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„Steakhaus Freesisch Och’s“ ist dicht / Dieter und Ljubica Kleen wechseln in den Ruhestand

Kein Nachfolger


LUHDEN. Im „Steakhaus Freesisch Och’s“ ist seit Mitte Dezember die Küche kalt, und auch der angeschlossene Hotelbetrieb steht still. Denn trotz mehrjähriger Suche ist es dem bisherigen Pächter nicht gelungen, einen Nachfolger zu finden.

veröffentlicht am 19.12.2018 um 10:28 Uhr
aktualisiert am 19.12.2018 um 11:12 Uhr

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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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Fleisch-Liebhaber, die bislang nach Luhden gekommen sind, um sich bei Dieter und Ljubica Kleen ein herzhaftes Steak-Gericht schmecken zu lassen, müssen sich eine neue Adresse suchen. Denn das seit knapp zehn Jahren von dem Gastronomenpaar in der Eilser Straße 1 betriebene, weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte „Steakhaus Freesisch Och’s im Landgasthof-Hotel Klein Eilsen“ ist geschlossen.

Lange schon hatte Dieter Kleen, der Pächter des Hauses, angekündigt, dass er und seine Ehefrau nicht erst im hohen Alter in den wohlverdienten Ruhestand wechseln möchten. Seit drei Jahren hatte er daher nach einem Nachfolger gesucht - bundesweit, wie der 67-Jährige verrät. Aber leider ohne Erfolg. Zwar habe es in der Zeit mindestens 30 bis 40 Interessenten gegeben, doch sei letztlich kein geeigneter Kandidat darunter gewesen. Die Gründe, die er nennt, sind vielfältig: Mal fehlte die fachliche Kompetenz, ein Restaurant mit angeschlossenem Hotelbetrieb (acht Zimmer) zu führen, mal das notwendige Kapital - mitunter auch beides. Viele der Interessenten hatten zudem „Angst, am Wochenende zu arbeiten“.

Dieter Kleen bedauert das. Gerne hätte er es gesehen, wenn die Suche nach einem neuen Pächter geglückt wäre und der bis zuletzt „sehr gut“ gelaufene Hotel- und Gastronomiebetrieb fortgeführt werden würde. Wenn ein Nachfolger das bewährte Konzept hätte beibehalten wollen, wäre er auch bereit gewesen, diesen einzuarbeiten und ein paar Geheimnisse seines Erfolgs zu verraten. Dazu aber ist es halt nicht gekommen. Stattdessen ist der Betrieb seit Mitte Dezember eingestellt.

Der „Captain’s table“ - ein runder Tisch für sieben Personen - war der begehrteste Platz im „Steakhaus Freesisch Och’s“, erzählen Dieter und Ljubica Kleen. Foto: wk

So oder so hört Dieter Kleen mit einem - wie man sagt - lachenden und weinenden Auge auf: „Ich bin in der Gastronomie geboren“, berichtet er in Anspielung auf seinen Großvater, der im Jahr 1921 einen Gastronomiebetrieb eröffnet hatte. Er selbst, gelernter Koch, machte sich im Jahr 1981 mit einer Kneipe in Stade beruflich selbstständig. 1988 kam Ehefrau Ljubica dazu. Zusammen zogen sie in die hiesige Region um. Zunächst bewirtschafteten sie in Münchehagen ein Lokal namens „Erlengrund“. Dann betrieben sie zwölf Jahre lang das „Brauhaus“ in Bückeburg, danach das „Hotel am Kurpark“ in Bad Eilsen und schließlich - von 2009 an - das „Steakhaus Freesisch Och’s“ in Luhden.

Letzteres habe Steak-Liebhaber aus einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern angezogen, resümiert Dieter Kleen nicht ohne Stolz. Mehr noch: Einige seiner Stammgäste seien sogar in Polen beheimatet. Hierzu erklärt er, dass es sich bei jenen Polen um vier Herren handelt, die zweimal pro Jahr in Düsseldorf zu tun haben. Und auf der Durchreise machten diese bislang immer Station in Luhden, um im „Steakhaus Freesisch Och’s“ zu speisen und in dem angeschlossenen Hotel zu übernachten. Die Bestellung der vier Herren war stets gleich: Erstmal für jeden einen Wodka zum Auftakt, dann pro Person ein 600-Gramm-Steak nebst Beilagen als Hauptgericht und als „Nachtisch“ noch für jeden ein 300 Gramm schweres Filetsteaks hinterher.




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