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Hubertusmesse in Bad Eilsen

Jagdhornbläser sorgen für Gänsehaut

BAD EILSEN. Knapp 100 Gottesdienstbesucher fanden den Weg zur Hubertusmesse nach Bad Eilsen. Zu dem Gottesdienst in der Christuskirche hatten die evangelische Kirchengemeinde und das Jagdhornbläsercorps Schaumburg geladen.

veröffentlicht am 01.11.2018 um 12:39 Uhr
aktualisiert am 01.11.2018 um 16:40 Uhr

Mal laut und intensiv, mal leise und gefühlvoll klangen die Parforce-Hörner des Jagdhornbläsercorps Schaumburg am Abend der Hubertusmesse in der Bad Eilser Christuskirche. Foto: hil
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Autor

Anja Hillmann Reporterin
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Für diejenigen, die nicht mit der Hubertusmesse vertraut waren, schien es im ersten Moment etwas befremdlich, im Altarraum der Christuskirche ein großes Hirschgeweih, umrahmt von frischem Tannengrün, unter dem Standkruzifix liegen zu sehen. Doch diese Dekoration hat ihre Geschichte: Der Legende nach war Hubertus ein wilder, zügelloser Jäger, der im 8. Jahrhundert in den belgischen Ardennen lebte. Der Adelige soll laut Legende bei der Jagd im Geweih eines großen Hirsches eine Kruzifix-Erscheinung gesehen und eine Stimme gehört haben. Diese forderte ihn auf, sich nicht nur dem weltlichen Reichtum zu widmen, sondern auch an das ewige Leben zu denken. Ein Erlebnis, das Hubertus nachhaltig veränderte.

Es veranlasste ihn, seine Waffen abzulegen, seine Ämter und seinen gesamten Besitz abzugeben. Nach einiger Zeit als Einsiedler wurde er Mönch und später sogar Bischof zu Lüttich. Zeit seines Lebens trat er für die Verbundenheit des Menschen zur Natur ein und hat sich für den sorgsamen Umgang mit den Gütern der Erde starkgemacht. Zu seinem Gedenken wird der Tag des Heiligen Hubertus jährlich am 3. November begangen.

Nach der Begrüßung durch Pastor Felix Nagel, den Hegeringleiter Bückeburg, Henning Brückmann, und den 1. Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, Dirk Hasse, folgte ein Abendmahlsgottesdienst, der durch die Musikbeiträge des Bläsercorps geprägt war. Gespielt wurde auf den großen geschwungenen „Parforce-Hörnern“, zehn Stück an der Zahl. Begleitet wurden die Bläser an der Orgel durch die erfahrene Musikerin Christine Ziegler.

In seiner Predigt erläuterte Pastor Nagel seine Gedanken zum Thema „Zielverfehlungen“. Unter anderem beschrieb er die Tatsache, dass es in der Jagd, wie auch im normalen Leben, ganz natürlich sei, wenn manch gut geplanter Schuss danebengehe. Der Mensch könne sich dann aber erneut ausrichten oder müsse seine Situation neu überdenken, sodass nicht auch der zweite Schuss sein Ziel verfehle.

Das Jagdhornbläsercorps Schaumburg unter der Leitung von Hartmut Grün hat mit der sehr stimmungsvollen Hubertusmesse den Gottesdienst beeindruckend einmal ganz anders mitgestaltet. Die vorgetragenen Stücke wie „Glocken“ und „Agnus Dei“ von R. Stief sowie „Gebet der Jäger“ von Josef Schantl erlebten die Besucher nicht nur wegen der Lautstärke der Parforce-Hörner als sehr intensiv, sondern sie sorgten auch wegen ihrer hervorragenden Präsentation für Gänsehautmomente. Pastor Nagel bedankte sich zum Abschluss bei den Musikern für die außergewöhnliche musikalische Begleitung, für kostbare Augenblicke und zauberhafte Klänge. Dieser Dank wurde durch einen kräftigen Applaus der Gottesdienstbesucher bekräftigt.

Ob man nun die Jagd mag oder nicht – solche Abende lassen erahnen, dass Jäger nicht nur des Nachts auf ihrem Hochsitz dem kapitalen Hirsch auflauern, sondern sich mit Hingabe und Respekt vor der Natur um die Hege und Pflege ihrer Reviere kümmern.

Termin: Das Jagdhornbläsercorps Schaumburg hat sich aus den vielen bestehenden Versionen der Hubertusmesse eine Fassung zusammengestellt, die unterschiedliche Komponisten des 19. Jahrhunderts, heutige Arrangeure sowie einige bearbeitete Choräle berücksichtigt. Wer das Jagdhornbläsercorps noch einmal live erleben will, kann das am morgigen Sonnabend um 19 Uhr in der Martins-Kirche in Hohnhorst und am Sonntag in der St.-Markus-Kirche in Lauenau. Die Eintritte sind frei.




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