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Projekt durch Fällaktion im Gespräch

Lückenschluss an der Friedrichstraße

BAD EILSEN. In einer Baulücke an der Friedrichstraße entsteht ein neues Siebenfamilienhaus. Bauherr ist Rolf Prasuhn, der durch eine eigenmächtige Baumfällaktion unterhalb des Geländes in die Schlagzeilen geraten war.

veröffentlicht am 16.10.2018 um 15:18 Uhr
aktualisiert am 17.10.2018 um 10:05 Uhr

Die Baulücke an der Friedrichstraße soll geschlossen werden, hier sollen sieben neue Wohnungen entstehen. Foto: kk
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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite
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BAD EILSEN. Die Baulücke an der Friedrichstraße ist alles andere als ein Schmuckstück: Gestrüpp und Brombeerranken überwuchern das Hanggrundstück, dazwischen ein Entwässerungsschacht. Zur Straße hin ein abgeblätterter Holzzaun, Unkraut auf dem Gehweg und in der Gosse. Doch das soll sich bald ändern, ein großes Bauschild weist bereits auf das Projekt hin: In einem modernen Mehrfamilienhaus sollen sieben Eigentumswohnungen entstehen – so weit ein ganz normaler Vorgang der Ortsentwicklung. An öffentlichem Interesse gewinnt das Projekt jedoch dadurch, dass Bauherr Rolf Prasuhn mit der „Optimierung“ dieses Bauplatzes im vergangenen Herbst in die Schlagzeilen geraten war.

Wie berichtet hatte er unterhalb seines Geländes auf einem gemeindeeigenen Grundstück widerrechtlich fünf alte Bäume fällen lassen, um mutmaßlich die Aussicht aus seinen neuen Wohnungen zu verbessern. In einem Exposé war nämlich von „herrlicher Fernsicht“ die Rede.

Prasuhn war dadurch nicht nur ins Kreuzfeuer öffentlicher Kritik geraten. Die Aktion hatte ihm auch einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bückeburg eingebracht, der eine Geldauflage und die Verpflichtung zur Neuanpflanzung von Bäumen vorsah.

Weitere Konsequenz für den ehemaligen CDU-Kommunalpolitiker: Er legte seine Ratsmandate auf Gemeinde- und Samtgemeindeebene nieder und verzichtete auf sein Amt als stellvertretender Bad Eilser Bürgermeister und als zweiter stellvertretender Samtgemeindebürgermeister. Gegenüber dieser Zeitung gab sich Prasuhn reumütig: Er habe „Mist gebaut“ und trage alle Konsequenzen. In den nächsten Wochen sind die Ersatzpflanzungen geplant.

Unabhängig von diesen Vorfällen wird nun aber die Erschließung des Grundstücks an der Friedrichstraße in Angriff genommen. Im Gespräch mit dieser Zeitung informierte der Buchholzer Diplom-Ingenieur Uwe Bilges über das Projekt. Der Planer hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Bauvorhaben für Prasuhn entwickelt.

Eine planerische Herausforderung an der Friedrichstraße sei die Hanglage des Grundstücks, so Bilges. Um das Geländeprofil optimal zu nutzen, habe man sich dazu entschlossen, auch im Souterrain eine großzügige Wohnung anzulegen. Dahinter befindet sich der Keller für alle Parteien.

In der ersten und zweiten Etage sowie im Dachgeschoss entstehen je zwei Dreizimmerwohnungen, alle mit großzügigen Balkonen in Süd-West-Lage ausgestattet und jeweils 90 Quadratmeter groß. Zur Straßenseite hin werden Carports für die Bewohner errichtet.

Bilges verweist auf modernste Energiestandards. Beheizt werde das Haus mit Gasbrennwerttechnik, auf dem Dach werde eine Solarthermieanlage eingebaut. Ein Fahrstuhl wird die Etagen erschließen, die Wohnungen werden barrierefrei ausgelegt.

Baubeginn soll im kommenden Frühjahr sein, Weihnachten 2019 sollen die Eigentumswohnungen bezugsfertig sein. Mit Bau und Ausstattung sollen regionale Handwerksbetriebe beauftragt werden, mit denen Bilges bereits seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Dieser sieht Bad Eilsen als attraktiven und entwicklungsfähigen Wohnungstandort. Seine bisherigen Projekte zum Beispiel an der Julianenstraße und an der Bahnhofstraße seien gut angenommen worden.

An der Friedrichstraße wurde jetzt bereits ein neues Bauschild errichtet: Es verspricht „exklusive Eigentumswohnungen“ – nur von „herrlicher Fernsicht“ ist darauf nicht die Rede.




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