installiert werden.

„Es muss einfach jemand die Initiative ergreifen“, sagt die Pressesprecherin des Landkreises. Die Ausschilderung des Ruheforstes Schaumburger Land Bückeburg sei seinerzeit wahrscheinlich ja ebenfalls von jemandem beantragt worden.




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