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Fahrschüler müssen üben

Kein Verständnis für Gefahrbremsungen

BAD EILSEN. Zwei mit einem Fahrschulauto zu absolvierende Übungen, die schon seit Jahren fester Bestandteil der praktischen Vorbereitung auf die PKW-Führerschein-Prüfung sind, sorgen in jüngerer Zeit zunehmend für Ärger. Bei dem einen Verkehrsmanöver handelt es sich um das „gefahrlose Wenden“, bei dem anderen um die sogenannte „Schlagbremsung“. Das berichtet Ditmar Everding, der – wohnhaft in Bad Eilsen – Vorsitzender des Kreisverbandes Schaumburg des Fahrlehrerverbandes Niedersachsen ist.

veröffentlicht am 29.10.2018 um 12:29 Uhr
aktualisiert am 29.10.2018 um 16:10 Uhr

Fahrschüler müssen üben – auch Wende- und Bremsmanöver. Foto: Symbolfoto dpa
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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BAD EILSEN. Zwei mit einem Fahrschulauto zu absolvierende Übungen, die schon seit Jahren fester Bestandteil der praktischen Vorbereitung auf die Pkw-Führerschein-Prüfung sind, sorgen zunehmend für Ärger. Bei dem einen Verkehrsmanöver handelt es sich um das „gefahrlose Wenden“, bei dem anderen um die sogenannte „Schlagbremsung“. Das berichtet Ditmar Everding, der – wohnhaft in Bad Eilsen – Vorsitzender des Kreisverbandes Schaumburg des Fahrlehrerverbandes Niedersachsen ist.

Beim „gefahrlosen Wenden“ geht es nach Auskunft des Experten darum, dass die Fahrschüler auf Ansage des Fahrlehrers hin selbstständig eine nahe Gelegenheit finden, wo sie das Auto anhalten und dann zurücksetzen können, um das Fahrzeug zu wenden. Je nach den örtlichen Gegebenheiten können die Fahrschüler dazu beispielsweise in eine einmündende Straße oder aber auch in eine Grundstückseinfahrt zurückstoßen. Letzteres führt laut Everding mitunter jedoch zur Verärgerung der jeweiligen Grundstückseigentümer, wenn diese für derartige Wendemanöver auf Privatbesitz kein Verständnis haben.

Für Unverständnis bis hin zu lautstarken Unmutsbekundungen sorgen bisweilen zudem die „Schlagbremsungen“ (Gefahrbremsungen), bei denen die Schüler den Wagen aus etwa Tempo 30 mit einer Vollbremsung zum Stehen bringen müssen. Hierbei sollen die Fahrschüler die Wirkung des Antiblockiersystems (ABS) der Bremsanlage kennenlernen, damit sie in echten Gefahrensituationen auch „den Mut haben“, kräftig auf die Bremse zu treten, ohne dann beim plötzlichen Einsetzen des ABS zu erschrecken, erklärt Everding – nicht ohne zu betonen, dass man als danebensitzender Fahrlehrer selbstverständlich darauf achte, dass die für diese Übung ausgewählte Straße während des Bremsmanövers in alle Richtungen frei ist und niemand gefährdet wird.

Doch gebe es mitunter Leute, die diese Bremsübungen zum Beispiel aus dem Fenster oder Garten sehen und diese Vollbremsungen vermeintlich als Verkehrsrowdytum einstufen; oder sie halten irrtümlich den Fahrlehrer respektive den Fahrschüler für unfähig.

Sowohl das „gefahrlose Wenden“ als auch die „Schlagbremsung“ sind aber eben wichtige Inhalte der Fahrschulausbildung, die daher auch in der Prüfung zum Erwerb des Pkw-Führerscheins relevant sind, sagt Everding. Dass sich heute vergleichsweise mehr Menschen über diese beiden Übungen aufregen, erklärt sich der Schaumburger Kreisvorsitzende des Fahrlehrerverbandes Niedersachsen nicht zuletzt so: „Die ganze Gesellschaft ist ja mehr ichbezogen.“ Und entsprechend größer sei heutzutage daher die Erregung, wenn sich die Menschen gestört fühlen.




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