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PiP-GmbH: 180 300 Euro zur „Stärkung der Kapitalrücklage“

„Kultur kostet Geld“

EILSEN. Anlässlich der Sitzung des Finanzausschusses der Samtgemeinde Eilsen hat die Kämmerin Svenja Edler den für das in Bad Eilsen gelegene „Palais im Park (PiP)“ aufgestellten Wirtschaftsplan vorgestellt. Dieser weist für die das Haus betreibende Palais im Park Veranstaltungsgesellschaft mbH unterm Strich ein Defizit in Höhe von 180 300 Euro aus: 177 500 Euro an Erträgen stehen 357 800 Euro an Aufwendungen gegenüber. Das erwartete Minus soll von der Samtgemeinde analog der Vorjahre durch eine entsprechende „Stärkung der Kapitalrücklage“ ausgeglichen werden.

veröffentlicht am 17.02.2019 um 13:54 Uhr
aktualisiert am 17.02.2019 um 16:40 Uhr

Das „Palais im Park“ in Bad Eilsen steht im Eigentum der Samtgemeinde Eilsen. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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EILSEN. Anlässlich der Sitzung des Finanzausschusses der Samtgemeinde Eilsen hat die Kämmerin Svenja Edler den für das in Bad Eilsen gelegene Palais im Park (PiP) aufgestellten Wirtschaftsplan vorgestellt. Dieser weist für die das Haus betreibende „Palais-im Park“-Veranstaltungsgesellschaft unterm Strich ein Defizit in Höhe von 180 300 Euro aus: 177 500 Euro an Erträgen stehen 357 800 Euro an Aufwendungen gegenüber. Das erwartete Minus soll von der Samtgemeinde analog der Vorjahre durch eine entsprechende „Stärkung der Kapitalrücklage“ ausgeglichen werden. Dies hat in Anbetracht dessen, dass die Samtgemeinde Eilsen laut Edler in diesem Jahr keinen ausgeglichenen Haushalt (133 100 Euro Defizit im Ergebnishaushalt) wird präsentieren können, bei der Sitzung zu Diskussionen geführt.

Allein schon wegen der gemäß „Doppik“ (Doppelte Buchführung in Konten) zu berücksichtigenden Abschreibungen sei es schwierig, den Haushalt der Samtgemeinde ausgeglichen zu halten, erinnerte Thomas Beckmann, der stellvertretende Vorsitzende des Finanzausschusses (CDU). Angesichts der dargestellten klammen Haushaltslage der Kommune zeigte er indes kein Verständnis dafür, der „Palais-im-Park“-Veranstaltungsgesellschaft deren finanzielles Minus auszugleichen. Die „Stärkung der Kapitalrücklage“ und die (aufgrund der erfolgten Sanierung des Kulturgebäudes) pro Jahr zu zahlenden Darlehenszinsen nebst Tilgung zusammengerechnet, müsse die Samtgemeinde für das PiP insgesamt rund 400 000 Euro aufwenden, rechnete der Luhdener. Für ihn war dies in Summe zu viel des Guten: Daher werde er dem Haushaltsentwurf der Samtgemeinde „in dieser Form“ nicht zustimmen, erklärte Beckmann. Zudem merkte er an, dass die Mitgliedsgemeinden nicht gefragt worden seien, ob diese der Zahlung zustimmen.

„Klar kneift das, weil jede Gemeinde ihr Scherflein im Rahmen der Samtgemeindeumlage dazugeben muss“, entgegnete Harald Bokeloh (SPD). Aber die Summe der von der „Palais-im-Park“-Veranstaltungsgesellschaft erwirtschafteten Erträge sei doch im Laufe der Jahre gestiegen und diese somit „auf einem guten Weg“.

Bei der Abstimmung über den 2019er Haushaltsplanentwurf votierte Thomas Beckmann (li.) konträr zu den übrigen Ausschussmitgliedern nicht mit Ja, sondern mit Nein. Foto: wk

Für 2019 verzeichne das PiP schon viele feste Buchungen, bekräftigte Bernd Schönemann, der Samtgemeindebürgermeister. Wie überhaupt das ganze Angebot des PiP sehr gut angenommen werde. Zudem wies er darauf hin, dass die Kommune hinsichtlich des PiP ja auch Pachteinnahmen erhalte. Dem Wirtschaftsplan der „Palais-im-Park“-Veranstaltungsgesellschaft nach handelt es sich dabei um einen Betrag in Höhe von 84 000 Euro. Alleinige Gesellschafterin des Unternehmens ist die Samtgemeinde Eilsen.

Schönemann zufolge hat es seinerzeit im Übrigen auch keine wirkliche Alternative zur Übernahme des Kulturgebäudes durch die Samtgemeinde und den anschließenden Betrieb durch die „Palais-im-Park“-Veranstaltungsgesellschaft gegeben: „Die einzige Alternative wäre gewesen, dass man um den Kursaal einen Bauzaun hätte aufbauen müssen“, betonte er. „Das wäre für den Kurort Bad Eilsen sehr schlecht gewesen.“

„Ich muss Bernd Schönemann recht geben: Da wäre ein Zaun drum rumgekommen“, meinte das Ausschussmitglied Wolfgang Faulhaber (SPD). Außerdem: „Kultur kostet Geld“, rechtfertigte der Ahnser das finanzielle Engagement der Samtgemeinde. Dabei zeigte er sich ebenfalls zufrieden mit der bisherigen Entwicklung der „Palais-im Park“-Veranstaltungsgesellschaft: „Die Entwicklung ist gut.“ Die Anzahl der Veranstaltungen und die Erträge seien mehr geworden. Zudem habe Bad Eilsen durch das PiP einen „unglaublichen Werbeeffekt“.

Dem Haushaltsplan der Samtgemeinde wegen dieses einen Punktes („Stärkung der Kapitalrücklage“) nicht zuzustimmen, das halte er für krass, meinte Gerhard Hasse (parteilos). Man müsse dennoch in die Zukunft schauen.

Am Sitzungsende stimmte der Ausschuss bei einer Gegenstimme (Beckmann) für den von Edler vorgelegten Entwurf, somit auch für die der „Palais-im-Park“-Veranstaltungsgesellschaft zu zahlende „Stärkung der Kapitalrücklage“. Als Nächstes wird sich der Samtgemeinderat mit diesem Thema befassen.




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