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Keine Genehmigung – trotzdem erlaubt?

Landkreis ermittelt: Bäume in Landschaftsschutzgebiet gefällt

SCHERMBECK. Auf dem Grundstück der ehemaligen Obdachlosenunterkunft in Schermbeck sind umfangreiche Rodungs- und Erdarbeiten durchgeführt worden. Da dies im Landschaftsschutzgebiet liegt, hätte hierfür eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde eingeholt werden müssen, was laut Kreisverwaltung nicht geschehen ist.

veröffentlicht am 06.04.2019 um 00:00 Uhr

Mit schwerem Gerät und unter Motorsägen-Einsatz ist das Grundstück der ehemaligen Obdachlosenunterkunft in Schermbeck umgestaltet worden. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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SCHERMBECK. Pikant: Eigentümer des Anwesens ist nach Informationen dieser Zeitung der Lokalpolitiker Gerhard Hasse aus Heeßen, der sowohl dem Heeßer Gemeinderat als auch dem Eilser Samtgemeinderat angehört.

Zur Sprache gekommen waren die Rodungs- und Erdarbeiten bei der Sitzung des Rates der Gemeinde Luhden. Auf Anfrage von Ratsherr Lars-Henning Schröder (CDU), ob die Baumfällungen der Verwaltung bekannt seien, berichtete Bürgermeister Rüdiger Schmidt (CDU), dass er deswegen schon mit dem Naturschutzamt des Landkreises gesprochen habe. Das Ergebnis: „Es liegt keine Genehmigung zur Rodung der Bäume vor“, erklärte Schmidt. Der Landkreis werde daher – auch wegen der auf dem Grundstück erfolgten Planierarbeiten – entsprechende Schritte einleiten.

„Ich weiß nicht, ob das in einem Landschaftsschutzgebiet so sein muss“, kommentierte der Bürgermeister die erfolgten Rodungs- und Erdarbeiten. Bis an die Grundstücksgrenze heran seien Bäume abgeholzt worden.

„Wir sind hier im Ermittlungsverfahren“, teilte Anja Gewald, Pressesprecherin des Landkreises Schaumburg, auf Anfrage dieser Zeitung mit. Zu prüfen sei, was genau auf dem Grundstück gemacht worden ist. Gemeldet wurde der Unteren Naturschutzbehörde laut Gewald, dass auf dem Grundstück in Schermbeck Bäume gerodet worden sind und Boden weggeschoben worden ist. Ein Antrag auf Genehmigung dieser Maßnahmen sei jedoch nicht gestellt worden, also sei von Amts wegen auch keine Genehmigung erteilt worden. Allein schon deshalb liege in diesem Fall ein Verstoß gegen die für das Landschaftsschutzgebiet Weserbergland geltenden Vorschriften vor.

Von Schmidt war später zu erfahren, dass das Grundstück seines Wissens von dem Heeßer Landwirt Hasse gekauft worden sei; ob von Dirk Hasse oder Gerhard Hasse, das war ihm nicht bekannt.

Von dieser Zeitung hierauf angesprochen, teilte Dirk Hasse mit, das Grundstück gehöre seinem Vater, Gerhard Hasse. Dieser habe es von der Samtgemeinde Eilsen erworben.

Da Gerhard Hasse nach Auskunft seines Sohnes derzeit im Urlaub weilt, stand der Senior für ein Pressegespräch nicht zur Verfügung.

Dirk Hasse teilte jedoch noch mit, es sei bereits ein Ortstermin mit dem Naturschutzamt vereinbart. Dabei wolle man klären, was auf dem Grundstück richtig oder falsch gemacht worden ist. „Es ist tatsächlich so, dass da Uneinigkeit ist“, betonte er.




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