weather-image
23°

Sie sind wieder da!

Kinder aus Swonez und Umgebung herzlich begrüßt

BAD EILSEN. Am vergangenen Donnerstag sind die diesjährigen „Tschernobyl-Kinder“ auf dem Flughafen in Hannover gelandet. Für die nächsten vier Wochen ist nun wieder eine Gruppe in der Samtgemeinde Eilsen und Umgebung untergebracht und freut sich auf den gemeinsamen Erholungsurlaub bei ihren Gastfamilien.

veröffentlicht am 11.06.2019 um 14:57 Uhr
aktualisiert am 11.06.2019 um 18:50 Uhr

Die 14 Kinder aus dem weißrussischen Swonez und Umgebung stellen sich im Gottesdienst am Pfingstmontag persönlich vor, manche sogar auf Deutsch. Foto: hil
Avatar2

Autor

Anja Hillmann Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BAD EILSEN. Für die nächsten vier Wochen ist nun wieder eine Gruppe „Tschernobyl-Kinder“ in der Samtgemeinde Eilsen und Umgebung untergebracht und freut sich auf den gemeinsamen Erholungsurlaub bei ihren Gastfamilien. Am vergangenen Donnerstag sind sie auf dem Flughafen in Hannover gelandet. Im Gottesdienst zum Pfingstmontag wurden die Kinder aus der verstrahlten Region in Weißrussland in der Christuskirche herzlich durch die Gemeindemitglieder begrüßt.

Zu Beginn des Festgottesdienstes stellten sich die 14 Kinder aus dem Gebiet in und um das Partnerdorf Swonez (nördlich von Tschernobyl) gemeinsam mit ihrer Dolmetscherin und einer weiteren Begleiterin vor. Viele der Neun- bis Zwölfjährigen schafften das sogar bravourös in Deutsch, andere wurden Opfer ihrer Aufregung und überließen es ihrer Dolmetscherin Yana Surak, zu übersetzen. Erstmals ist in diesem Jahr auch ein an Krebs erkranktes Kind im Rollstuhl dabei. Seine Mutter bedankte sich in der Vorstellungsrunde herzlich für diese Möglichkeit, in Bad Eilsen ein paar Wochen der Erholung erleben zu können.

Obwohl die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl schon über 30 Jahre zurückliegt, ist die Hilfe in der stark verstrahlten Region nötiger denn je. Denn viele Menschen leiden immer noch an den Folgeerkrankungen der Strahlung. Besonders bei den Kindern und Säuglingen, die in dieser verseuchten Umgebung geboren wurden und aufwachsen, steigt immer noch die Zahl der Erkrankungen.

Hier hieß es Schwimmwesten anziehen: Der erste Ausflug in der Gruppe mit dem Kanu auf der Leine war trotz Wind ein tolles Abenteuer für die jungen Gäste. Foto: pr

Dass diese Folgen den betroffenen Gebieten noch viele Jahre oder gar Jahrhunderte erhalten bleiben werden, erklärte Ingmar Everding. Der Ansprechpartner und Kontaktmann der Eilsener „Tschernobyl-Hilfe“ zeigte in einer kurzen Ansprache sehr anschaulich, wie lange es dauert, bis Radioaktivität sich wieder abgebaut hat. Mithilfe eines Zollstockes verdeutlichte er, wie wenig Radioaktivität bisher neutralisiert wurde und welch lange Zeitspanne noch bevorsteht. Everding betonte, wie wichtig es auch weiterhin sei, Gastfamilien zu finden, die diesen Aufenthalt erst möglich machen. Besonders freute er sich darüber, dass in diesem Jahr zwei neue Gastfamilien aus der Samtgemeinde Eilsen dazugestoßen sind.

Für die bunt zusammengewürfelte Gästeschar hat das Betreuerteam für die nächsten Wochen wieder ein abwechslungsreiches Programmangebot zusammengestellt. Unterstützung leisten wie in jedem Jahr zahlreiche örtliche Vereine. Am vergangenen Wochenende konnte die Gruppe bereits bei bestem Wetter eine aufregende Kanutour auf der Leine erleben. Auf dem Programm stehen weiterhin einige Besuche im Schwimmbad, Austoben im „Ramba-Zamba“, ein Mittsommerfest, ein Ausflug zum Salz- & Zuckerland und vieles mehr.

In der Regel wird im Kirchenzentrum in Luhden gemeinsam zu Mittag gegessen – zum einen, um die Gastfamilien zu entlasten, aber auch, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Die besonderen Leckerbissen werden wieder durch Familie Bergmann und einige Helfer frisch auf den Tisch gebracht.

Wie die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, wird es natürlich bei dem einen oder anderen Kind auch einmal Heimweh geben. Doch dank der modernen Medien ist der Kontakt nach Hause schnell herzustellen, sodass eventuelle Tränen schnell getrocknet werden können.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare